Ebersdorf
Katastrophenhilfe

Prepper stellen sich in Ebersdorf vor

Dem jungen Prepper e.V. geht es darum, sich auf simple Mittel zur Vorsorge zu besinnen, bevor Notsituationen dazu zwingen.
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Christian Jackson-Stegner ist Bereichsleiter Süd im Prepper e.V. und gerne outdoor unterwegs. Rainer Lutz
Christian Jackson-Stegner ist Bereichsleiter Süd im Prepper e.V. und gerne outdoor unterwegs. Rainer Lutz
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"Können Sie sich vorstellen, dass Lebensmittel und Trinkwasser nicht jederzeit verfügbar sein könnten?", fragte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz. Die Behörde riet jedem Haushalt, einen Vorrat für zwei Wochen zu bunkern - und brachte so manchen Bürger zum Nachdenken. Müssen wir Vorsorge treffen? Warum? Warum denn nicht? Das fragen sich einige Leute, die jetzt unter dem Namen Prepper e. V., Verein für Krisenvorsorge und Zivilschutz, zueinander gefunden haben.
Der Name kommt vom englischen "to be prepared", vorbereitet sein, und von einer entsprechenden Bewegung, die vor allem in den USA weit verbreitet ist. "So wie es dort manche verstehen, sehen wir uns nicht", sagt Christian Jackson-Stegner. Der Ebersdorfer ist Bereichsleiter Süd des gerade im gesamten Bundesgebiet wachsenden Prepper e. V.. "Die Leute sollen nicht versuchen, wie MacGyver zu werden", sagt er. Eher sollte man sich auf Dinge besinnen, die früher selbstverständlich waren. Die ältere Generation dürfte sich noch gut daran erinnern, dass immer ein größerer Vorrat von Eingemachtem im Keller lagerte und haltbare Nahrungsmittel in größeren Gebinden aufbewahrt wurden.


Ein paar Kisten Wasser mehr

Im Keller der Familie Jackson-Stegner stehen einfach ein paar Kisten Wasser mehr, als unmittelbar nötig. Die Speisekammer ist gut gefüllt - vor allem mit Sachen, die auch ungekühlt länger haltbar sind. Das entspricht den Ratschlägen des Bundesamtes. Schließlich kann ein Stromausfall schnell das "Aus" für Kühl- und Gefrierschrank bedeuten. Prepper wollen sich aber gründlicher mit der Materie beschäftigen.
Mit wachsender Zahl an Mitgliedern, so die Hoffnung des noch jungen Vereins, finden immer mehr Leute zueinander, die, jeder auf seinem Gebiet, Wissen und Kenntnisse einbringen und weitergeben können. Christian Jackson-Stegner erzählt von Stefan, dem Bereichsleiter West, der als ehemaliger Pionier der Bundeswehr gern mit Holz baut oder Gabriel dem Schweizer Bereichsleiter, der sich als Forstwart berufsbedingt mit der Natur auskennt und natürlich Christian selbst, der sich Waldläufer nennt und Survival-Abenteuer zu seinem Hobby gemacht hat. Der Verein plant außerdem Veranstaltungen mit Referenten zu interessanten Themen rund um Vorsorge und Outdoor.


Vorteil des ländlichen Raums

Wer etwas mehr Vorsorge treffen möchte als das Bundesamt empfiehlt, könnte sich zum Beispiel Gedanken machen, was er in seinem Garten anbauen kann. "Gerade in einer dörflichen Struktur wie bei uns ist da doch einiges möglich", sagt Christian Jackson-Stegner. Eben die ländlichen Verhältnisse sind es, die eine andere Art von Vorsorge erfordern als etwa in einer amerikanischen Großstadt. "Wir müssen ja nicht gleich damit rechnen, dass im Katastrophenfall Anarchie ausbricht", sagt er.
Doch auch bei uns rät das Bundesamt zu einem Notkoffer oder -rucksack. Dabei geht es nicht wie in den USA um alles, was die Familie dabei haben sollte, wenn sie flüchten muss. Es geht um Dinge, die wichtig sind, wenn etwa ein Brand ausbricht und alle blitzschnell das Haus verlassen müssen.


Einfache Vorsorge

Als Outdoor-Fan hat Christian Jackson-Stegner auch einen Rucksack, mit dem er eine Weile im Wald unterwegs sein kann. Das dient aber mehr seinem Hobby als einer Vorsorge für Notfälle nationalen Ausmaßes. "Flüchten? Wohin, mit einer Familie mit kleinen Kindern?", sagt er. Vorsorge bei uns heißt dann doch mehr, gewappnet sein, wenn es mal Probleme mit der gewohnten Versorgung geben sollte. Das kann der Holzofen sein, der im Notfall zumindest einen Raum im Haus heizt und auf dem Essen zubereitet werden kann. Das kann aber auch schon die einfache Campingausrüstung im Keller sein, wie sie das Bundesamt empfiehlt. Jeder muss für sich entscheiden, was er tun möchte.
Vorsorge betrifft für die Mitglieder des Prepper e.V. aber noch einen anderen wichtigen Bereich. Bei größeren Katastrophen stößt auch die medizinische Versorgung schnell an ihre Grenzen. Jeder - ob Prepper oder nicht - sollte regelmäßig einen Kurs in Erster Hilfe besuchen, schon deshalb, weil jeder zur Hilfe verpflichtet ist.
Auch hier möchte der Prepper e.V. seinen Mitgliedern zu mehr verhelfen als dem einmaligen Kurs, der für den Führerschein gebraucht wird. Sven, der Bereichsleiter Nord-Ost ist Rettungssanitäter und hat auch schon an Einsätzen in Katastrophengebieten in Südostasien teilgenommen. Er bringt sein Wissen über entsprechende Kurse in den Verein ein. Dazu gehört auch, eine Grundausstattung im Haus zu haben, die über den Verbandskasten im Auto hinaus geht, denn gerade Medikamente und Verbandsmaterial sind im Katstrophenfall oft schwer zu bekommen.


Kontakt zu Gleichgesinnten

Wie in jedem anderen Verein spielt für Christian Jackson-Stegner auch im Prepper e.V. der Kontakt zu Gleichgesinnten eine Rolle. "Egal wo wir bisher zusammengekommen sind, es war immer gleich als wäre man unter guten alten Freunden", beschreibt er das Gemeinschaftsgefühl. Mit einer Infoveranstaltung in Ebersdorf will der Verein Denkanstöße geben und auf sich aufmerksam machen. Denn je mehr sich anschließen, desto besser können sich die Mitglieder untereinander vernetzen.
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