Michael Böhm hat viel zu berichten. Im Stadtmarketing tut sich einiges. Deshalb spricht der Koordinator schnell und pointiert. So schnell, dass Angela Platsch (Die Grünen) kaum mitkommt. Gut, dass sie sich in die Projektskizze zum Jubiläumsjahr Albert und Victoria 2019 vorab einlesen konnte.
Mit stolzgeschwellter Brust und Krawatte präsentiert Böhm den Mitgliedern des Betriebssenats "Tourismus und Stadtmarketing/Citymanagement Coburg" die bisherigen Bemühungen, aus dem 200. Geburtstag der gekrönten Häupter ein deutsch-britisches Festival zu machen. Oder sollte man besser von einem royalen Event schreiben?


Kensington-Palace eingebunden

Die Liste der Projektpartner in Großbritannien klingt beeindruckend. Darunter ist nicht nur die deutsche Botschaft in London, das Goethe-Institut und das Victoria & Albert-Museum, auch der Kensington Palace und die Queen Mary University London gehören dazu.
Ob denn auch Kontakte zur Königsfamilie bestehen und ein Zusammentreffen geplant ist, möchte Max Beyersdorf (CSU) wissen. Michael Böhm grinst - und schweigt. Er könnte ja schon aus dem Nähkästchen plaudern, aber bitte nicht öffentlich.
Was die Bürger jetzt schon wissen dürfen, führt er dagegen in den blumigsten Worten aus: So soll es im nächsten Jahr bei Führungen durch die Schlösser Ehrenburg, Callenberg und Rosenau einen virtuellen Museumsrundgang geben. Die Besucher können sich per Computeranimation in die Wohn- und Schlafräume von Albert und Victoria im Osborne House klicken. Außerdem sollen Links zum Victoria & Albert-Museum und in den Kensington Palace geschaffen werden.
Verhandelt wird derzeit auch über ein klassisches Konzert des Landestheaters, das entweder in der Royal Albert Hall in London (4500 Plätze) oder in Westminster Abbey (1000 Plätze) stattfinden soll. Eventuell soll es auch schon in diesem Jahr einen Coburger Weihnachtsmarkt im Hyde-Park vor dem Kensington Palace geben.
In Coburg sind mehrere Ausstellungen geplant: "Alle Neune" und "Viktorianisches Wohnen" aus dem Bestand der Familie von Sachsen-Coburg und Gotha, "KulturTransfer" im Puppenmuseum sowie zwei Sonderausstellungen im Naturkundemuseum. Eingebunden sind die Coburger Schulen und das Coburger Design Forum Oberfranken, der Verein Klanggrenzen und - natürlich - die Prinz-Albert-Gesellschaft.
Einen Etat für all die geplanten Projekte gibt es noch nicht. Der muss von den Gremien erst abgesegnet werden. Ideen haben die Macher vom Stadtmarketing jedoch noch viele mehr. So soll es einen Schreibwettbewerb "Liebesbriefe" in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst London geben. Vielleicht wird auch das Musical "Albert und Victoria" nicht nur in Coburg, sondern auch in London aufgeführt.
Das Stadtmarketing möchte das London Philharmonic Orchestra für ein Konzert nach Coburg einladen und ein "Royal Shopping" im September 2019 anbieten. Dem folgt dann als krönender Abschluss die "Royal Christmas" anlässlich des Weihnachtsmarktes.