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Coburg
Jubiläumsjahr

Prinz Albert hat eine enorme Bedeutung für Coburg

Zum Auftakt der Prinz-Albert-Festwoche in Coburg gab es einen Empfang im Saal des Rathauses.
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Jerry Paramo stilecht gekleidet als Prinz Albert neben dem Bildnis des Coburger Prinzen. Foto: Christoph Winter
Jerry Paramo stilecht gekleidet als Prinz Albert neben dem Bildnis des Coburger Prinzen. Foto: Christoph Winter

Das Geburtstagsjubiläum von Prinz Albert und seiner Ehefrau, Queen Victoria, wird in Coburg schon fast das gesamte Jahr gewürdigt. Dass die Festwoche des 200. Geburtstages des Coburger Prinzen am Montag, 26. August, mit einer Feierstunde im Rathaus ihren Anfang nahm, war natürlich kein Zufall, schließlich kam Albert Franz Albrecht August Karl Emanuel von Sachsen-Coburg und Gotha genau an diesem Datum des Jahres 1819 in Schloss Rosenau zur Welt. In der Sprache der aktuellen Zeit würde Prinz Albert ohne weiteres als "Superstar" und "Mega-Influencer", als Trendsetter und als "voll cooler Typ" durchgehen. So locker waren die Ausführungen im Saal des Rathauses selbstverständlich nicht. Hatte doch die ehrwürdige Prinz-Albert-Gesellschaft zum Auftakt des Jubiläumsprogramms geladen. Dr. Frank-Lothar Kroll, Vorsitzender der Gesellschaft, konnte mit Kathleen und Klaus Beyersdorf noch zwei Gründungsmitglieder der 1981 ins Leben gerufenen Gesellschaft begrüßen. Bilder von Prinz Albert aus der privaten Sammlung hatten die Eheleute für eine kleine Ausstellung im Rathaussaal zur Verfügung gestellt.

Der Professor für europäische Gesichte des 19. und 20. Jahrhunderts würdigte die Unterstützung durch die Stadt Coburg, sowohl in ideeller wie in finanzieller Hinsicht. "Die sympathische kleinstaatliche Residenz mit Charme und Lebensfreude" habe trotz ihres kleines Gebietes eine weltweite Bedeutung durch die verwandtschaftlichen Verflechtungen des Herzogshauses. Landesbibliothek und Staatsarchiv böten noch viel Stoff für historische Forschungen, sagte Kroll.

Des Erbes bewusst

Nach den Worten von Oberbürgermeister Norbert Tessmer "identifizieren sich die Menschen in Coburg mit ihrer Geschichte" und die Stadt sei sich dieses Erbes bewusst. In diesem Jahr stehe Coburg im Zeichen des 200. Geburtstags von Königin Victoria und des Prinzen Albert. Für die britische Königin sei Albert "der wichtigste Mensch" gewesen, als Ehemann und Ratgeber. Coburg habe durch die Verbindung von Albert und Victoria an Internationalität gewonnen. Birgit Weber, Zweite Bürgermeisterin, wies auf die Bedeutung des Jubiläums für den vestestädtischen Tourismus hin.

Prinz Albert und Coburg würden in der königlichen Familie der Windsors geschätzt, sagte Simon Kendall. Der Britische Generalkonsul in München wies auf das enge Verhältnis der englischen und deutschen Gesellschaften hin. Beide Nationen hätten sich seit vielen Jahrhunderten beeinflusst. "Denken Sie an die Weihnachtsbräuche", so der Generalkonsul. Prinz Albert habe den geschmückten Weihnachtsbaum in die britischen Wohnstuben eingeführt. Ebenso vielfältig seien die kulturellen gegenseitigen Einflüsse gewesen. Die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft wurde als erste wissenschaftlich-kulturelle Vereinigung dieser Art 1864 in Weimar gegründet, Händel und Mendelsohn prägten die Musik im Königreich und Beatle John Lennon sah sich von der Zeit in Hamburg geprägt. "Die lange gemeinsame Geschichte wird auch den Brexit überstehen", nahm Kendall Bezug auf die Tagespolitik.

Über das Leben, die Scheidung und den Rosenkrieg von Herzogin Luise, der Mutter von Prinz Albert, informierte Dr. Josef Dreesen aus St. Wendel im Saarland. Dort lebte Herzogin Luise nach ihrer Trennung von Ernst I. und wurde wegen ihrer Güte verehrt. Jutta Stumm (Schloss Rosenau) las aus den Briefen der Herzogin. Als Queen Victoria und Prinz Albert zeitgenössisch gewandet waren Lou Leimeister und Jerry Paramo. Musik aus der Zeit kam von Anja Seitz (Gitarre), Jonas Schindhelm (Geige) und Arno Seifert (Cembalo).

Den wichtigsten Satz des langen Abends sprach schließlich die geschäftsführende Vorsitzende der Prinz-Albert-Gesellschaft, Franziska Bartl: "Happy Birthday, Prinz Albert."