LKR Coburg
Landwirtschaft

Regen, Frost und neue Sperrfristregel

Extreme Wetterbedingungen und neue Richtlinien fordern regionale Landwirte heraus.
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Im Frühling gibt es für die Bauern draußen wieder viel zu tun: Nach dem Düngen werden die Felder eingesät. Foto: Pixabay
Im Frühling gibt es für die Bauern draußen wieder viel zu tun: Nach dem Düngen werden die Felder eingesät. Foto: Pixabay
Wenn die Tage wieder länger werden, die Luft wärmer und die Felder grün, dann gibt es draußen viel zu tun. Die Landwirte beginnen wieder rauszufahren, um die nährstoffhaltige Gülle auf die Felder zu bringen und das fast einen Monat später als im vergangenen Jahr. Erst zwang die neue Sperrfrist der Düngeverordnung die Landwirte dazu, mit dem Düngen zu warten, dann brachte der spät einsetzende Winter noch vor wenigen Wochen die Güllefässer an den Rand ihrer Kapazitäten.
Exakte Richtlinien Die Vegetation ruht für eine gewisse Zeit im Jahr, daher haben Pflanzen zu dieser Zeit keinen Nährstoffbedarf. Dies hat der Gesetzgeber zum Anlass genommen um eine "Sperrfrist" für Acker- und Grünland zu bestimmen, in dessen Zeiträumen keine Gülle auf die Felder ausgebracht werden darf. Am 1. Juni 2017 trat diese neue Düngeverordnung in Kraft. Das bedeutete, dass die Landwirte dieses Jahr erst ab dem 1. Februar ihre Traktoren starten und die nährstoffhaltige Flüssigkeit auf die Felder ausbringen dürfen. "Für den Landkreis Coburg endete die Sperrfrist auf Grünland sogar erst am 15. Februar", sagt Hans-Jürgen Rebelein, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Coburg/Lichtenfels des Bayerischen Bauernverbands. Darüber hinaus gibt sie den Bauern vor, eine exakte Nährstoffbilanz zu führen. Es wird erwartet, dass sie den Düngerbedarf ihrer Feldkulturen genau errechnen und nicht überdüngen, wodurch das Grundwasser mit Nitraten belastet werden würde.
Nach der Sperrfrist erschwerte jedoch der nasse Winter den Landwirten die Arbeit: Die Äcker waren matschig und die Böden mit den großen Maschinen schwer befahrbar. Doch bei der diesjährigen Düngung gab es noch weitere Probleme. Denn nach dem Regen kam der späte, aber dafür gewaltige Winter mit rekordverdächtigen Tiefsttemperaturen. Liegt Schnee oder ist der Boden gefroren, darf nach den Vorschriften der Düngeverordnung keine Gülle ausgebracht werden. "Allerdings gibt es eine Ausnahme", sagt Rebelein. "Die Düngung auf gefrorenen Boden ist möglich, wenn der Boden durch das Auftauen am Tag der Aufbringung aufnahmefähig wird." Zusätzlich gilt in vielen Landkreisen für Grünland eine Sperrfrist bis Ende Februar. Das heißt: Auch auf schnee- oder frostfreien Wiesen darf erst ab März Gülle ausgebracht werden, die sonst durch das Schmelzwasser weggespült würde. Erst, wenn der Boden an der Oberfläche auftaut, dürfen Dünger wieder aufgebracht werden.
Felder vorbereiten In den vergangenen Wochen verabschiedete sich nun der Dauerfrost und Oberfranken taut langsam auf. Das warme und trockene Wetter um Ostern haben die Landwirte genutzt, um nun endlich die nährstoffreiche Flüssigkeit auf die Felder zu bringen. "Das Düngen steht nun an erster Stelle. Sobald die Böden vom Winterwetter abtrocknen, werden die Felder auch eingesät", sagt Rebelein. Hoffentlich halten die ersten Sonnenstrahlen auch was sie versprechen. Durch extreme Wetterereignisse steigen auch die Risiken in der Landwirtschaft. Mit dem Beginn der Baumblüte jedoch hoffen die Landwirte, dass es nicht mehr zu Spätfrösten kommen wird. Welche Ernteschäden die Bauern eventuell hinnehmen müssen und wie gut die Ernte nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten ausfällt, wird sich zeigen. Die Landwirte erhoffen sich jedoch keine allzu großen Temperaturschwankungen. psn


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