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Neustadt bei Coburg
Skurrile Sportplatz-Storys

Plötzlich standen fünf Pferde im TBV-Strafraum

"Fluchtversuch von Ost nach West": Wo fünf Gäule ihre Spuren hinterließen.
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Die Pferde, die 1991 in Hönbach aus einem Gatter ausbüxten, rannten querfeldein nach Wildenheid und hinterließen auf dem Sportplatz des TBV Wildenheid eindrucksvoll bis heute ihre Spuren ...  Foto: Archiv
Die Pferde, die 1991 in Hönbach aus einem Gatter ausbüxten, rannten querfeldein nach Wildenheid und hinterließen auf dem Sportplatz des TBV Wildenheid eindrucksvoll bis heute ihre Spuren ... Foto: Archiv
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"Das hätte auch ganz anders ausgehen können", sagt Eberhardt Wicklein. Gut, dass damals nichts Schlimmeres passiert sei. Fünf Pferde waren im Sommer 1991 aus einem Gatter am Hönbacher Friedhof ausgebüxt und querfeldein in den Westen "geflüchtet". Endstation war kurze Zeit später der Wildenheider Sportplatz - genauer gesagt der frisch sanierte TBV-Strafraum. Eine "spektakuläre Flucht" von fünf Gäulen vom Osten in den Westen - "und das, obwohl zum damaligen Zeitpunkt die Grenzen schon wieder offen waren und längst wieder Reisefreiheit herrschte", erinnert sich Wicklein und lacht dabei. Allerdings war es ein Ausflug mit Folgen, denn der erst einen Tag vorher neu fertiggestellte Rasen des TBV-Platzes war arg in Mitleidenschaft gezogen. Als die Vierbeiner nämlich in der Armin-Naß-Straße in eine Sackgasse liefen, kehrten sie im Galopp um und bogen durch das offen stehende Sportplatz-Tor auf das Areal des TBV ein. "Die Pferde rannten dann in vollem Karacho quer über den Platz in den gegenüberliegenden Strafraum Richtung Kirche", weiß Wicklein noch ganz genau. Dort ist allerdings ein Zaun. Im Bogen trabten sie zurück am Tor vorbei auf den Platz.

4600 Mark investiert

Erst einen Tag vorher schloss die Firma Bieber ihre umfangreichen Sanierungs- und Regenerationsmaßnahmen am Gelände des TBV Wildenheid ab. "Für 4600 Mark hatten wir den Platz gerade erst wieder in Schuss gebracht. Einen Tag später stehen dann plötzlich fünf Pferde auf dem Rasen - das war unglaublich." Noch heute könne man Huf-Abdrücke auf Höhe des verlängerten Sechzehnmeterraumes erkennen.

Löcher gestopft - Ärger verflog

"Die haben wir nie herausgebracht. Die kann man sogar noch deutlich erkennen", erklärt der Wildenheider "Dauerbrenner", der beim Sportverein lange Jahre als "Mädchen für alles" galt und die Rolle eines Multi-Funktionärs inne hat(te).

Die Hönbacher Pferde, die also eindrucksvoll ihre Spuren im Westen hinterließen, wurden relativ schnell wieder eingefangen. Die Besitzer tauchten nämlich nur 20 Minuten nach der Flucht in Wildenheid auf und sammelten ihre Tiere ein. Sie versprachen mit einem größeren Arbeitseinsatz die entstandenen Schäden schnell ausbessern zu wollen. Doch dazu kam es nicht, denn der TBV Wildenheid machte diese skurrile Sportplatz-Story zu einem Versicherungsfall und wurde entsprechend entschädigt. Die Löcher wurden gestopft, der Ärger verflog und Erleichterung machte sich breit: "Schließlich sind doch alle mit einem blauen Auge davon gekommen", sagt Wicklein und lacht.