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Coburg
Verkehr

Parken auf dem Coburger Schlossplatz: Angebot wird rege genutzt

Seit gestern ist der Schlossplatz zum Parken freigegeben. Die dortigen Geschäftsleute und Gastronomen begrüßen die Regelung, hätten sie aber gern noch verlängert, bis das Parkhaus Mauer im Oktober wieder offen ist.
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Montagmittag wurde das Angebot, auf dem Schlossplatz zu parken, schon rege angenommen. Fotos: Ulrike Nauer
Montagmittag wurde das Angebot, auf dem Schlossplatz zu parken, schon rege angenommen. Fotos: Ulrike Nauer
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"Alles läuft sehr diszipliniert." Die Mitarbeiterin der kommunalen Parküberwachung kann den Autofahrern auf dem Coburger Schlossplatz ein Lob aussprechen. Montagmorgen, Punkt 7 Uhr, hat die Stadt Coburg ihren wohl schönsten Platz zum Parken freigegeben - kostenlos! Und das Angebot wird rege genutzt. Rund 100 Autos stehen gegen 14 Uhr in Reih und Glied zwischen Rondell und Landestheater und entlang der Arkaden. Bis auf wenige Ausnahmen haben auch alle Fahrer daran gedacht, ihre Parkscheiben gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe zu platzieren, und an die maximale Parkzeit von vier Stunden halten sich auch fast alle.

Damit während der Öffnungszeit - Montag bis Samstag, jeweils von 7 bis 18 Uhr - alles reibungslos läuft, beschäftigt die Stadt Coburg sogenannte Ein-Euro-Jobber, die sich immer zu zweit im Zwei-Schicht-Betrieb um die Parkeinweisung kümmern.
Stefan Tommerdich, der die Nachmittagsschicht ab 12.30 Uhr übernommen hat, steht vor den Arkaden und winkt die ankommenden Autofahrer dorthin, wo noch ein Plätzchen frei ist. "Wir sind dafür zuständig, dass hier kein Chaos entsteht", sagt Stefan Tommerdich, doch danach sieht es momentan zum Glück nicht aus. Hin und wieder müsse er einen Autofahrer darauf hinweisen, dass er seine Parkscheibe nicht vergessen darf, aber sonst laufe alles sehr gut.

Schlupflöcher gibt es nicht
Wichtig ist, dass die Autofahrer da ran denken, dass sie höchstens vier Stunden parken dürfen und vor allem, dass um 18 Uhr Schluss ist. "Wir sperren die Zufahrten so um 18.15 Uhr", sagt Tommerdich. Wer dann noch auf dem Schlossplatz steht, hat Pech, denn Schlupflöcher gibt es nicht. Zudem drohen 20 Euro Verwarnungsgeld. Übrigens: Sollte der Platz irgendwann voll sein - und das kann am Samstag sicherlich passieren - werden Stefan Tommerdich und seine Kollegen die Zufahrt kurz sperren und, ähnlich wie bei den Parkhäusern, immer so viele Autos hinein lassen wie Parkplätze frei werden.

Geschäftsleute und Gastronomen rund um den Schloss- und den Theaterplatz begrüßen das Entgegenkommen der Stadt Coburg ausdrücklich. Ihnen mache nicht nur die Sperrung des Parkhauses Mauer und die Belegung des Angers mit dem Vogelschießen zu schaffen, sondern auch die Baustelle im Bürglaß, die sich noch bis in den Herbst hinziehen wird und derentwegen der Durchgangsverkehr fehlt.

"Es ist einfach eine Katastrophe mit der Parkerei", schimpft beispielsweise Melanie Feiler, Chefin der Bäckerei am Theaterplatz. "Ich find's toll, dass die Leute jetzt zumindest unterm Tag auf dem Schlossplatz parken können", sagt die "bekennende Befürworterin der Schlossplatztiefgarage". Dass der Schlossplatz aber schon um 18 Uhr dicht gemacht werde, könne sie nicht verstehen. "Die Geschäfte haben bis 20 Uhr geöffnet und in der Gastronomie fängt es doch dann erst richtig an."

Melanie Feiler wie auch ihre Kollegen nebenan wünschen sich, dass die Aktion nicht auf zwei Wochen begrenzt bleibt. "Wir würden es begrüßen, wenn man auf dem Schlossplatz so lange parken könnte, bis das Parkhaus Mauer wieder freigegeben ist." Während der Open-Air-Konzerte setzt man die Reglung einfach aus und wenn das Landestheater seinen Betrieb wieder aufnimmt, ließen sich die Parkzeiten sicherlich miteinander vereinbaren. Dass das Parken für die nächsten zwei Wochen kostenlos ist, findet Melanie Feiler zwar "super", das Angebot würde ihrer Meinung nach aber sicherlich auch dann rege genutzt, wenn die Stadt eine Parkgebühr erhoben hätte.

Sarah Franz, frischgebackene Wirtin des Josias-Biergartens, stimmt Melanie Feiler in allen Punkten zu. "Es ist momentan eine Katastrophe." Gerade die Belieferung ihres Biergartens sei sehr schwierig. "Und dass es hier zu wenig Parkplätze gibt, ist Fakt." Die zeitweise Öffnung des Schlossplatzes findet sie daher sehr gut.

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