Rödental
Stadtrat

Rödental investiert in diesem Jahr eine Rekordsumme von zehn Millionen Euro

Der Stadtrat von Rödental beriet seinen 38,5-Millionen-Euro-Haushalt samt geplanter Ausgaben. Dabei gibt es Neues von den Stadtwerken.
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Die Kläranlage Rödental, betrieben von den Stadtwerken. Der Bereich "Abwasser" schließe -  nach der schwarzen Null im vergangenen Jahr -  nun mit einem leicht positiven Ergebnis ab, sagte Bürgermeister Marco Steiner bei der Stadtratssitzung am Montag. Foto: Berthold Köhler (Archiv)
Die Kläranlage Rödental, betrieben von den Stadtwerken. Der Bereich "Abwasser" schließe - nach der schwarzen Null im vergangenen Jahr - nun mit einem leicht positiven Ergebnis ab, sagte Bürgermeister Marco Steiner bei der Stadtratssitzung am Montag. Foto: Berthold Köhler (Archiv)

Die Stadt Rödental investiert in diesem Jahr eine Rekordsumme von zehn Millionen Euro. Davon fließen über sieben Millionen in die Sanierung der Mittelschule Oeslau und in die Generalsanierung der Grundschule Einberg. Als weitere Aufgaben nannte Bürgermeister Marco Steiner die Aktivierung von Bauland und die Unterstützung der Feuerwehr, insbesondere das Feuerwehrgerätehaus Froschgrund. Bei der Erweiterung der Kinderspielplätze möchte Steiner das Jugendparlament mit ins Boot holen. Steiners Fazit: "Was die Bauaktivitäten betrifft, wird 2019 ein extremes Jahr werden."

Hans-Joachim Lieb (Freie Wähler) freute sich, dass es im Jahr 2019 - wie auch im Vorjahr - keine Steuererhöhungen geben werde. Der Gesamthaushalt umfasse einen Rekordwert von rund 38,5 Millionen und spreche damit für die gute wirtschaftliche Lage. Außerdem habe die Stadt die Schulden seit 2010 um 50 Prozent senken können, lobte Lieb. Der SPD-Fraktionssprecher Thomas Lesch bat, das Angebot der Kindertagesstätten zu prüfen und den Breitbandausbau an den Schulen voranzubringen. Das Projekt digitales Klassenzimmer umfasse laut Lesch ein Gesamtkonzept, zu dem auch ausgebildete Lehrer und die Verwaltung gehörten. Die SPD-Fraktion möchte außerdem kostenfreie Stadtbusse in Rödental und eine gemeinsame Haltestelle mit dem Coburger Stadtbus.

Palauneck: Um hausärztliche Versorgung kümmern

Auch die CSU-Fraktion stimmte dem Haushalt zu, wenn auch Fraktionssprecher Elmar Palauneck die Position der haus- und fachärztlichen Versorgung darin fehlte. "Wir hatten den Schuss vor den Bug mit dem Wegfall eines einzigen Hausarztes zu spüren bekommen", sagte er. Einerseits kaufe die Gemeinde Grundstücke in sechs- bis siebenstelliger Höhe, andererseits schaffe man es nicht, Mittel bereit zu stellen, die einem Arzt die Niederlassung in Rödental erleichtern würde, kritisierte Palauneck. Der CSU-Politiker sieht die Kommune in der Pflicht, sich um die ärztliche Versorgung zu kümmern. Stadtrat Jürgen Faber von den Grünen bemerkte, dass sich die Kommune keinen Arzt kaufen könne. Der Grünen-Fraktionssprecher war mit dem Haushalt einverstanden, da seinen Worten nach auch grüne Aspekte darin berücksichtigt seien.

Die Freien Wähler fordern die Stadt Rödental auf, beim Thema Artenschutz auch selbst zu handeln. Hans-Joachim Lieb sagte, in den städtischen Anlagen könnten Blühwiesen angelegt werden. Ebenso sollten die Ränder an den Wald- und Wiesenwegen nur einmal im Jahr gemäht werden. Glyphosat wird laut Bürgermeister Steiner in der Stadt Rödental nicht eingesetzt. Elmar Palauneck begrüßte den Vorschlag der Freien Wähler. "Wir unterstützen dies auch deshalb, weil hier nicht nur mit dem Zeigefinger auf die Bauern gezeigt wird", sagte er.

