Coburg
Politik

Rätselraten in Coburg: Wer wird neuer OB?

Mindestens zehn Parteien und Gruppierungen werden wohl einen Kandidaten oder eine Kandidatin ins Rennen um die Nachfolge von Oberbürgermeister Norbert Tessmer schicken.
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Das Coburger Rathaus als Objekt der Begierde: Wer zieht hier im Mai 2020 als neuer OB ein?Foto: Simone Bastian / CT-Archiv
Das Coburger Rathaus als Objekt der Begierde: Wer zieht hier im Mai 2020 als neuer OB ein?Foto: Simone Bastian / CT-Archiv

Und jetzt? Seit Norbert Tessmer (SPD) am Donnerstag angekündigt hat, bei der OB-Wahl im März 2020 nicht mehr anzutreten, steht definitiv fest: Coburg bekommt bald ein neues Stadtoberhaupt! Aber wer könnte das sein? Die Auswahl wird aller Voraussicht nach so groß sein wie noch nie - doch zumindest auf den ersten Blick scheint es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen ausgemachten Favoriten zu geben. Hier ein Überblick: 1. SPD: Der Rückzug von Norbert Tessmer ist für die Sozialdemokraten, die seit 1990 ununterbrochen den Chef im Coburger Rathaus stellen, ein schwerer Schlag. Denn es drängt sich zunächst einmal niemand als Nachfolger auf. Dem Dritten Bürgermeister Thomas Nowak würden es zwar viele zutrauen - aber ob er selbst das überhaupt will, ist noch nicht bekannt. Der Parteivorsitzende Stefan Sauerteig gilt als talentiert, jung und dynamisch, ist in der breiten Öffentlichkeit aber noch nicht sehr bekannt. Gerüchte, dass der Neustadter OB Frank Rebhan mit einer Kandidatur in Coburg liebäugeln könnte, bezeichnete dieser am Freitag als "Quatsch". Ob sich von irgendwoher vielleicht ein Quereinsteiger auftut? 2. CSU: Die CSU will Ende Oktober verraten, wen sie ins Rennen schickt. Gehandelt wird vor allem der Parteivorsitzende René Boldt. Der ambitionierte Michael Schulz, der sich ehrenamtlich als Vorsitzender des SV Ketschendorf engagiert, ist nach nach internen Meinungsverschiedenheiten aus dem Rennen. 3. CSB: Die Christlich-Sozialen Bürger, die sich einst von der CSU abgespalten haben, wollen im Oktober ihren Kandidaten nominieren. Alles deutet darauf hin, dass es (wie schon 2014) der CSB-Fraktionsvorsitzende und ehemalige CSU-Kreisvorsitzende Christian Müller macht. Spekulationen, Müller könnte zu einem Comeback überredet werden und für die CSU antreten, entbehren offenbar jeder Grundlage. 4. WPC: Die Wählergemeinschaft "Pro Coburg", die einst aus den Freien Wählern hervorgegangen ist, will auf jeden Fall mit einem eigenen OB-Kandidaten Flagge zeigen. Die Spatzen pfeifen es seit Wochen von den Dächern Coburgs, dass es auf Thomas Apfel (Radio Eins) hinausläuft. Doch die Katze (beziehungsweise der Apfel) soll offiziell erst Mitte Januar und somit zum spätestmöglichen Nominierungszeitpunkt aus dem Sack gelassen werden. 5. Grüne: Anders als auf Landes- und Bundesebene hatten Coburgs Grüne zuletzt einen Rückschlag zu verdauen: Das Ehepaar Benzel/Benzel-Weyh ist aus der Partei ausgetreten - die Stadtratsfraktion ist dadurch von vier auf zwei Personen geschrumpft. Bei der Kommunalwahl 2020 will man (mindestens) zurück zu alter Stärke - und da wird es als Zugpferd bestimmt auch einen OB-Kandidaten geben. Vielleicht ja Ina Sinterhauf, die zuletzt schon als Landtagskandidatin gute Ergebnisse einfuhr? 6. Liste Benzel: Die Ex-Grünen Wolf-Rüdiger Benzel und Martina Benzel-Weyh wollen mit einer eigenen Liste (und dann auch eigenem OB-Kandidaten) versuchen, weiterhin im Stadtrat vertreten zu sein. 7. Linke: Das Projekt, mit drei Abtrünnigen der SPD die neue Fraktion "Sozial und bürgernah für Coburg" zu bilden, steht vor dem Ende. René Hähnlein wird deshalb wohl wieder auf dem Ticket "seiner" Partei "Die Linke" als Oberbürgermeister kandidieren. 8. FDP: Die Freien Demokraten stellten zuletzt nur noch einen Stadtrat. Ein OB-Kandidat wird 2020 erwartet. 9. ÖDP: Ein eigener OB-Kandidat gilt als Ziel, mögliche Namen dafür sind allerdings noch nicht bekannt. 10. AfD: Auch die "Alternative für Deutschland" wird bei der OB-Wahl wohl Flagge zeigen. 11. Die Partei: Die Satirepartei "Die Partei" wird aller Voraussicht nach den Ex-Stadtrat Norbert Denninger (Ex-Denninger-Liebkopf und Ex-ÖDP und Ex-Piratenpartei) nominieren.

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