Coburg

Reservisten und Jugendliche pflegen Kriegsgräber in Coburg

Bundeswehr-Reservisten und BRK-Bereitschaftsjugend hatten einen gemeinsamen Einsatz auf dem Soldatenfriedhof in Coburg.
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Beim Arbeitseinsatz auf dem Soldatenfriedhof lockert Oliver Leder (von links) die Pflanzen auf den Kriegsgräbern, die Stefan Maisel und Michael Seifert abräumen. Foto: Bernd Brückner
Beim Arbeitseinsatz auf dem Soldatenfriedhof lockert Oliver Leder (von links) die Pflanzen auf den Kriegsgräbern, die Stefan Maisel und Michael Seifert abräumen. Foto: Bernd Brückner

Bei ihrem Arbeitseinsatz auf dem Soldatenfriedhof standen den Mitglieder der Reservistenkameradschaft Coburg diesmal Jugendliche der Angehörige der BRK-Bereitschaft Coburg zur Seite. In rund drei Stunden Arbeit räumten sie die Sommerbepflanzung von den 399 Gräbern der Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs ab und pflegten die Steinblöcke mit den Namenstafeln.

Oberbürgermeister Norbert Tessmer und Friedhofsverwalter Tobias Debudey dankten den freiwilligen Helfern. Seit fast 30 Jahren sind die Bundeswehr-Reservisten jedes Jahr im Oktober auf dem Soldatenfriedhof aktiv, hob der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Michael Seifert hervor. Im Jahre 2009 arbeiteten die ehemaligen Soldaten schon einmal mit dem Nachwuchs des Roten Kreuzes zusammen.

Eher ungewöhnliche Arbeit

"Sterben und Tod gehören zur theoretischen und praktischen Ausbildung auch der ehrenamtlich im Sanitätsdienst aktiven Rotkreuz-Helfer", erklärte Nicole Klebeg. Die stellvertretende Bereitschaftsleiterin betreute die vier Jugendlichen bei dieser ungewöhnlichen Arbeit und packte auch selbst mit an.

Gemeinsam kürzten sie den Efeu, der über die flachen Steinblöcke gewachsen war. Mit Spachteln entfernten sie das Moos von den Steinen und sprühten die metallenen Namenstafeln mit einem Reinigungs- und Pflegespray ein. "Er war erst 21 Jahre", stellte eine der Jugendlichen anhand der Lebensdaten eines Opfers des Zweiten Weltkrieges fest.

Grabschmuck bis zum Volkstrauertag

Sechs Reservisten mit Dienstgraden vom Obergefreiten bis zum Hauptmann, eine Ehefrau und drei Kinder räumten die Sommerbepflanzung von den Gräbern, lockerten die Erde auf und rechten Laub. Die Friedhofsgärtner Thomas Böhm, Andreas Scheler, Daniel Krauß und Thomas Fischer unterstützten die Arbeiten und fuhren in kurzen Abständen die Anhänger voll Pflanzen und Laub zum Kompostplatz. Bis zum Volkstrauertag schmücken sie die Gräber mit einem Gesteck für die Herbst- und Wintermonate.

Der Soldatenfriedhof befindet sich zwischen dem kleinen Eingang vom Glockenberg und den herzoglichen Mausoleum. Mit den Gefallenen des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 begann die Belegung des Viertels. Im Ersten Weltkrieg (1914 - 1918) wurden weitere Flächen zum Soldatenfriedhof umgestaltet. 164 Soldatengräber sind in einem Halbrondell angeordnet. Diesem sind seit 1942 zwei Grabfelder mit Opfern des Zweiten Weltkrieges (1939 - 1945) vorgelagert.

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