Coburg
Medizin

Regiomed-Kliniken weiter tief in den roten Zahlen

Der Plan für 2018 wurde um 27 Millionen Euro verfehlt. Mit Hilfe zahlreicher Maßnahmen soll bis spätestens 2023 die Trendwende geschafft werden.
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Weiterhin dunkle Wolken über Regiomed (hier das Klinikum Coburg)Foto: Archiv / Simone Bastian
Weiterhin dunkle Wolken über Regiomed (hier das Klinikum Coburg)Foto: Archiv / Simone Bastian

Die Regiomed-Kliniken haben im vergangenen Jahr einen Verlust von 22 Millionen Euro eingefahren. Das geht aus einem ersten Zwischenbericht zum Jahresabschluss 2018 hervoor, den die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO jetzt dem Aufsichtsrat vorgelegt hat. Wie es in einer Pressemitteilung von Regiomed heißt, hätten die Wirtschaftsprüfer auf den Wirtschaftsplan 2018 verwiesen, der einen Gewinn in Höhe von fünf Millionen Euro vorsah. Der Plan wurde somit um mehr als 27 Millionen Euro verfehlt. "Es ist gut, dass jetzt alle Themen auf dem Tisch sind und wir nun nach vorne blicken können", so Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Peter Schmitz.

Für 2019 wird mit einem Verlust von 14,7 Millionen Euro gerechnet, wie der neue Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke erklärte. Die Prognose sei auf Grundlage der Ist-Zahlen der ersten vier Monate des Jahres "sehr valide" geplant worden, wie es in der Mitteilung heißt. Des Weiteren sei dem Aufsichtsrat ein erster Fünfjahresplan vorgestellt. Demnach rechnet Regipmed "spätestens 2023" wieder mit schwarzen Zahlen. "Wir müssen den Sanierungs- und Konsolidierungskurs nachhaltig gestalten. Schnelle Erfolge bringen uns in dieser Situation wenig", so Schmidtke.

Zwischenzeitlich gibt es laut Pressemitteilung auch ein umfassendes Maßnahmenpaket für alle Einrichtungen. Außer Sofortmaßnahmen zur Kostenreduzierung würden auch Erlössteigerungen und strukturelle Veränderungen geplant. "Es steht alles auf dem Prüfstand", erklärt dazu Schmidtke. Und: "Wir haben ein Projekt zur Weiterentwicklung der Medizinentwicklungs- und Medizinstrategie aufgelegt." Schmidtke betont aber ausdrücklich, dass Wirtschaftlichkeit und eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten kein Widerspruch seien. Erforderlich seien "strukturierte Prozesse und schlanke Strukturen".

Vom Aufsichtsrat zur Gesellschafterversammlung: Die Gesellschafter haben sich laut Regiomed-Pressemitteilung darauf verständigt, in den nächsten Wochen ihren jeweiligen politischen Gremien einen sogenannten Betrauungsakt für Regiomed vorzustellen und diesen zur Beschlusslage zu bringen. Dieser sei Voraussetzung, um Regiomed in der anstehenden Sanierungsphase "zu stützen", wie es heißt. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir als Gesellschafter an der kommunalen Trägerschaft festhalten wollen", werden die Landräte Hans-Peter Schmitz und Christian Meißner als Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Gesellschafterversammlung zitiert. Ein interner Lenkungsausschuss und eine Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Sanierung würden nun die notwendigen Sanierungsmaßnahmen und Konsolidierungsprojekte begleiten, monitoren und gegebenenfalls weitere Gegensteuerungsmaßnahmen einleiten. Die Kliniken und Einrichtungen hätten zwischenzeitlich entsprechende Maßnahmenpakete erarbeitet, die sich bereits in der Umsetzung befinden. "Wir benötigen Transparenz und müssen Vertrauen zurückgewinnen", erklärt Hauptgeschäftsführer Schmidtke.

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