Coburg
Wahl 2020

OB-Kandidat gesucht: Kampfabstimmung bei Coburger SPD

Am kommenden Samstag müssen sich die Delegierten zwischen zwei Bewerbern entscheiden.
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Zwischen Thomas Nowak (links) und Dominik Sauerteig fällt die Entscheidung, wer OB-Kandidat der Coburger SPD wird.
Zwischen Thomas Nowak (links) und Dominik Sauerteig fällt die Entscheidung, wer OB-Kandidat der Coburger SPD wird.

Wer soll für die Coburger SPD bei der Oberbürgermeisterwahl am 15. März 2020 ins Rennen gehen? Die Antwort auf diese Frage wird - wie zuletzt schon vermutet - in einer Kampfabstimmung fallen. Bei der Nominierungsversammlung am kommenden Samstag, 23. November, haben die Delegierten aus den acht Coburger SPD-Ortsvereinen die Wahl zwischen Thomas Nowak und Dominik Sauerteig. Das hat die SPD am Dienstag mitgeteilt.

"Beide hervorragend geeignet"

Seitens der SPD-Spitze wird es im Vorfeld allerdings keine Empfehlung für einen der beiden geben, das macht Bastian Braunersreuther in seiner Funktion als Organisationsbeauftragter des SPD-Stadtverbands Coburg deutlich. In einer Pressemitteilung schreibt Braunersreuther: "Aus Respekt vor beiden Kandidaten und dem Wissen um ihre jeweilig im Beruf und Ehrenamt gezeigte hervorragende Eignung wird der SPD-Stadtverbandsvorstand keine Empfehlung aussprechen."

In seiner Pressemitteilung bezeichnet Bastian Braunersreuther den 51-jährigen Thomas Nowak und den 33-jährigen Dominik Sauerteig als "wichtige Stützen unterschiedlicher Generationen der Coburger Sozialdemokratie". Thomas Nowak ist seit 2014 Dritter Bürgermeister der Stadt Coburg und hat sich ehrenamtlich unter anderem schon als Vorsitzender des Stadtjugendrings und des SV Hut Coburg engagiert. Dominik Sauerteig gehört seit 2014 dem Stadtrat an und macht derzeit vor allem als Initiator des Bürgerbegehrens "Rettet den Rosengarten" von sich reden.

Bastian Braunersreuther teilt außerdem mit, dass beide Bewerber bereits erklärt hätte, im Falle einer Niederlage bei der Nominierungsversammlung den jeweils anderen zu unterstützen und auch für eine Stadtratskandidatur "an prominenter Stelle" auf der SPD-Liste zur Verfügung zu stehen. Braunersreuther würdigt dieses Verhalten mit den Worten: "Dominik Sauerteig und Thomas Nowak eint der Grundgedanke, dass Auswahl zum Wesen der Demokratie gehört und demokratische Entscheidungen zu respektieren sind. So hart dies im ersten Moment auch persönlich sein mag."

Dass es bei der SPD zu einer Kampfabstimmung um die OB-Kandidatur kommt, ist übrigens nicht neu. 1989 gab es mit Rolf Forkel und Ludwig Frenking zunächst zwei Bewerber. Mit Norbert Kastner kam dann kurzfristig sogar noch ein weiterer dazu, der schließlich zum "lachenden Dritten" wurde und sich durchsetzte - und zwar sowohl bei der SPD-internen Nominierung als auch 1990 bei der OB-Wahl. Kastner blieb 24 Jahre lang Stadtoberhaupt. Zu seinem Nachfolger wurde 2014 mit Norbert Tessmer erneut ein SPD-Mann gewählt. Norbert Tessmer hatte im Sommer dieses Jahres erklärt, für eine erneute Kandidatur nicht zur Verfügung zu stehen - seit diesem Zeitpunkt ist die Coburger SPD auf der Suche. Die Nominierungsversammlung am kommenden Samstag beginnt um 16.30 Uhr im Kino Utopolis.

Spannung auch bei der CSU

Erst, wenn die SPD ihre OB-Entscheidung getroffen hat, wird auch die Coburger CSU Nägel mit Köpfen machen: Für Montag, 25. November, ist eine interne Parteiversammlung mit dem Titel "Sag's Meyer" geplant. Es wird erwartet, dass sich bei dieser Veranstaltung der ehemalige Kreisvorsitzende und heutige Chef der städtischen Wohnbau, Christian Meyer, Rückenwind holen möchte, um dann am Donnerstag, 28. November, offiziell nominiert zu werden.

Als OB-Kandidaten stehen in Coburg bereits fest: Christian Müller (CSB), Ina Sinterhauf (Grüne), René Hähnlein (Linke), Michael Zimmermann (FDP) und Michael Partes (ÖDP).

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