Coburg
Gastspiel

Phantom der Oper trifft in Coburg Falcos Amadeus

So wird "Die Nacht der Musicals" beim Gastspiel im Kongresshaus zur freundlich beklatschten Hit-Parade.
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Brita A. Halder und Otto Magocs in einer Szene aus dem "Phantom der Oper". Fotos: Jochen Berger
Brita A. Halder und Otto Magocs in einer Szene aus dem "Phantom der Oper". Fotos: Jochen Berger
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Dieser Abend ist der reinste Wettlauf der Hits. Von "Rock Me Amadeus" bis "Mamma Mia", von "Cabaret" bis "Don't cry for me Argentina" erlebt das Publikum im fast ausverkauften Coburger Kongresshaus zwei atemlose Stunden. "Die Nacht der Musicals" - unter diesem Motto lockt ein flott verrührter Melodien-Cocktail bei stolzen Eintrittspreisen von 45 bis 65 Euro an der Abendkasse.

Bunte und lautstarke Shoow

Dafür bekommt das Publikum durchaus Qualität geboten - eine ebenso bunte wie lautstarke Show, bei der die Instrumentalbegleitung zwar vom Band kommt, bei der jedoch an Kostümen nicht gespart wird. Immer wieder wabert Bühnennebel durch das Kongresshaus, fast pausenlos zucken die Scheinwerfer, während ein gnadenloser elektronischer Beat zusammen zwingt, was gar nicht unbedingt immer zusammen gehört.

Kaum einmal bleibt etwas Zeit für ruhigere Momente - schon wartet nach einem
ruhigen Titel wie "Memories" aus "Cats" der nächste Hit mit hämmernden Rhythmen. Und was im Original rhythmisch und harmonisch nicht ganz so einfach daher kommt, wird - wie im Fall einiger Abba-Hits - einfach ein wenig glatt gebügelt.
Bunt ist der Melodien-Mix, bunt ist das Spektrum der Rollen von Falco bis zum "Phantom der Oper", von "Jekyll & Hyde" bis "Tarzan". Tempo, Tempo, Tempo - das ist das eisern befolgte Gesetz dieses Abends. Niemand muss sich bei diesem Programm mit den dramaturgischen Schwächen moderner Musical-Texte plagen.

Vielseitiges Solistenquartett

Handlung spielt an diesem Abend der Medleys keine Rolle. Das Publikum spendet freigiebig Applaus, doch nicht einmal für den Beifall bleibt wirklich Zeit. Schon wartet das nächste Stück, schon kommt der nächste Darsteller. Ein Solisten-Quartett teilt sich die Vielzahl der Aufgaben - vom Falco- und Freddie-Mercury-Imitat bis zur Musical-Diva á la Evita und Elisabeth. Brita A. Halder und Adrienn Szegoe sowie Alexander Kerbst und Otto Magocs demonstrieren dabei ausdauernde stimmliche Wandlungsfähigkeit - reinste Akkord-Arbeit, die durchaus überzeugend gelingt.

"Time Warp" als Zugabe

Eine achtköpfige Ballett-Truppe, die unter dem Namen "Broadway Dance Company" firmiert, schafft dazu auf der engen Bühne des Kongresshauses den passenden tänzerischen Rahmen. Mühelos gelingt es Alexander Kerbst mehrfach, das Publikum zum Mitmachen zu animieren - bis hin zum "Time Warp" aus der "Rocky Horror Picture Show" als Zugabe.
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