Coburg
Friedensdekade

Religionen reichen sich die Hände

Die christlichen Kirchen in Coburg laden vom Sonntag, 11. November, bis zum Sonntag, 18. November, zur ökumenischen Friedensdekade ein.
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Kreuz auf St. Augustin. In dieser Kirche beginnt am Sonntag die ökumenische Friedensdekade mit einem Gebet.Jochen Berger
Kreuz auf St. Augustin. In dieser Kirche beginnt am Sonntag die ökumenische Friedensdekade mit einem Gebet.Jochen Berger

Die ökumenische Friedensdekade der christlichen Kirchen in Coburg startet am Martinstag, 11. November, mit einem gemeinsamen Gottesdienst um 17 Uhr in der St.-Augustin-Kirche am Hofgarten. Prediger ist Militärdekan Michael Gmelch. Er lehrt auch an der Bundeswehr-Universität Neubiberg.

Als Geistlicher und Psychologe begleitet Gmelch Soldaten bei ihren Einsätzen. 2015 war er mit der Bundesmarine bei der Flüchtlingsrettung im Mittelmeer dabei. Nach dem Gottesdienst besteht die Gelegenheit zu weiteren Begegnungen und Gesprächen im Dekanats- und Pfarrzentrum St. Augustin.

Am Mittwoch, 14. November, berichtet Religionspädagogin Christine Liebst im Haus Contakt (ehemaliges Haus der Gemeinde am Glockenberg) von ihren Erlebnissen und Begegnungen mit Flüchtlingen. "Ich bin fremd gewesen, und ihr habt mich aufgenommen - Flüchtlinge unter uns", ist der Titel der Veranstaltung, die um 19.30 Uhr beginnt. Der Vortrag erfolgt in leichter Sprache.

Die offizielle Friedensdekade endet am Sonntag, 18. November(Volkstrauertag), um 15 Uhr mit einem multireligiösen Gebet in der DITIB-Moschee in der Victoriastraße 2. In der Gebetsrunde vereinen sich die Christen verschiedener Konfessionen mit Juden, Moslems und Buddhisten. Nach der liturgischen Feier findet eine Teerunde mit der Möglichkeit zu Gesprächen und Begegnung statt.

Die ökumenische Friedensdekade, die in ganz Deutschland stattfindet, will heuer unter dem Motto "Krieg 3.0" auf die Gefahr der Eskalation vorhandener Konflikte und die latente Gefahr eines Dritten Weltkrieges aufmerksam machen. "Drohnen, Roboter oder Slaughterbots stehen für zunehmende Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen", heißt es im Programheft zur Friedensdekade. "Die Friedensdekade leistet einen Beitrag zur kritischen Reflexion dieser Entwicklung." Die Organisatoren der Friedensdekade blicken dabei auch mit Sorge auf eine neue Aufrüstungsspirale, die sich in den Rüstungsetats spiegelt.

Im Vorfeld der Friedensdekade laden Joachim Schneider und Susanne Großmann von Pax Christi am Samstag, 3. November, zu einem Studientag "Gewaltfreie Kommunikation - Konflikte verwandeln durch wertschätzende Dialoge" in das Dekanats- und Pfarrzentrum St. Augustin ein. Der Eintritt ist frei. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 16 Personen begrenzt. Örtliche Veranstalter sind das Evangelische Bildungswerk und die Katholische Erwachsenenbildung Coburg.

Am Montag, 19. November, lädt Laureen Koch, Trainerin für gewaltfreie Kommunikation, um 19.30 Uhr im Haus Contakt (Ex-HdG) ein zum Vortrag "Die Spirale der Gewalt durchbrechen - Wie kommen wir zu einer gewaltfreien Haltung?" Veranstalter sind in diesem Fall das Evangelische Bildungswerk, die römisch-katholische Pfarrgemeinde St. Augustin und die alt-katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus. Veranstalter der gesamten Reihe ist die Arbeitsgemeinschaft interreligiöser Dialog.



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