Seßlach
Erfahrungsaustausch

Reiselustiges Camper-Völkchen trifft sich in Seßlach

Der Seßlacher Campingplatz wurde am Oster-Wochenende zum Treffpunkt für begeisterte Camper aus Deutschland, Dänemark und der Schweiz.
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Fachsimpeln über das Hobby: Organisator Ulrich Dann und seine Frau Ingrid aus Kelbra tauschen sich mit Anne und Lutz Klippel aus Karlsruhe über ihre Wohnwagen aus (von links). Fotos: Cordelia Hiller
Fachsimpeln über das Hobby: Organisator Ulrich Dann und seine Frau Ingrid aus Kelbra tauschen sich mit Anne und Lutz Klippel aus Karlsruhe über ihre Wohnwagen aus (von links). Fotos: Cordelia Hiller
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von unserer Mitarbeiterin Cordelia Hiller

Die Begeisterung fürs Campen hat sich bei Ulrich Dann aus Kelbra eher so zufällig eingeschlichen. Er war nämlich früher Schwimmmeister. Und damit seine Familie im Sommer bei ihm sein konnte, hat sie einfach kurzerhand bei ihm am Arbeitsplatz am See geschlafen. Zuerst im Zelt und später im Faltcaravan auf dem Auto-Anhänger.

"Das Ungezwungene am Campen ist toll und die Freiheit, einfach dort anhalten zu können, wo es einem gefällt", sagt Danns Frau Ingrid. Vor drei Jahren hat sich das Ehepaar einen Wunsch erfüllt und einen Wohnwagen gekauft. "Dass es ausgerechnet das Modell Südwind von Knaus wurde, war auch ein Zufall. Wir kannten nämlich einen Knaus-Händler bei uns in der Gegend", so erzählt Dann.

Plattform zum Erfahrungsaustausch im Internet

Der 65-Jährige ist mittlerweile in Rente und engagiert sich jetzt in einem Internet-Forum, das www.campen.de heißt und Campern als Plattform zum Erfahrungsaustausch dient. Durch dieses Forum waren er und seine Frau letztes Ostern bei einem Camper-Treffen in Isny im Allgäu. "Dort entstand die Idee, dass ich einmal ein spezielles Treffen nur für Liebhaber für unseren Südwind-Wohnwagen organisiere. In Isny waren nämlich alle Wohnwagen querbeet vertreten.

Die Frage war nur: Wo?" Von Isny fuhr das Ehepaar weiter auf einen Campingplatz in Bad Staffelstein. Und bei einem Tages ausflug entdeckten die beiden dann schließlich den Campingplatz in Seßlach. "Der hat uns sofort gefallen. Hier steht man nämlich nicht so preußisch in Reih und Glied. Und außerdem ist die Anlage nicht nur Südhanglage, sondern auch so gut in Terrassen angelegt, dass man von jeder Ebene einen schönen Blick ins Tal hat", sagt Dann. "Allerdings wollten wir nur kommen, wenn die Sanitäranlagen erneuert werden", so ergänzt Ingrid Dann. "Die waren letztes Jahr nämlich sehr dürftig." Der Seßlacher Campingplatzbesitzer Robert de Vries konnte das Ehepaar aus dem Südharz überzeugen. "Schließlich wollte ich den Winter über sowieso ein neues Sanitär-Häuschen bauen lassen", erzählt er. Das erste Südwind-Treffen sollte also in Seßlach stattfinden. Und so trafen sich also erstmalig Deutschlands Liebhaber der Südwind-Wohnwagen ausgerechnet in Seßlach.

Zehn weiße Wohnwagen

Eigentlich ist Deutschland sogar noch zu kurz gegriffen: Über das Oster-Wochenende waren auch jeweils ein Südwind-Camper aus Dänemark und der Schweiz da. Insgesamt waren auf der zweiten Terrasse rechts nach dem Eingang jedenfalls zehn weiße Wohnwagen mit dem Schriftzug "Südwind" im Halbkreis aufgebaut, vor deren Vorzelten sich sauber Camping-Tische und Stühle, Sonnenliegen, oft ein Grill und eine Satelliten-Anlage auf Teleskop-Ständer reihten.

Die Südwind-Freunde trafen sich zum Lagerfeuer, zum Grillen und zum Stadtrundgang durch Seßlach, inklusive Führung durchs Kommunbrauhaus. "Wir haben uns alle gleich gut verstanden", erzählt Ingrid Dann. "Das liegt daran, dass die Camper eben viel herumkommen und sich dadurch schnell anpassen können und weltoffen sind", ergänzt ihr Mann.

Gleich gut ins Gespräch gekommen

Anne Klippel aus Karlsruhe ist mit ihrem Mann das erste Mal bei einem Wohnwagen-Treffen dabei. "Für mich ist es eine neue Erfahrung, dass man gleich gut miteinander ins Gespräch kommt, wenn man die gleichen Interessen hat."

Für Peter Geithe aus Nersingen war es besonders interessant, andere Wohnwagen zu besichtigen. "Von außen sehen sie ähnlich aus, aber innen sind alle unterschiedlich." Organisator Dann war von der Rangierhilfe angetan, dem sogenannten Mover, den der Nachbar gegenüber vorgeführt hat: "Das Gerät wird unter den Wohnwagen gestellt, und dann kann man mit der Fernbedienung einparken", erklärt Dann.
Neben viel Fachsimpelei rund um den Wohnwagen werden natürlich auch Reise-Erlebnisse ausgetauscht. "Die Dänen haben zum Beispiel von einem Zeltplatz in Sizilien erzählt, der ausgesprochen günstig sein soll", sagt Dann begeistert. "Wir haben dort nämlich überwintert", erklärt Helmuth Pedersen aus Dänemark, der auf dem Nachhauseweg von der italienischen Insel in Seßlach Zwischenstopp gemacht hat.
Familie Dann bricht direkt nach dem Treffen in die Toskana auf. "Dort wollen wir eine Rundreise machen", sagt Ingrid Dann. "Aber nur kurz. Ende Mai müssen wir schon zurückkommen. Aber dafür fahren wir im Herbst nach Südfrankreich oder Spanien. Oder einfach beides."
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