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Naturschutz

Noch zwei Mal Natura 2000 für das Coburger Land

Die Gebiete der "Bruchschollenkuppen" und die Täler von Röderbach, Bieberbach und Schneybach werden in den kommenden Monaten kartiert.
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Der frühere Steinbruch bei Weickenbach gehört zu den Kartierungsflächen im Gebiet der Bruchschollenkuppen.Rainer Lutz
Der frühere Steinbruch bei Weickenbach gehört zu den Kartierungsflächen im Gebiet der Bruchschollenkuppen.Rainer Lutz
Für fast alle FFH-Gebiete im Landkreis Coburg sind bereits Managementpläne erstellt - für fast alle. Zwei fehlen bisher noch. Es sind die "Bruchschollenkuppen im Landkreis Coburg" und das Gebiet "Röderbach-, Bieberbach- und Schneybachtal". Sie werden in den kommenden Wochen und Monaten kartiert, um auch für sie Managementpläne zu erstellen, wie Vertreter der Regierung von Oberfranken und der Naturschutzbehörde am Landratsamt Coburg am Montag in Sonnefeld erläuterten.
Die Kartierung erfolgt getrennt für Offenland und Wald. Sie soll im Spätsommer abgeschlossen sein. Im Offenland übernimmt diese Aufgabe das Naturschutzbüro von Thomas Blachnik. Die Waldgebiete kartiert ein Team des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg um Michael Rampp. Die Ergebnisse der Kartierung werden dann an einem "Runden Tisch" mit Grundeigentümern, Nutzern und Vertretern von Verbänden besprochen. "Wir schauen jetzt, was es an Schutzgütern gibt und überlegen dann mit den Eigentümern wie wir sie schützen können", beschreibt Stefan Neumann von der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung in Bayreuth das Vorgehen.
Landwirte äußerten sich bei der Informationsveranstaltung in der Sonnefelder Domäne skeptisch. Sie fürchten Einschränkungen bei der Nutzung ihrer Flächen, wenn dort schutzwürdige Pflanzen, Tiere oder Lebensräume festgestellt werden.


Großer Teil schon geschützt

Für einen großen Teil der Flächen in den beiden Gebieten wird sich aber wenig ändern, wie Hartmut Puff von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Coburg erklärte: "95 Prozent der beiden Gebiete sind schon jetzt im Programm." Gemeint sind Vertragsnaturschutz-Programme, die es für Wiesen, Weiden, Teiche oder Äcker beispielsweise gibt. Im Wald kann Förderung für Totholz, Biotopbäume, Mittelwaldnutzung oder einen Nutzungsverzicht von wertvollen Waldstrukturen gezahlt werden. Neu hinzugekommen ist vor einiger Zeit der Schutz von Biberlebensräumen.
Außerdem gilt Für die Natura 2000 Projekte eine Umsetzung auf freiwilliger und kooperativer Basis, wie Stefan Neumann betonte. Er verschwieg aber andererseits nicht, dass auf FFH-Flächen ein Verschlechterungsverbot gilt. Was zum Schutz der kartierten wertvollen Gebiete unternommen werden soll, werde zwar in Absprache mit den Eigentümern erarbeitet. Doch: "Wenn alle sagen, sie machen nicht mit, muss die Untere Naturschutzbehörde sehen, wie sie den Schutz bewerkstelligt", stellte Neumann fest.
Herbert Rebhan, Leiter der der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberfranken, riet, zunächst die Kartierung abzuwarten, ehe über konkrete Schritte diskutiert wird. Er stellte aber auch klar, dass bestimmte Gebiete, wie beispielsweise Feuchtwiesen, ohnehin per Gesetz unter Schutz stehen und nicht zerstört werden dürfen.


Die Bruchschollenkuppen

Die "Bruchschollenkuppen im Landkreis Coburg" erstrecken sich entlang eines Höhenzuges quer durch den östlichen Landkreis zwischen Rödental und Sonnefeld. Auf einer Länge von zwölf Kilometern sind die Kuppen deutlich zu erkennen. Es sind Erhebungen wie der Mönchrödener Weinberg, der Horeb bei Rothenhof, der Stiefvater bei Boderndorf, der Fechheimer Berg, der Plestener Berg und der Plestener Spitzberg der ehemalige Weickenbacher Steinbruch sowie der Gestungshausener Weinberg.
Das Gebiet stellt eine bedeutende Verbundachse von Trockenlebensräumen dar und wird als wichtiges Bindeglied zwischen den Trockengebieten der Langen Berge und den Muschelkalkhängen der so genannten Fränkischen Linie gesehen.


Die Bachtäler

Das Gebiet "Röderbach-, Bieberbach-, und Schneibachtal" reicht vom nördlichen Teil des Bieberbachtales bei Sonnefeld, über den Oberlauf des Schneybachs nördlich Frohnlach, das Schneybachtal samt Teufelsgraben ab der Dürrmühle bis Seehof zum Schneybachtal südlich Seehof bis Schney und den Mönchsbach westlich Hammer. Das Gebiet hat eine Größe von 123 Hektar, wovon der überwiegende Teil Offenlandcharakter hat. Seine naturnahen Bachläufe werden als wichtiger Korridor für den überregionalen Biotopverbund und als Brücke für Tier- und Pflanzenarten zu den Naturräumen am Obermain gesehen.
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