LKR Coburg
Müllentsorgung

Profitieren von der Rücklage

Dass die Umlagen fürs Coburger Müllheizkraftwerk sinken, liegt auch daran, dass in den vergangenen Jahren Überschüsse aufliefen.
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Das Müllheizkraftwerk in Coburg-Neuses. Foto: Ulrike Nauer
Das Müllheizkraftwerk in Coburg-Neuses. Foto: Ulrike Nauer

Die Umlagen und Gebühren werden immer für vier Jahre festgelegt. Vor vier Jahren hatte der Zweckverband für Abfallwirtschaft Nordwest-Oberfranken (ZAW) die Umlage kräftig erhöht, nun konnte er sie wieder senken. In der Zwischenzeit sind Überschüsse von rund 7,7 Millionen Euro aufgelaufen; die werden im Zuge der Umlagensenkung nun abgeschmolzen. So werden die drei Landkreise Coburg, Kronach und Lichtenfels sowie die Stadt Coburg im nächsten Jahr rund 7,1 Millionen Euro an Umlage zahlen. Weitere knapp 3,8 Millionen Euro werden aus der Rückstellung der Gebührenüberschüsse genommen. Insgesamt sind die Einnahmen aus der Müllverbrennung auf rund 11,9 Millionen Euro kalkuliert.

Erwartet werden nächstes Jahr 131500 Tonnen Müll. Im Jahr 2020 werde die Menge einmalig steigen, kündigte ZAW-Finanzchefin Katrin Tröger an: In Würzburg wird die Müllverbrennung erneuert; in dieser Zeit helfen die benachbarten Verbrennungsanlagen aus. Auch Coburg wird deshalb mehr rund 11000 Tonnen Fremdmüll annehmen als sonst (38500 statt 27500 Tonnen).

Daneben hat der ZAW noch Erlöse aus dem Verkauf von Altpapier. Die knapp 1,3 Millionen Euro werden direkt an die Verbandsmitglieder ausgeschüttet. Das Müllheizkraftwerk in Neuses produziert Wärme und Strom. Beides wird verkauft. Beim Strom sollen nächstes Jahr zwei Millionen Euro eingenommen werden, bei der Fernwärme 1,55 Millionen Euro.

Größter Posten bei den Ausgaben ist die Instandhaltung im Müllheizkraftwerk, die 2018 mit insgesamt 7,2 Millionen Euro zu Buche schlägt. Unter anderem stehen die Revision der Hauptturbine und der Umbau des Containerkrans an. Höhere Kosten wegen der Entsorgung der Schlacke und Filterstäube erwartet Katrin Tröger vorläufig nicht. Es stand im Raum, dass die Rohschlacke als "gefährlicher Abfall" eingestuft werden könnte. Dann wäre die endgültige Deponierung um rund 1,5 Millionen Euro teurer geworden. Doch ein vom ZAW in Auftrag gegebenes Gutachten besagt, dass die Rohschlacke keine gefährlichen Stoffe enthält. Die Schlacken und Filterstäube zu entsorgen kostet allein 1,6 Millionen Euro im Jahr. sb



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