Coburg
Begegnung

Polnischer Pianist beeindruckt mit beseeltem Soloabend in Coburg

Wie der polnische Pianist Piotr Salajczyk bei seinem zweiten Gastspiel bei der der Gesellschaft der Musikfreunde Coburg begeisterte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Beeindruckend: Der Pianist Piotr Salajczyk gestaltete eine außergewöhnlichen Klavierabend in Coburg.Foto: Jochen Berger
Beeindruckend: Der Pianist Piotr Salajczyk gestaltete eine außergewöhnlichen Klavierabend in Coburg.Foto: Jochen Berger
+9 Bilder

Im Oktober 2016 hinterließ Piotr Salajczyk als Pianist des Plawner Trios einen derart nachhaltigen Eindruck, dass er spontan für ein Solo-Recital eingeladen wurde.

Beim Wiederhören im HUK-Foyer bestätigte der Pianist die in ihn gesetzten Erwartungen in vollem Umfang, als er auch ein anspruchsvolles Solo-Programm glänzend bewältigte. Zu Beginn wurde der laufende Beethoven-Zyklus aller Klaviersonaten des Meisters mit der Sonate E-Dur op. 14 Nr. 1 fortgesetzt. Das Werk gehört zu den weniger häufig im Konzertsaal zu hörenden Stücken, hat aber durchaus seine besonderen Reize mit einem frischen Allegro, expressiven Allegretto und virtuosen Rondo-Finale. Piotr Salajczyk spielte das hübsche Opus mit lockerer Fingerfertigkeit und stilistischem Einfühlungsvermögen bei recht zügiger Temponahme.

Von Debussy beeinflusst

Ein Lieblingskomponist des Pianisten ist sein Landsmann Karol Szymanowski, dessen impressionistische Tonsprache deutlich von Debussy beeinflusst ist. Seine Wiederentdeckung nimmt immer greifbarere Formen an. Man hörte seine drei virtuosen Klavierstücke "Masques" op. 34 aus dem Jahr 1916, interessante Klangbilder von eigenem Reiz, die an die Prèludes von Debussy erinnern, aber noch komplexer und pianistisch anspruchsvoller gestaltet sind.

Es handelt sich hier um drei musikalische Portraits von Scheherazade, Tristan und Don Juan, denen zwar keine programmatische Erläuterung beigegeben ist, man sich aber in bestimmte Situationen der Personen einfühlen kann. Piotr Salajczyk zeigte sich hier sowohl als technisch überlegener kraftvoller, virtuoser Tastenmeister wie auch als sensibler Anschlagskünstler mit nuancierter Dynamik und Agogik.

Gewaltige Herausforderung

Ein einziges Werk stand nach der Pause auf dem Programm - aber ein gewaltiges! Die Variationen und Fuge über ein Thema von Händel von Johannes Brahms, ein halbstündiges Riesenwerk von höchstem pianistischem und interpretatorischem Anspruch, das seit 30 Jahren nicht mehr in einem Konzert der Musikfreunde erklungen ist. In einem gigantischen Kosmos an Variationsmöglichkeiten zeigt Brahms hier seine unerschöpfliche Fantasie, ähnlich wie Beethoven in seinen Diabelli - Variationen.

Meisterhaft gestaltet

Es war bewundernswert, mit welcher pianistischer Bravour, Konzentration und innerer Gestaltungskraft Piotr Salajczyk das anspruchsvolle Opus aus 25 Variationen und einer krönenden Fuge wie aus einem Guss gestaltete. Es gab anhaltenden Beifall für diese Meisterleistung, für den sich der Pianist mit zwei folkloristischen Stücken seiner Heimat und einem traulichen Schubert-Ländler bedankte.

Die nächsten Konzerte der Musikfreunde

Gelbe Reihe

Sonntag, 16. Dezember 66. Weihnachtskonzert mit dem Collegium musicum Coburg, Leitung: Thomas Ehrle, 17 Uhr, St. Moriz (Eintritt frei) Montag, 28. Januar Mayumi Kanagawa (Violine), Ido Ramot (Klavier), 28. Januar, 19.30 Uhr, Kongresshaus

Green Line

Freitag, 9. November Jazztime: Trio Dupree, Schulz, Jenne - HUK-Foyer, 19.30 Uhr Donnerstag, Freitag, 22., 23. November Wein und Musik, Ensemble Spirata, 19 Uhr, Weinhandlung Oertel; Tickets im Vorverkauf: Buchhandlung Riemannct



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren