Neustadt bei Coburg
Kultur lokal

Oberpfälzer rütteln im Neustadt am Watschenbaum

Die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" aus der Oberpfalz verschont weder Neustadt noch Sonneberg - und die lokale Politikprominenz schon dreimal nicht.
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Die "Altneihauser Feierwehrkapell`n" begeisterte bei ihrem Auftritt in der Neustadter Frankenhalle.Fotos: Manja von Nida
Die "Altneihauser Feierwehrkapell`n" begeisterte bei ihrem Auftritt in der Neustadter Frankenhalle.Fotos: Manja von Nida
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Großalarm herrschte am Samstagabend in der Frankenhalle! Hunderte von Schaulustigen aus der gesamten Umgebung drängten zum Ort des Geschehens: Die "Altneihauser Feierwehrkapell`n" rückte an. Die Oberpfälzer, die die Franken inzwischen längst nicht mehr nur zur Fastnachtszeit per Prunksitzung in die Pfanne hauen, eroberten unter lautstarker Führung von Kommandant Norbert Neugirg das Herz des Neustadter Publikums.

Mit Trommeln, Pauken und Trompeten waren sie über die A73 in den fränkischen Norden herangerauscht und brillierten musikalisch mit ihrem reichhaltigen Repertoire pfiffiger Lieder. Das Ensemble, übrigens alle aus ihrem Kommandanten Amateure, legten sich mächtig ins Zeug. Da durften Neustadt, Sonneberg und Coburg in Deckung gehen.

"Bei Neustadt/Coburg im Gelände geht das Frankenland zu Ende, da beginnt der Teil der Welt, dem`s Bayernland den Steiß hinhält: Thüringen im nahen Osten, ein alter Stasi-Außenpfosten, wo Sonneberg am Zipfel liegt, den Thüringen an Bayern schmiegt, um hier die Franken zu umschwärmen und den Zipfel sich zu erwärmen." In diesem Stil zog Kommandant Neugirg vom Leder.

Kein Mitleid mit Rot und Schwarz

Neugirg war in seinen Gags zielsicher und traf alle, die ihm vor die Flinte kamen. Er schmeichelte und haute gleich hinterher doppelt zu. Erst gab es Bewunderung für Sonneberg, dann für Neustadt - oder umgekehrt. Das begeisterte Publikum liebte diese spaßigen Attacken. Selbst in der Pause hingen die Fans diesen besonderen Oberpfälzern an der Pickelhaube, baten um Autogramme und gönnten sich Fan-Artikel der besonderen Art. Sogar eigens ein Kommandantenbuch mit Signatur, frisch geschrieben, konnte ergattert werden.

Alles und alle knüpfte sich der Kommandant vor: "OB Frank Rebhan hat in Neustadt öfters Zank, denn er ist SPD-Mitglied, was man am Gesicht auch sieht, wobei sich Neustadts SPD-Gestalten, für klüger als die Schwarzen halten, und wer die CSU im Stadtrat kennt, der weiß, dazu braucht`s kein Talent". Nur gut, dass so manch Genannte gar nicht anwesend waren. Allerdings hätten auch Dünnhäutige diesen Abend unter Beschuss überlebt.

OB Rebhan mit seinem Stadtrat musste dran glauben, die Kommunalpolitiker, aber auch Michael Busch. Über den Noch-Landrat wusste Neugirg zu berichten: "Die rote Liste der bedrohten Arten brachte Busch - wie zu erwarten - per Zufall via Landtagswahl in den Münchner Landtagssaal." Der Ebersdorfer Bürgermeister Bernd Reisenweber musste sich als bekennender Jäger für seine Schießkunst veräppeln lassen, die Nachbarn aus Coburg mit den verblassten Herzogtümern ebenso.

Böse konnte dieser Truppe niemand sein. Alles war Spaß. Das begeisterte Publikum teilte seinerseits auch aus - mal Buhrufe und Pfiffe, dann wieder langanhaltenden Applaus. Natürlich gab es zum Finale eine Zugabe. Sowohl für die Musiker als auch das Publikum galt: rauh aber herzlich! Erst kurz vor Mitternacht waren alle Glutnester von der Altneihauser Feierwehrkapell`n meisterhaft und vorbildlich dann doch gelöscht.

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