Neustadt bei Coburg
Regiomed

Notfallambulanz in Neustadt arbeitet ab August eingeschränkt

Die Notfallambulanz im Neustadter Krankenhaus ist ab August in den Nachtstunden geschlossen.
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Einsatzfahrzeug des BRK Symbolfoto: Ronald Rinklef
Einsatzfahrzeug des BRK Symbolfoto: Ronald Rinklef

Tagsüber werden in der Notfallambulanz in der Neustadter Klinik zwar wie gewohnt Notfälle betreut. Zwischen 18 Uhr und 7.30 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen ist in Neustadt keine Notfallbehandlung mehr möglich, wie die Regiomed Kliniken mitteilten. Dem Verbund gehört auch das Klinikum Neustadt an.

Verletzte müssten sich um eine optimale Notfallversorgung in der Nacht und an Feiertagen keine Sorgen machen, so Regiomed. Die Notaufnahmen in Sonneberg und Coburg stünden rund um die Uhr bereit. Mit allen Hilfsorganisationen und der Leitstelle sei das besprochen worden. Weiter erklärte der Klinikverbund, auch am Klinikum Neustadt spüre man die Auswirkungen des Fachkräftemangels, weshalb nun Konsequenzen gezogen würden.

Leichte Verschlechterung

Unter dem Strich verschlechtert sich damit die Notfallversorgung in Neustadt etwas. Wie die Rettungsdienste auf Anfrage mitteilten, seien in erster Linie Patienten mit leichteren Verletzungen bislang ins Klinikum Neustadt gebracht wurden. "Das waren etwa Menschen mit einer gebrochenen Hand, die geröntgt wurden oder um offene Wunden nach Stürzen zu versorgen", so Benjamin Kurz, Bereitschaftsleiter des Roten Kreuzes in Neustadt.

Den Rettungswagen in der Großen Kreisstadt stellt der Arbeiter-Samariter-Bund. Das Fahrzeug wird nachts und an den Wochenende viele Fahrten mehr ins Klinikum Coburg oder Sonneberg unternehmen müssen. Wobei nicht nur die Entfernung - nach Coburg 20 und nach Sonneberg vier Kilometer - dabei ein Rolle spielen. Auch die Dauer, die der Rettungswagen gebunden und nicht vor Ort ist, wird zunehmen.

In diesem Fall springen die "Helfer vor Ort" des BRK in die Bresche. Das sind zurzeit elf ehrenamtliche Helfer, vier weitere befinden sich gerade in der Ausbildung für den "Helfer vor Ort". Nach den Angaben von Benjamin Kurz stehen unter der Woche fünf Helfer zur Verfügung. Alle Helfer vor Ort sind ehrenamtlich tätig und müssen gegebenenfalls von ihren Arbeitgebern für Einsätze freigestellt werden. "Allein im letzten Jahr hatten die ‚Helfer vor Ort‘ 615 Einsätze", so der BRK-Bereitschaftsleiter.

Aktuell entsteht ein Gutachten, das der Frage nachgeht, ob nicht ein weiterer Rettungswagen nötig ist. Der bayerische Gesetzgeber legt fest, dass ein Rettungswagen nach längstens zwölf Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort angekommen sein muss.

"In den letzten Monaten wurden durchschnittlich nachts nur zwei bis drei Fälle in der Notfallambulanz behandelt. Hierfür waren jeweils eine Pflegekraft und ein Assistenzarzt im Bereitschaftsdienst", berichtet Krankenhausdirektor Dr. Frank Wellmann. Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht seien die bisherigen Strukturen auf Dauer nicht tragfähig gewesen. Hinzu komme, dass das Klinikum Neustadt nach den neuen rechtlichen Vorgaben mit dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur gestuften Notfallversorgung in Zukunft nicht mehr die erforderlichen Kriterien für die Teilnahme an der Notfallversorgung erfülle.

Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke: "An den Standorten Sonneberg und Coburg kann in unmittelbarer Entfernung zu Neustadt eine hohe Versorgungsstabilität mit einer breit aufgestellten fachärztlichen Qualifikation gewährleistet werden. Davon können die Patienten letzten Endes nur profitieren."

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