Coburg

Prunksitzung in Coburg: Fulminante Show und fast ein Eklat

Im Coburger Kongresshaus wurde gefeiert, geschunkelt und gelacht - aber eine Künstlerin fand es dann gar nicht mehr lustig.
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Coburgs neues Prinzenpaar zieht ein: Oli I. und Antje I.Foto: Ronald Rinklef
Coburgs neues Prinzenpaar zieht ein: Oli I. und Antje I.Foto: Ronald Rinklef
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Zwei Dinge zogen sich am Samstagabend wie ein roter Faden durch die Prunksitzung der Coburger Narrhalla: die royale Vergangenheit der Vestestadt und die bevorstehenden Kommunalwahlen.

Wunderbar verknüpft wurde beides vom Damenballett der Narrhalla. In der Show "Helden gesucht", bei der nicht weniger als 31 Frauen mitwirkten (darunter acht ehemalige Prinzessinnen), rief Queen Victoria - OB-Wahl hin, OB-Wahl her - kurzerhand wieder die Monarchie aus. Und natürlich kann nur "ihr" Prinz Albert die Vestestadt regieren - als König, versteht sich.

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Apropos: Selbst wenn jetzt erst einmal die Narren in Coburg regieren, ist da ebenfalls ein(e) König dabei. So ging ein Raunen durch den voll besetzten Saal, als das Geheimnis um das neue Prinzenpaar gelüftet wurde. Bei Oli I. und Antje I. handelt es sich nämlich um Oli Schneider und Antje König. Kuriosität am Rande, die gut zum Wahljahr passt: Oli Schneider kandidiert bei "Pro Coburg" für den Stadtrat, Antje König steht auf der Stadtratsliste der Christlich-Sozialen Bürger (CSB). Aber Antje brachte es auf den Punkt: "Egal, welche Partei: Hauptsache, ihr seid beim Feiern dabei!"

Nachdem es auch für das neue und sehr kecke Kinderprinzenpaar Elise I. (Elise Bauer) und Paul I. (Paul Migge) viel Applaus gegeben hatte, wurde in der Tat sehr ausgelassen gefeiert, geschunkelt und gelacht. Ausgerechnet der so unverwüstlich wirkenden Daphne de Luxe verging an einer Stelle jedoch das Lachen: Sie ärgerte sich ganz gewaltig, dass an einem der vorderen Tische ein Besucher ständig mit seinen Nachbarn redete statt ihr zuzuhören. Daran änderten auch Ermahnungen nichts, die schließlich in wüste Beschimpfungen übergingen - und es brachte auch nichts, dass Daphne de Luxe kurz von der Bühne ging und am Tisch des störenden Besuchers persönlich vorstellig wurde. "So einen ungewöhnlichen Auftritt hatte ich noch nie", sagte sie. Sie dankte dem übrigen Publikum, das "gnadenlos geil" gewesen sei, doch dieser eine Besucher sei leider ein "A..." und "sch... drauf". Den Verantwortlichen der Narrhalla gab sie den Rat: "Merkt euch diese Visage, damit der nie wieder so weit vorne sitzt."

Aus dem Programm Coburg hat viele tolle Tanzformationen! Das wurde bei der Prunksitzung wieder mehr als deutlich. Egal, ob Lateinformation des TV Ketschendorf (Abschiedstanz des scheidenden Prinzenpaares), das "Move and Dance Center" oder die auf karnevalistischen Tanzsport spezialisierten "Effect's" und der "Coburger Mohr": Sie alle zeigten prächtige Choreografien. Bewundernswert aber auch dies: Die Königsgarde vom Coburger Mohr marschierte zum Auftakt der Sitzung kurz nach 19.30 Uhr zunächst mit ins Kongresshaus ein - dann ging es schnell nach Suhl zu einem Auftritt, ehe kurz nach 23 Uhr der Auftritt bei der Narrhalla folgte. Im Programm gab es - neben Daphne de Luxe - noch vier weitere "auswärtige Künstler": Comedian Christoph Maul gab den "Wald-Bademeister"; "Das Eich" begeisterte mit frechen Liedern und Anekdoten. Mäc Härder erinnerte an alte Zeiten ("Samsung 8 oder iPhone 7? Früher verlief die Trennlinie zwischen Geha und Pelikan."). Matthias Walz machte mit seinem Auftritt am Klavier Lust auf "Fastnacht in Franken", wo er mitwirken wird.

DIE BESTEN SPRÜCHE

"Fasching ist dann, wenn die Band so aufbaut wie AC/DC, aber spielt wie die Amigos." Comedian Christoph Maul "Wenn ich den Oberbürgermeister von Bamberg treffe, sagt der immer: Mäc Härder, jetzt sind die beiden größten Komiker der Stadt zusammen. Herr Tessmer, wann geht es Ihnen so? Wenn Sie den Thomas Eck von der Narrhalla treffen oder den Herrn Stoschek?" Comedian Mäc Härder "Der Silbereisen muss jetzt das Traumschiff fahren. Der ist doch zuletzt nicht mal mit dem Fischerboot zurecht gekommen." Christoph Maul "Früher waren Kommunalwahlen in Coburg noch ein echtes Spektakel: Da wurde spekuliert, paktiert, intrigiert - und am Ende hieß der Oberbürgermeister doch wieder Norbert Kastner." Thomas Eck im "Taxi" "Nach 15 Jahren Planungsphase für einen neuen Flugplatz, unendlichen Streitereien und Millionen Kosten stellt die hohe Politik plötzlich fest: Acht rote Lämpchen hätten auch gereicht!" Thomas Eck zur Anflugbefeuerung, durch die der Verkehrslandeplatz Brandensteinsebene nun doch zukunftstauglich ist "Frau Escher kann jetzt wieder ungestört ihre Runden drehen, ohne Gefahr zu laufen, dass ihr Besen mit einem Brose-Jet kollidiert." Pit Kammerscheid über die "Chefin der Flugplatzgegner" "Wenn man als Stadtrat ab und zu sein Hirn vorher einschalten würde, müsste man hinterher die Rücknahme eines unsäglichen Stadtratsbeschlusses nicht als Erfolg verkaufen." Thomas Eck zum Bau eines siebenstöckigen Hotels am Anger, der vom Stadtrat zunächst mit 39:1 Stimmen für gut befunden und eine Sitzung später wieder gestoppt wurde "Christian Meyer hat sogar eine politische Vision: ,Coburg wird Schwarmstadt!‘ Hoffentlich werden auch die richtigen Weichen gestellt, sonst wird so ein Schwarm schnell zur Heuschreckenplage." Thomas Eck "Ausgerechnet die Erfinder der ,Rente mit 63‘ fallen aus allen Wolken, weil Tessmer keine Lust mehr hat, mit 72 noch die Knochen für die SPD hinzuhalten." Pitt Kammerscheid "Vielleicht hätte es Dominik Sauerteig erstmal als Hallensprecher beim HSC versuchen sollen. Aus dem Straubel ist schließlich auch was geworden." Pitt Kammerscheid "Thomas Apfel kann vorlesen - vor allem das, was andere geschrieben haben." Thomas Eck

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