Frohnlach
Fußball

Packendes Derbyin Frohnlach: 1054 Fans sehen ein 2:2

Erst führte der Außenseiter aus Ebersdorf, dann lag Favorit Frohnlach vorn. Die Sylvianer glichen per Elfmeter aus (84.), ehe der VfL vom Punkt vergab.
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Manuel Friedlein (links) spielt den Ball bevor er von Cankut Civelek getroffen wird; rechts im Hintergrund Tayfun Peker und daneben Max Weinreich. Civelek erzielte die schnelle Führung für den Neuling und vergab in der Nachspielzeit sogar die Großchance zum Ebersdorfer Überraschungssieg. Fotos: Heinrich Weiß
Manuel Friedlein (links) spielt den Ball bevor er von Cankut Civelek getroffen wird; rechts im Hintergrund Tayfun Peker und daneben Max Weinreich. Civelek erzielte die schnelle Führung für den Neuling und vergab in der Nachspielzeit sogar die Großchance zum Ebersdorfer Überraschungssieg. Fotos: Heinrich Weiß
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Ata Simitci hätte drei Minuten vor Schluss den SC Sylvia Ebersdorf Schach Matt setzen können. Doch der Frohn-lacher Innenverteidiger schob einen Elfmeter fahrlässig neben den Kasten. Weil es drei Minuten zuvor Tobias Dalke vom gegenüberliegenden ominösen Punkt besser machte, wurde der Kraftakt des Aufsteigers mit einem Punkt belohnt.
Vor 1054 Zuschauer entführte der SC Sylvia Ebersdorf einen Zähler aus dem Willi-Schillig-Stadion und belohnte sich damit für seine Energieleistung. Die bessere Mannschaft stellten zweifelsohne die Platzherren, doch der Landesliga-Absteiger ging vor den Augen von viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Sport - darunter Trude Schillig, Landrat Michael C. Busch und Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan - nicht nur beim finalen Schuss von Simitci viel zu leichtfertig mit seinen Chancen um.


Civelek schockiert den VfL früh

Das Derby begann schlecht für den VfL: Civelek - bedient von Pöche - schob nämlich schon nach drei Minuten eiskalt zum 0:1 ein. Rebhan vernachlässigte seine rechte Seite und Torwart Jauch machte das kurze Eck nicht zu. Hartmann hätte im Gegenzug aus ähnlichem Winkel fast schon wieder egalisiert, doch sein Schuss ging drüber. Frohnlach dominierte danach: Oppel legte sich die Kugel zu weit vor (13.) und Pflaum fehlte nach einem Sprint über das halbe Feld die Präzession beim Querpass (17.). Auch Weinreich wusste 30 Sekunden später mit seiner Chance aus Nahdistanz nichts anzufangen.
Dazwischen wäre den defensiv ungeordneten Gästen fast ein Traumtor zum 0:2 gelungen: Peker lupfte auf Civelek, der im Strafraum per Hacke ablegte. Doch Zapf zögert zu lange.
Es folgten Chancen im Minutentakt für den VfL: Erst hebt Hartmann den Ball über Weiß, allerdings auch zwölf Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Dann ist die Kugel doch im Netz, doch Oppel stand nach Teuchert-Querpass einen Meter zu weit vorne - Abseits!


