Rödental
Nahverkehr

Rödentals Stadtbus sucht Anschluss

Rödental verbessert seine finanzielle Lage mit dem neuen Haushalt weiter und kann trotzdem investieren. Der Stadtbus bekommt einen ganz neuen Fahrplan.
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Ein Stadtbus von Rödental steht am Bahnhof Oeslau. Der Zug auf dem Gleis dahinter ist vor drei Minuten in Richtung Coburg abgefahren. Der neue Fahrplan der SBR-Linie soll den Bus besser an die Bahn anbinden.Rainer Lutz
Ein Stadtbus von Rödental steht am Bahnhof Oeslau. Der Zug auf dem Gleis dahinter ist vor drei Minuten in Richtung Coburg abgefahren. Der neue Fahrplan der SBR-Linie soll den Bus besser an die Bahn anbinden.Rainer Lutz
Der Stadtbus Rödental (SBR) bewegt die Bürger im gesamten Stadtgebiet. Ein neuer Fahrplan bewegt erfahrungsgemäß die Gemüter. Er wurde aber notwendig, weil der bisherige Plan auf geänderte Fahrzeiten der Züge am Bahnhof Oeslau - einem wichtigen Fahrziele - angepasst werden musste. Der Plan, der ab dem 1. April gilt, wurde dem Stadtrat bei seiner Sitzung am Montagabend vorgestellt.
"Wir haben lange versucht, den bestehenden Plan anzupassen, aber das hat sich einfach nicht machen lassen", erklärte Nadine Brückner von der Verwaltung, die den neuen Plan maßgeblich mit ausgearbeitet hat. Die Lösung fand sich in einem neuen Plan, der den Stadtbus praktisch immer in eine Richtung über seine jeweiligen Routen schickt. "Damit erreichen wir möglichst viele Zuganschlüsse", sagt Nadine Brückner. Besonderer Wert wurde dabei auf den Schülerverkehr in Richtung Coburg gelegt, der im neuen Plan früh und mittags gut an die Bahn angebunden wird.
Dass es auch Busnutzer geben wird, die am neuen Plan etwas auszusetzen haben, ist der Verwaltung klar. Auch Bürgermeister Marco Steiner sieht den Nachteil, dass durch die neue Regelung manche Fahrgäste eine lange Runde drehen müssen, obwohl sie eigentlich nur eine kurze Strecke fahren möchten. Ihnen empfiehlt Ulrich Leicht (Grüne) zu verdeutlichen, dass das Angebot für eine Stadt der Größe Rödentals doch recht gut sei. Und: Bei Einnahmen von rund 15 000 Euro aus Fahrpreisen, legt die Stadt jährlich mehr als 160 000 Euro drauf, um den Bürgern dieses Nahverkehrsangebot machen zu können.
Leichts Idee, die SBR-Linie bei Neu Neershof an den Coburger Stadtbusverkehr anzubinden, fand wenig Zuspruch. Das, so Thomas Lesch (SPD) sei sogar schon einmal versucht worden. Es sei dort aber nie jemand eingestiegen. Marco Steiner sah es da als realistischer an, vom Gewerbegebiet Rödental West eine Schnittstelle zum Coburger Stadtbus in Dörfles-Esbach zu erreichen.


Einstimmig für den Haushalt

Der Haushalt 2018 der Stadt wurde im wesentlichen so beschlossen, wie ihn der Verwaltungs- und Finanzsenat ausgearbeitet hatte. Marco Steiner betonte, dass damit - dank hoher Förderung - ein beachtliches Investitionsvolumen von insgesamt 5,6 Millionen Euro möglich wird. Gleichzeitig kann der Schuldenstand weiter abgebaut werden. Investiert wird vor allem in die Schulen der Stadt. Die Mittelschule wird für voraussichtlich 6,8 Millionen saniert (bei fünf Millionen Förderung), an den Grundschulen Mitte und Einberg werden mit je 100 000 Euro wichtige Reparaturarbeiten vorgenommen. Die größten Ausgabeposten bleiben Personal (mit 4,5 Millionen dennoch deutlich unter dem Landesdurchschnitt) und Personalkosten-Zuschüsse etwa für Kitas mit rund 4,8 Millionen Euro. Die Kreisumlage ist mit 5,3 Millionen Euro angesetzt, könnte aber niedriger ausfallen, wenn sich der Kreistag bei seiner Sitzung am Donnerstag entschließt, sie von jetzt 43 auf 41 Punkte zu senken, was im Gespräch ist.
"Ich kann mich noch erinnern, dass die Gewerbesteuer höchster Einnahmeposten war, aber das ist schon eine Weile her", sagte Hans-Joachim Lieb, FW-Fraktionsvorsitzender. Inzwischen sind es die Anteile der Stadt an der Einkommensteuer ihrer Bürger, die als wesentlichste Stütze in den Haushalt fließen. Lieb erinnert sich noch an mehr: Der Schuldenstand ist seit 2010 (13,34 Millionen Euro) auf voraussichtlich 7,4 Millionen am Ende dieses Jahres gesenkt worden. Damit sank auch die Belastung für Zinsen, die 2008 noch bei 735 000 Euro gelegen habe, auf heute 259 000 Euro per anno. Lieb bescheinigte dem Gremium eine harmonische Zusammenarbeit aller Fraktionen mit dem Bürgermeister.
Zum Bedacht bei weiteren Ausgaben, mahnte Matthias Löffler (CSU). Die Stadt profitiere zurzeit in hohem Maße von der guten wirtschaftlichen Lage im Land. Doch nach mittlerweile neun Jahren des Booms, solle man sich nicht zu sehr darauf verlassen, dass dies ewig so weitergeht. "Wir sollten neue Schulden nicht so einfach als alternativlos ansehen", riet er für die Planungen der kommenden Jahre.
Auch dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Lesch bereitet der Blick in die Zukunft ein wenig Sorgen. "Die Mindestzuführung an den Vermögenshaushalt ist geschafft, die freie Spitze beträgt aber leider nur noch knapp 10 000 Euro und wir benötigen gut 1,3 Millionen aus der Rücklage, um den Haushalt auszugleichen", fasst er seine Bedenken zusammen. Die hohen Investitionen in Kitas und Schulen sieht Lesch jedoch als "gut angelegtes Geld".
Ulrich Leicht (Grüne) erinnerte an den hohen zeitlichen Sitzungsaufwand (er spricht von 13 Stunden), der nötig war, um das 375 Seiten umfassende Zahlenwerk zu beschließen. Er findet, der Staat, der zum Ausbau der Kita-Plätze zwingt, sollte die Stadt besser unterstützen.

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