Coburg
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Robin Hood im Coburger Hofgarten

Die geplanten Sommerfestspiele des Landestheaters werden nun am Herzog-Alfred- Brunnen inszeniert.
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Der Herzog-Alfred-Brunnen im Coburger Hofgarten wird zur Kulise  für die Sommerfestspiele des Landestheaters. Carolin Herrmann
Der Herzog-Alfred-Brunnen im Coburger Hofgarten wird zur Kulise für die Sommerfestspiele des Landestheaters. Carolin Herrmann
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Das könnte nun doch noch sehr schön werden. Nach der für das Landestheater völlig unerwarteten Zurückweisung der geplanten Sommerfestspiele im Hof der Ehrenburg durch die Bayerische Schlösserverwaltung soll es ab 18. Mai in den Hofgarten gehen. Am Herzog-Alfred-Brunnen sollen sich bis Juli Shakespeare in Love, Robin Hood und die Sommernachtstraum-Entourage tummeln.

Bei der Vorstellung der Planung zeigten die Führung des Landestheaters und als Vertreter der bereitwillig kooperierenden Stadtverwaltung, Bernhard Ledermann, Leiter des Grünflächenamtes, nicht nur Erleichterung darüber, einen geeigneten Veranstaltungsort in Stadtnähe gefunden zu haben. Man ist geradezu begeistert über die dort zwischen den beiden Pavillons herrschende Atmosphäre. "Die ist extrem romantisch", schwärmte Schauspielchef Matthias Straub, der mit seiner Sparte den größten Teil der Anstrengungen zu leisten haben wird.

Ballettchef Mark McClain wird zu den beiden Schauspielstücken den "Sommernachtstraum" nach Shakespeare und zur Musik von Felix Mendelssohn-Bartoldy choreografieren. Ursprünglich für die Sommerfestspiel im Hof der Ehrenburg geplant war "Rebecca" nach Daphne du Mauriers Roman, wofür man aber die Schlosskulisse gebraucht hätte. Jetzt also noch eine Nummer mehr Shakespeare im Albert und Victoria-Jahr, das ja auch im Landestheater "very british" gestaltet wird.

Herzog Alfred (1844 - 1900), dem zu Ehren der gar nicht weit oberhalb des Landestheaters gelegene Brunnen 1903 angelegt wurde, war der zweite Sohn von Prinz Albert und Queen Victoria.

Ein Theater-Ort

Bernhard Ledermann unterstrich die originäre Übereinstimmung von Veranstaltung und Ort. Der ganze Hofgarten sei sozusagen theatral konzipiert, als Auftrittsfeld für die Herrschenden.

Der Platz um den Brunnen bietet mit seinem hohen Bewuchs im Rücken zwischen den beiden Pavillons eine gewisse Abgeschlossenheit. Und theatralisch ausreichend Sherwood-Forest für Robin Hood. Der Brunnen selbst wird die Kulisse sein, vor der ein Bretterboden gelegt wird. Nur für den obligatorischen Shakespeare-Balkon wird es einen kleinen Aufbau geben.

Den Rahmen für die 400 Zuschauern Platz bietende, nicht überdachte Tribüne bilden zwei hohe Bäume gegenüber am Weg zur Veste, die zum weiteren Parkgelände hin nur wenig abgeschirmt werden soll. Die Akustik sei gut, man brauche nur geringe Verstärkung. Wasser, Strom und Stellflächen sind vorhanden, die Pächter stellen die Pavillons für das Catering zur Verfügung.

Der Spielort am Rand des Hofgartens ist leicht erreichbar, für die Zuschauer in fünf Minuten schönen Spazierwegs vom Schlossplatz aus, der weiterhin zum Parken zur Verfügung steht, von der Festungsstraße her (mit Bushaltestelle, ein Shuttleservice erscheint jedoch nicht notwendig) für Aufbau, Organisation und eine dort zu installierende Toilettenanlage. Die um den Platz herumführenden Parkwege bieten Barrierefreiheit. Intendant Bernhard F. Loges und Verwaltungsdirektor Fritz Frömming betonten den Pilotcharakter dieser Sommerfestspiele. Ob es nach dieser Saison damit weitergeht, will man von den Erfahrungen abhängig machen.

Der Vorverkauf hat begonnen. Und übrigens: Den Shakespeare in love wird Frederic Leberle spielen.

Landestheaters Coburg Im Coburger Hofgarten vor der Kulisse des Herzog-Alfred-Brunnens in der Zeit vom 18. Mai bis 07. Juli.

Robin Hood Familienstück von John von Düffel: Mit seinen Männern lebt Robin Hood in den Wäldern von Sherwood und sorgt für Gerechtigkeit. Als er in eine Falle des Sheriffs von Nottingham tappt, helfen der Witz und Mut seiner Getreuen, aber vor allem die Klugheit seiner Herzensdame Lady Marian, dem Kerker wieder zu entkommen. Auf der Theaterbühne sorgt das legendäre Wirken Robin Hoods für viel Spannung mit einer großen Portion Humor. Inszenierung Holger Seitz, Bühnenbild Robert Schrag, Kostüme Carola Volles, Kampfchoreografie Jean-Loup Fourure.

Premiere Samstag, 18. Mai 2019, 15 Uhr

Shakespeare in Love Schauspiel nach dem Drehbuch von Marc Norman und Tom Stoppard, Bühnenfassung von Lee Hall, Musik von Paddy Cunneen: London im Jahr 1593 zur Blütezeit des elisabethanischen Theaters. Zwei Schauspielhäuser ringen um Dramatiker und die Gunst des Publikums. Philipp Henslowes ganze Hoffnung hängt an Will Shakespeare, doch der steckt in einer Krise und sein neues Stück "Romeo und Ethel, die Piratenbraut" will nicht gedeihen. Erst als Will die begabte Viola de Lesseps lieben lernt, löst sich seine Blockade und bald fließen Leben und Werk ineinander. Der Film "Shakespeare in Love", ausgezeichnet mit sieben Oscars, wurde zu einem Welterfolg und erobert jetzt als Schauspiel mit Musik die Bühnen. Inszenierung Matthias Straub, Bühnenbild Robert Schrag, Kostüme Carola Volles, Fechtchoreografie Jean-Loup Fourure Premiere Sonntag, 9. Juni 2019, 19.30 Uhr, Hofgarten

Ein Sommernachtstraum Ballett von Mark McClain nach Shakespeare zur Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy: Helena liebt Demetrius, Demetrius liebt Hermia, die wiederum Lysander liebt. Auf der Suche nach den Richtigen irren sie durch den Wald - mitten hinein in das Reich des Feenkönigs Oberon und seiner Frau Titania, bei denen Ehekrieg herrscht. Oberons Diener Puck verwirrt die Gefühle der Liebenden. Choreografie Mark McClain, Bühnenbild Robert Schrag.

Premiere Samstag, 15. Juni 2019 19:30 Uhr

Karten ab sofort an den bekannten Vorverkaufsstellen, auch in der Geschäftsstelle des Coburger Tageblattes. "Robin Hood" 20 Euro/ermäßigt 10 Euro, "Shakespeare in Love" und "Ein Sommernachtstraum" 32/16 Euro. Es gibt Rollstuhlplätze sowie Schoßplätze für Kinder.

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