Coburg
Veto

Protest am Hofbrauhaus

Studierende der Fakultät Design an der Hochschule Coburg wenden sich vehement dagegen, dass in der Modellbauwerkstatt eine Stelle eingespart werden soll. Das stellten sie gestern auch öffentlich klar. Sie setzen sich speziell für einen Mitarbeiter ein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Banner auf Hofbrauhaus war gestern weithin zu sehen. Es sagt deutlich, was die Design-Studenten denken. Foto: privat
Das Banner auf Hofbrauhaus war gestern weithin zu sehen. Es sagt deutlich, was die Design-Studenten denken. Foto: privat
Das Banner am Hofbrauhaus war gestern nicht zu übersehen. "Alle müssen bleiben! Keine Werkstatt, keine Modelle, kein Studium" stand weithin sichtbar darauf. Am Montag habe es auch schon eine Demo gegeben, erzählt Tamara Popp von der Studierendenvertretung. Es gehe um die Werkstatt der Fakultät Design, wo einem Mitarbeiter gekündigt werden soll, der für die Studierenden aber sehr wichtig ist.
Sie vermute, sagt Tamara Popp, dass die Stelle gestrichen wird, weil ab dem Wintersemester 2013/14 in Bayern die Studiengebühren wegfallen. Sie selbst habe aber weder an der Demo teilgenommen noch sei sie dabei gewesen, als das Banner aufgehängt wurde, sagt sie und verweist auf Eric Heimann, stellvertretender Sprecher der Studierenden in der Fachschaft Design.

Es geht um die Schreinerei

Der erläutert, was es mit dem öffentlichen Protest auf sich hat. "Für uns ist es extrem wichtig, dass alle Stellen in der Werkstatt erhalten bleiben." Es werde in den Design-Studiengängen sehr praxisbezogen gearbeitet. Derzeit drehe sich die Diskussion um eine Stelle in der Schreinerei. Das ist auf den ersten Blick nicht viel, aber: "Wir sind auf die Betreuung dringend angewiesen. Zwar bauen wir unsere Modelle selbst, brauchen aber eine Einführung an den Maschinen, den einen oder anderen Tipp." Wenn aber der eine Mitarbeiter, auf dessen Kompetenz die Studierenden besonders bauen, nicht mehr da ist - wer werde dann die Schreinerei betreuen?
Dass die Werkstätten auf dem Campus beim Hofbrauhaus gut zu tun haben, bestätigt auch Michael Renner, der im Modellbau für die Architekten und Bauingenieure arbeitet. "Wir haben zurzeit Präsentationswochen. Da kommen alle auf einmal." 12 bis 13 Arbeitsstunden seien keine Seltenheit. "Unsere Kapazität ist ausgelastet."

Keine Werkstatt-Schließung

Auf die Befürchtungen der Studierenden angesprochen, äußert sich Margareta Bögelein, Leiterin der Pressestelle. Sie stellt klar: "Der betreffende Mitarbeiter wird nicht aus Studienbeiträgen finanziert und es handelt sich um einen sowohl von den Studierenden als auch von den Professoren geschätzten Mitarbeiter." Hintergrund des Banners am Hofbrauhaus sei die Diskussion über ein internes Personalkonzept der Fakultät Design. Dazu werde es am Donnerstag ein geplantes Gespräch zwischen dem Dekan der Fakultät Design und der Hochschulleitung geben.
"Mit ihrem Plakat wollten die Studierenden darauf aufmerksam machen, wie wichtig und wertvoll für sie die Ausbildung in den Werkstätten ist", erläutert Margareta Bögelein. Sie versichert aber: "Es wird keine Schließung von Werkstätten geben, sondern allenfalls eventuell längerfristig eine Umschichtung von Personal." Auch Eric Heimann weiß von einem Gesprächstermin - und ist davon überzeugt, dass die Studierendenvertretung auch gehört wird.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren