LKR Coburg
Vertretung

Ringen ums Geld für die Bildungsstätte Neukirchen

Seine erste Sitzung als kommissarischer Landrat gestaltete sich für Rainer Mattern in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich.
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Die Jugendbildungsstätte Neukirchen soll saniert werden und der Landkreis will sich an den Kosten beteiligen. CT-Archiv/Berthold Köhler
Die Jugendbildungsstätte Neukirchen soll saniert werden und der Landkreis will sich an den Kosten beteiligen. CT-Archiv/Berthold Köhler
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Eine ungewöhnliche Sitzung absolvierten die Mitglieder zweier Landkreisausschüsse am Montag in mehrfacher Hinsicht, nicht nur, weil der Landkreis zu Beginn der Sitzung noch einen Landrat hatte, am Ende aber nicht mehr.

Die Doppelsitzung fand auch nicht, wie gewohnt in den Räumen des Landratsamtes statt. Vielmehr waren die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport sowie des Ausschusses für Jugend und Familie des Kreistags in die Realschule Coburg II eingeladen worden. Der Grund war ein Vortrag von Wiebke Jessen. Die Mitarbeiterin des Sinus Instituts stellte die aktuelle Studie zu Lebenswelten von Jugendlichen vor. Die Sinusstudie dient allgemein anerkannt als Grundlage für alle, die mit Jugendlichen arbeiten und soll Verständnis für die Situation der jungen Leute wecken. Dieser Vortrag sollte auch interessierten Gästen außerhalb des Landratsamtes offen stehen, Lehrern beispielsweise. Daher wurde die Sporthalle der Realschule für die Sitzung gewählt.

Ausscheiden n Abwesenheit

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Entschuldigte stellvertretender Landrat Rainer Mattern (CSU) zu Beginn der Sitzung noch Landrat Michael Busch (SPD), der als neu gewählter Abgeordneter zur konstituierenden Sitzung des neuen Landtags nach München gefahren war, so stellte er wenig später fest: "Seit 44 Minuten bin ich stellvertretender Landrat ohne Landrat." Damit übt er das Amt aus, bis ein neuer Landrat gewählt wird, wofür der 27. Januar als Wahltermin festgelegt wurde.

Diese Feststellung war für Mattern wichtig, weil es um eine Anfrage der Freien Wähler des Kreistags ging, ob er womöglich als befangen anzusehen sei, wenn es um die Frage der Sanierung der evangelischen Jugendbildungsstätte in Neukirchen geht. Schließlich, so die Freien Wähler, sei Mattern beim evangelischen Dekanat in Coburg als Geschäftsführer tätig. Als nun Stellvertreter im Amt des Landrats sah Mattern keine Befangenheit in der Sache.

Mit bis zu 600 000 Euro könnte sich der Landkreis an den Kosten für das Haus beteiligen. Dazu wollten die Freien Wähler wissen, wie sich auch die Gemeinde Lautertal beteiligt. Rainer Mattern hatte darüber mit Bürgermeister Sebastian Straubel (CSU) gesprochen. Die Gemeinde werde die Einrichtung weiterhin unterstützen, die Erschließungsstraße in Ordnung halten und über den Bauhof gegebenenfalls Arbeiten verrichten lassen, sagte er. Damit war Frank Rebhan (SPD) allerdings nicht zufrieden. "Der Landkreis hat seine Unterstützung für das Glasmuseum damals davon abhängig gemacht, dass auch die Stadt Rödental einen finanziellen Beitrag leistet", rief er in Erinnerung. Daher sei bei der Bildungsstätte ähnlich zu verfahren.

Präzedenzfall oder nicht?

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Rainer Mattern sah einen Unterschied darin, dass es bei der Bildungsstätte eben nicht um ein Museum geht, das als Anziehungspunkt Vorteile für die Kommune bringt. Nun soll die Verwaltung bis zur Sitzung des Kreistages prüfen, ob die damalige Entscheidung zum Europäischen Museum für modernes Glas in der Rosenau die Wirkung eines Präzedenzfalles hat, oder nicht. Grundsätzlich wurde aber die Beteiligung des Landkreises an den Kosten für die Sanierung befürwortet. Die endgültige Entscheidung steht aber noch aus.

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