Coburg
Wahl 2020

Panne bei Nominierung: Mitglied von Satirepartei bringt Coburgs Grüne durcheinander

Ina Sinterhauf war bereits als OB-Kandidatin nominiert - doch dann sorgte eine Wortmeldung aus dem Publikum für Verwirrung. Sicherheitshalber wurde daraufhin noch einmal gewählt - mit überraschendem Ergebnis.
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Grünen-Vorstandssprecher Michael Dorant mit der - im zweiten Anlauf - zur OB-Kandidatin nominierten Ina Sinterhauf.Foto: Oliver Schmidt
Grünen-Vorstandssprecher Michael Dorant mit der - im zweiten Anlauf - zur OB-Kandidatin nominierten Ina Sinterhauf.Foto: Oliver Schmidt

Das Büro der Coburger Grünen am Steintor platzte am Donnerstagabend aus allen Nähten. 41 Stimmberechtigte hatten sich eingefunden, um zunächst einen Kandidaten (oder eben eine Kandidatin) für die OB-Wahl zu nominieren und um dann auch noch die Grünen-Liste für die Stadtratswahl zu beschließen.

Zunächst lief alles glatt: Ina Sinterhauf als einzige Bewerberin wurde mit 38 Ja-Stimmen (eine Nein-Stimme, zwei Enthaltungen) als OB-Kandidatin nominiert und nahm die Wahl auch an.

Anschließend klärte Stadträtin Angela Platsch, die von der Versammlung zur Wahlleiterin bestimmt worden war, über die Regularien zur Stadtratsliste auf. Unter anderem wies sie darauf hin, dass auch Personen auf der Grünen-Liste kandidieren dürfen, die gar kein Mitglied der Grünen sind. Was allerdings nicht erlaubt sei, sei die Mitgliedschaft in einer anderen Partei oder Wählergruppierung als den Grünen.

Daraufhin meldete sich ein Mann zu Wort, der Mitglied bei den Grünen ist und gleichzeitig auch der Satirepartei "Die Partei" angehört. Pikant: Dieser Mann war - auf einem hinteren Platz, wohlgemerkt - auch für die Stadtratsliste der Grünen vorgesehen.

Nach kurzer Beratung stand fest: Besagter Mann darf aufgrund dieser Doppelmitgliedschaft nicht auf der Grünen-Liste für den Stadtrat kandidieren.

Doch plötzlich stand noch eine zweite Frage im Raum: Hätte der besagte Mann dann überhaupt an der Abstimmung zur Nominierung der OB-Kandidatin teilnehmen dürfen?

Nach einer weiteren kurzen Beratung stand fest: Nein, der Mann war nicht stimmberechtigt. Deshalb musste die Sinterhauf-Nominierung wiederholt werden.

Weil in der Zwischenzeit noch ein weiteres Grünen-Mitglied im Büro am Steintor eingetroffen war, befanden sich auch trotz des Abzugs des besagten Doppelmitgliedschaft-Mannes erneut 41 Stimmberechtigte im Raum. Das Abstimmungsergebnis diesmal: 41 Ja-Stimmen für Ina Sinterhauf.

Der Jubel und das auch das Gelächter waren groß, als Sinterhauf somit im zweiten Anlauf zu einem 100-Prozent-Ergebnis gekommen war.

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