Auch ohne Schulabschluss auf dem Bau immer noch einen Job zu finden - diese Zeiten sind vorbei. Beim "Unternehmerdialog" von Landrat Michael Busch (SPD) bei der Firma Angermüller machte gestern Geschäftsführer Stefan Schultheiß klar, dass ohne Ausbildung heute in keiner Branche mehr was geht: "Ungelernte Handlanger haben wir vielleicht noch zwei oder drei in der ganzen Firmengruppe." Und die hat immerhin 550 Mitarbeiter.


Hier muss man zupacken



Der Bau ist freilich immer noch eine Branche, in der man zupacken muss. Davon konnten sich Busch und Wirtschaftsförderer Martin Schmitz in Untersiemau überzeugen. Aber gewisse Grundanforderungen stellt Schultheiß schon, wenn er gewerbliche Lehrlinge ausbildet. "Mathe nicht schlecht, dazu gewisses handwerkliches Geschick - das sollte schon sein", sagte der Geschäftsführer.


"Hier kann der Landkreis helfen"



Allerdings werde es immer schwieriger, geeignete Bewerber für Ausbildungsplätze zu finden - dabei hat die Firma extra einen erfahrenen Meister in ihren Reihen, der sich mit Herzblut um die Berufseinsteiger kümmert. "Hier kann der Landkreis helfen", signalisierte Michael Busch. Mit dem Projekt "Mehr Ausbildung" versuche man, junge Menschen frühzeitig fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Da biete es sich an, in den Schulen gezielt für eine Ausbildung in Baubranche - die immerhin mit guten Ausbildungsentschädigungen lockt - zu werben.


Gegen den Trend gut entwickelt



Entgegen dem Trend in einer Branche, die in den vergangenen Jahrzehnten viele Firmenpleiten verkraften musste, hat sich die Angermüller-Gruppe gut entwickelt. Vor nicht allzu langer Zeit hatte das Unternehmen gut 80 Mitarbeiter, heute sind es rund 550 (Ausbildungsquote: knapp zehn Prozent), die auf verschiedene Zweigwerke und Tochterunternehmen in Franken, Sachsen und Thüringen verteilt sind. Ein Motor, der in den vergangenen Jahren den Umsatz der Unternehmensgruppe angetrieben hat, war der Neubau der A 73 samt Nebenstrecken. "Da haben wir viele Brücken gebaut", sagte Schultheiß und zeigte Richtung Großheirath. Da steht eine Angermüller-Brücke für die B 289.

Mehr dazu lesen Sie im Coburger Tageblatt