Stärkste Phase der Frohnlacher

Diese blau-weiße Überlegenheit hat vor allem zwei Gründe: Sylvias Innenverteidigung, vor allem Pawellek ist überfordert. Katastrophales Stellungsspiel und ein Fehlpass nach dem anderen im Aufbauspiel. Aber auch die Abstimmung im zentralen Mittelfeld der Ebersdorfer hat in dieser Phase noch Kreisliga-Niveau. Dalke, Heidenreich, Pöche und vor allem dem schwachen Bohlein fehlt ein gemeinsamer Plan. Frohnlach hat Platz ohne Ende - und erzielt schließlich das 1:1: Nach Oppels bester Szene, der nach einem beherzten Antritt Weiß zu einer Glanztat zwingt, setzt kurz darauf der starke Pflaum Hartmann in Szene. Und der spielt auf engem Raum Katz und Maus mit Pawellek, Engelmann und Knauer: 1:1 nach 37. Minuten.
Um ein Haar wäre kurz danach die erneute Gäste-Führung gefallen, denn nach einem Eckball zieht Peker aus dem Rückraum volley ab und trifft aus 26 Metern den Außenpfosten.
Weil der gute Schiedsrichter Hamper danach ein Auge bei einem Handspiel von Pawellek zudrückt, und Pekers sehenswerte Soloeinlage an der Außenlinie brotlos verpufft, bleibt es bei nur zwei Toren in Durchgang eins.
Nachdem beide Teams die Pause auf dem Grün verdoppelten, nahm das Spiel erst nach 60 Minuten wieder Fahrt auf: Rebhan zeigte im Sylvia-Strafraum dass er kein "Knipser" ist, danach ein sehenswerter Dalke-Freistoß und ein dummes, für Aufsehen sorgendes Civelek-Foul an Rödel. Es folgte ein zu schwacher Abschluss des eingewechselten und erstmals für Ebersdorf spielenden Atangana J. Belibi und schließlich eine Großchance für Hartmann, bei der der junge Janko Weiß wieder auf dem Posten ist. (65.).


Renks großer Auftritt

Dann kam es, wie es wohl kommen musste: Die Ein-Mann-Show des Bastian Renk. Von Teuchert bedient zog er zweimal auf. Erst rutscht Routinier Dalke ins Leere, dann fällt Youngster Weiß auf die Finte des VfL-Spielertrainers herein: 2:1 Frohnlach - exakt 163 Sekunden benötigte der "verlorene Sohn" um an alter und neuer Wirkungsstätte zu "knipsen". Die Entscheidung? Nein! Ebersdorf kam trotz Krämpfen zurück.


Zwei Elfer in der Schlussphase

Das aufopferungsvolle, jedoch oft planlose Anrennen wurde mit einem Elfmeter belohnt. Sechs Minuten vor Schluss legte Weinreich im 16er unnötig den fleißigen Zapf - klare Sache. Und Dalke lässt sich die Chance nicht nehmen und verwandelt zum 2:2. Das komplette Sylvia-Team feiert und Sponsor Stefan Finsel jubelt auf der Tribüne.
Doch noch war nicht Schluss. Denn es gab noch einmal Elfmeter. Drei Minuten später auf der anderen Seite. Nach seinem Foul an Hatmann konnte Atangana J. Belibi noch sehr den Unschuldsengel spielen, auch dieses Mal war die Sache eindeutig. Simitci, der letzte Saison für den Landesligisten TSV Sonnefeld regelmäßig Elfmeter verwandelte, läuft lässig an und schiebt den Ball deutlich und flach neben das Sportheim-Tor. Entsetzen und Kopfschütteln bei den VfL-Fans. Warum bloß hatte der Spielertrainer nicht selbst die Verantwortung übernommen?


Großchance zum 2:3

Doch es hätte sogar noch schlimmer für den großen Favoriten kommen können, denn im Gegenzug feuerte Civelek aus Nahdistanz vorbei und vergab damit die Großchance zum 3:2-Sensationssieg.


VfL Frohnlach gegen SC Sylvia Ebersdorf 2:2 (1:1)

VfL Frohnlach: Jauch - Rebhan T., Lauerbach, Simitci, Friedlein M. (ab 70. Renk), Teuchert (ab 85. Sener E.), Rödel C., Weinreich, Pflaum, Oppel, Hartmann (ab 90. Göhring S.).

SC Sylvia Ebersdorf: Weiß - Pawellek, Heidenreich, Knauer M. I, Peker, Bohlein D. (ab 46. Belibi), Zapf F., Engelmann J., Pöche B. (ab 90. Celik), Dalke, Civelek.
Tore: 0:1 Civelek (3.), 1:1 Hartmann (37.), 2:1 Renk (72.), 2:2 Dalke (85./Foulelfmeter).
Gelbe Karten: Lauerbach, Friedlein, Teuchert / Heidenreich, Dalke, Civelek.
Zuschauer: 1054.
SR: Johannes Hamper (ATS Kulmbach.
Besondere Vorkommnisse: Ata Simitci (VfL Frohnlach) schießt einen Foulefmeter am Tor vorbei (87.).


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