Neues von den Stadtwerken

Da es im vergangenen Jahr deutlich weniger Rohrbrüche gab, geht Bürgermeister Steiner von einem positiven Ergebnis aus, das in der "Wasser-Kalkulation" berücksichtigt sei. Die Investitionen betragen demnach 1, 8 Millionen Euro. Der Bereich "Abwasser" schließe - nach der schwarzen Null im vergangenen Jahr - nun mit einem leicht positiven Ergebnis ab, sagte Steiner. Das Investitionsvolumen beträgt demnach zwei Millionen Euro, wovon 1, 3 Millionen Euro in die Kanalleitungen fließen. Das Hallenbad zeige ein stabiles Defizit von 800 000 Euro. Thomas Lesch (SPD) nannte die Verschuldung der Stadtwerke zwar erheblich, aber berechtigt. Mittel- und langfristig betrachtet gibt es laut Lesch keine bessere Alternative. "Wenn wir die Investitionen nicht machen würden, dann käme es richtig teuer." Laut Michael Eckardt, Geschäftsführer der Rödentaler Stadtwerke, habe die Kommune bisher immer richtig gehandelt. Anderseits habe sich der supertrockene Sommer im vergangenen Jahr negativ ausgewirkt.

Kooperation macht stärker

Die Stadtwerke Rödental haben sich der Hexa.Kon GmbH, Bamberg, angeschlossen. Das teilt die Stadt Rödental in einer Presseinformation mit. Die Hexa.Kon GmbH mit Sitz in Bamberg ist eine kommunal getragene Kooperationsgesellschaft, in der mehrere Stadtwerke aus Oberfranken seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. An der Hexa.Kon GmbH sind die Stadtwerke Bamberg, die Stadtwerke Hof, die Stadtwerke Neustadt bei Coburg und die Stadtwerke Ebermannstadt beteiligt. Die Aufgaben der Hexa.Kon GmbH umfassen insbesondere die marktgerechte und effiziente, gemeinsame Beschaffung von Strom für Klein- und Großkunden und die technologische Weiterentwicklung aller Partner. Seit neuestem beteiligen sich auch die Stadtwerke Rödental, speziell deren Tochter, die SWR Energie GmbH & Co. KG, an der Hexa.Kon GmbH als neuer Gesellschafter mit zehn Prozent der Anteile. Am 10. Januar 2019 leisteten Marco Steiner, Rödentals Bürgermeister, Vorsitzender des Aufsichtsrates der SWR Energie GmbH & Co. KG und Geschäftsführer der Stadtwerke Rödental, Michael Eckardt in Bamberg zusammen mit Michael Fiedeldey, dem

Geschäftsführer der Hexa.Kon GmbH, der gleichzeitig Geschäftsführer der Stadtwerke Bamberg ist, die benötigten Unterschriften zum Erwerb der Anteile und unterzeichneten die Urkunden.

"Mit der heutigen Unterschrift stärken wir die kommunale Familie wieder etwas mehr, weil wir die

kommunale Zusammenarbeit weiter ausbauen", freute sich Marco Steiner. Michael Eckardt verriet: "Wir arbeiten regional schon länger in der Strombeschaffung und bei unseren Projekten der modernen Energiewirtschaft sehr gut zusammen. Mit dem heutigen Erwerb der Anteile an der Hexa.Kon GmbH besiegeln die Stadtwerke Rödental die Partnerschaft nun auch offiziell."

"Fünf Freunde"

"Nun sind wir fünf Freunde in der Nachbarschaft, die miteinander die gleichen Ziele haben", sagte Geschäftsführer Michael Fiedeldey und hieß die Stadtwerke Rödental als neuen Gesellschafter offiziell willkommen. "Aber", so scherzte Michael Fiedeldey weiter, "Hexa.Kon bedeutet ja, dass nicht 5, sondern 6 zusammenarbeiten. Was da wohl noch in der Pipeline ist?"



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