Coburg
Europawahl

Riesiger Erfolg für Coburgs Grüne

Die Grünen landen in der Stadt Coburg in einigen Wahllokalen sogar vor der CSU - und fast immer vor der SPD. Die AfD kommt auf ihre besten Ergebnisse in Neustadt, Wüstenahorn sowie in Teilen von Rödental.
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Ina Sinterhauf von den Grünen kandidierte zwar gar nicht fürs Europaparlament, engagierte sich aber als "europapolitische Sprecherin".Foto: Rainer Lutz
Ina Sinterhauf von den Grünen kandidierte zwar gar nicht fürs Europaparlament, engagierte sich aber als "europapolitische Sprecherin".Foto: Rainer Lutz
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Nein, überraschend kommt das nicht: Der Coburger SPD-Kandidat Martin Lücke hat den Sprung ins Europaparlament verpasst - denn dazu hätte seine Partei bundesweit auf rund 39 Prozent kommen müssen. Utopisch! Aber auch in der Stadt Coburg, die zumindest bei Kommunalwahlen als "rote Hochburg" gilt, ist das SPD-Ergebnis sehr enttäuschend: 14,1 Prozent bedeuten quasi eine Halbierung des Ergebnisses bei der letzten Europawahl (27,9).

Die CSU muss zwar ebenfalls Verluste hinnehmen, bleibt aber stärkste Kraft. Und: Die oberfränkische Kandidatin Monika Hohlmeier wird weiterhin einen Sitz im Europaparlament haben.

SPD auf Niveau von Satirepartei

Für die Grünen ist die Europawahl auch in der Stadt und im Landkreis Coburg ein riesiger Erfolg. In zahlreichen Coburger Wahlbezirken wurden sie sogar stärkste Kraft noch vor der CSU - und zwar in der Rückertschule, im Casimirianum (zwei Wahlbezirke), in der Staatlichen Berufsschule, in der CO II, in der CoJe sowie im Treff am Bürglaßschlösschen. Bitter für die SPD: Im Wahlbezirk Rückertschule lag sie mit nur 8,7 Prozent sogar exakt gleichauf mit der Satirepartei "Die Partei".

Im Stadtteil Wüstenahorn (Wahlbezirk KiJuz), der seit jeher eine SPD-Hochburg ist, behalten die Genossen zwar knapp die Nase vorne - doch 28,5 Prozent sind trotzdem enttäuschend. Bei früheren Wahlen fuhr die SPD hier Ergebnisse jenseits der 50- oder gar 60-Prozent-Marke ein. Ebenfalls stark schnitt in Wüstenahorn mit 14,6 Prozent die AfD ab.

Und im Landkreis? In allen 17 Kommunen lag die CSU vorne und kam insgesamt auf 41,4 Prozent. Auf Platz zwei landet zwar die SPD (14,5) knapp vor den Grünen (14,1). Aber in nicht weniger als zwölf Kommunen schnitten die Grünen besser ab als die SPD.

AfD in zwei Wahlbezirken in Neustadt bei mehr als 20 Prozent

Ganz anders in Neustadt: Dort lagen die Grünen mit 10,9 Prozent nicht nur hinter der SPD (15,9), sondern auch hinter der AfD (13,9). Ihr bestes Ergebnis in einem Wahlbezirk erzielte die AfD mit 20,9 Prozent im katholischen Pfarrzentrum Neustadt. Ähnlich stark war das AfD-Ergebnis mit 20,6 Prozent im Neustadter Weidach-Kindergarten. Allerdings büßte die AfD in in diesen Wahlbezirken gegenüber der Landtagswahl etwa zehn Prozent an.

Im benachbarten Rödental kam die AfD insgesamt auf 9,7 Prozent. In einzelnen Wahlbezirken schnitt sie aber zum Teil deutlich besser ab - so etwa im Altenheim in Rödental-Mitte mit 18,9 Prozent.

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