Rödental
Anregungen

Rödentals Jugend weiß, was sie will

Bei der Zukunftswerkstatt hatten die jungen Bürger eine Plattform, um Wünsche, Ideen, Kritik zu äußern.
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Mit dem Schulbus und mit dem ÖPNV allgemein haben Rödentaler Schüler teils große Probleme. Bei der Zukunftswerkstatt erzählten sie, dass sie deswegen zum Beispiel schon Schulaufgaben verpasst hätten.  Symbolfoto: Jürgen Gärnter
Mit dem Schulbus und mit dem ÖPNV allgemein haben Rödentaler Schüler teils große Probleme. Bei der Zukunftswerkstatt erzählten sie, dass sie deswegen zum Beispiel schon Schulaufgaben verpasst hätten. Symbolfoto: Jürgen Gärnter

Bürgermeister Marco Steiner und sein Stadtrat sind der Meinung, dass den Ideen und Interessen junger Leute viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse, damit Rödental zukunftsfähig bleibt. Deshalb veranstalteten sie eine Zukunftswerkstatt, bei der junge Rödentaler im Alter von zwölf bis 18 Jahren eingeladen waren, ihre Vorstellungen bekanntzugeben. Bürgermeister Marco Steiner und sieben Stadträte hörten sich die Ideen der jungen Leute an und diskutierten mit ihnen. 90 Jugendliche folgten der Einladung und fanden sich in der Mittelschule in Rödental ein, um den Stadtverantwortlichen ihre Gedanken mitzuteilen.

Die von den Jugendlichen geäußerten Wünsche, Vorstellungen und Forderungen wurden an vier Themenwänden befestigt. Die Moderatoren der einzelnen Gruppen (Vorstandsmitglieder des Kreisjugendrings Coburg und Mitglieder des Jugendparlaments der Stadt Rödental) unterstützten die Teilnehmer und fassten die Ergebnisse kurz zusammen. In einem Voting wurden die von den meisten Teilnehmern gewünschten Themen herausgefiltert und in Interessensgruppen nachbesprochen, ehe dann Bürgermeister Steiner mit seinem Stadträten eine erste Stellungnahme abgeben musste.

Bei der Wand "Reiß ab, bau auf" wurde die Idee geäußert, ein leer stehendes Gebäude in Rödental für eine Trampolinhalle zu nutzen oder auch ein KFC oder McDonalds herzuholen. Auch Modegeschäfte standen auf der Wunschliste, ebenso wären ein Jugendtreff oder eine Disco eine tolle Sache, waren sich die Jugendlichen einig.

Schulaufgaben verpasst

Eine weitere Wand fasste zusammen, welche Kritikpunkte die Jugend in Sachen öffentlicher Nahverkehr beschäftigen. "Von A nach B - voll okay?", lautete hier die Fragestellung. Ganz schnell wurde klar, dass es hier massive Problem gibt, zum Beispiel verpasste Schulaufgaben wegen verspäteter Züge, nicht aufeinander abgestimmte Zug- und Busfahrpläne und eine mangelhafte Busverbindung nach Coburg.

Bei der dritten Wand wurde alles rund um die Thematik "Schule - Ausbildung - Arbeit" festgehalten. Besser klimatisierte Schulräume, insgesamt schönere Klassenzimmer, aber auch interessanterer Unterricht, mehr Lehrer und mehr Natur- und Umweltschutzthemen im Unterricht nannten die Teilnehmer als Wünsche. Auch ein eigenes Gymnasium für Rödental war ein Anliegen. Ein ganz wichtiger Punkt ist für die Schüler die Möglichkeit, in den Ferien arbeiten zu können. Hier fänden sie eine Ferienjobbörse super, diese würde einiges vereinfachen.

An der vierten Wand mit dem Titel "Wenn ich Bürgermeister/-in wäre ..." konnten die Jugendlichen ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Ideen der jungen Leute waren keineswegs abgehoben. Viele bekräftigen einfach noch einmal ihre Gedanken, die sie schon bei den drei anderen Themenkomplexen genannt hatten, so dass sich die besonders wichtigen und großen Themen herauskristallisierten.

Bürgermeister Steiner und seine Stadträte setzen sich geduldig und ernsthaft mit den Anliegen der Teilnehmer auseinander. Keine Idee wurde als nicht realisierbar abgetan. Man wolle alles prüfen und gegebenenfalls auch die Ideen und Ansichten als Wegweiser für Verhandlungen mit etwaigen Investoren nutzen. Der Wunsch nach einer Ferienjob-Börse solle sofort in Angriff genommen werden. Daneben gab es die Zusage, dass Ideen, die an dem Abend beim Voting nicht den meisten Zuspruch bekamen, auf weitergehendes Interesse und Umsetzbarkeit geprüft werden sollen.

Vorbereitet und begleitet wurde die Veranstaltung vom Kreisjugendring Coburg (Jürgen Rückert und Claudia Engelhardt) in Kooperation mit der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Coburg (Susanne Lange), dem Jugendparlament der Stadt Rödental, der Jugendbeauftragten der Stadt Rödental, Jutta Franz, und dem Jugendpfleger der Stadt Rödental, Robert Pechauf. Moderiert wurde der Abend von Tim Pechauf (Radio 1 Coburg).

Die Zusammenfassung der Ergebnisse des Abends wird der Kreisjugendring Coburg vornehmen. Zusammen mit der kommunalen Jugendpflege des Landkreises wird der Kreisjugendring langfristig auch die Weiterarbeit an den Themen überwachen und als Ansprechpartner für die Jugendlichen zur Verfügung stehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Noch am Veranstaltungsabend erklärten sich 24 Jugendliche bereit, an der Umsetzung ihrer Wünsche weiterhin mitarbeiten zu wollen.

Als Belohnung für die gute und konzentrierte Arbeit gab es zum Abschluss noch eine Verlosung. Hier zeigte sich, dass auch die Rödentaler Unternehmen die Idee der Zukunftswerkstatt positiv aufgenommen hatten. Denn die über 100 Preisen waren durchaus attraktiv. Es waren zum Beispiel Fahrschul-, Eintritts-, Einkaufs- und Gastronomiegutscheine.

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