Coburg
Dauerleihgabe

Nicht nur liebreizende Geschöpfe

Das Coburger Puppenmuseum hat das vielseitige Lebenswerk der Puppenkünstlerin Christa Mann erhalten.
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Im zweiten Stock des Coburger Puppenmuseums werden künftig einzelne Objektgruppen aus dem Lebenswerk der Puppenkünstlerin Christa Mann gezeigt. Foto: Coburger Puppenmuseum
Im zweiten Stock des Coburger Puppenmuseums werden künftig einzelne Objektgruppen aus dem Lebenswerk der Puppenkünstlerin Christa Mann gezeigt. Foto: Coburger Puppenmuseum

Das Coburger Puppenmuseum hat in den letzten Wochen eine umfangreiche Dauerleihgabe erhalten. Es handelt sich dabei um über 70 Objekte der in Coburg lebenden Puppenkünstlerin Christa Mann. Sie übergab dem Museum Mitte Juli ihr Musterzimmer, zu dem auch ihre Entwurfsskizzen und Formen gehören.

Inzwischen sind alle Stücke inventarisiert, so dass seit dem 29. August bereits ein kleiner Teil in einer Vitrine im Kaminzimmer gezeigt werden kann. Im Herbst soll dann ein Querschnitt durch das vielfältige Lebenswerk von Christa Mann einen Platz in drei Vitrinen der Dauerausstellung bekommen.

Kleine eigene Welten

Das künstlerische und kreative Schaffen von Christa Mann reicht von liebreizenden Puppen bis hin zu extravaganten Modegeschöpfen, fantasievollen Figuren und kleinen eigenen Welten. Immer blieb sie dabei ihren Lieblingsmaterialien Papiermaché, Baumwolltrikot und Filz treu. Für sie waren diese Materialien, wie sie selbst sagt, "heimelnde Materialien, die man bearbeiten kann, so dass sie zum Handschmeichler werden und sich warm anfassen lassen".

Aber nicht nur ihre Papiermaché-Köpfe machen ihre Puppen zu etwas Besonderem. Auch in ihrer Puppenbekleidung spiegelt sich eine spezielle Note wider. Durch eigenes Einfärben der Filze entstanden warme Farbtöne und eine anschmiegsame Materialbeschaffenheit.

Ihr Interesse für die Puppenherstellung und die damit verbundenen, künstlerischen Tätigkeiten entdeckte Christa Mann bereits im Kindesalter. Geboren in München, siedelte sie während der Kriegswirren mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Sonneberg in Thüringen über. Schon als kleines Mädchen nutzte sie jede Gelegenheit, um den Puppenkopfmalern, den Drückern oder den Näherinnen in Sonnebergs Heimarbeiterstuben bei der Arbeit zuzuschauen.

Nach der Schulzeit absolvierte sie zunächst eine Ausbildung als Schaufensterdekorateurin in Leipzig und arbeitete anschließend für die Centrum-Warenhäuser in der ehemaligen DDR.

Grotesk-Puppe "Rosine"

Nach einer Anfrage der Geschäftsführung stieg Christa Mann als Autodidaktin in die Puppengestaltung ein und entwarf ihr "Centrum-Baby". Christa Mann nutzte ihre guten Kontakte nach Sonneberg und konnte den Leiter der Firma Rothschild für sich gewinnen. 1968 wurde ihre Grotesk-Puppe "Rosine" industriell hergestellt und auch verkauft. In den 1970er Jahren wechselte sie zu einem Sonneberger Spielzeugfabrikanten. Hier sammelte sie ersten Erfahrungen für ihre spätere Selbstständigkeit.

1988 verließ Christa Mann die DDR und blieb nach einem Besuch in Coburg in der für sie "freien" Welt. Ab den 1990er Jahren zeigten sich die ersten Erfolge ihres Schaffens: Mit den "Wald- und Wiesenkindern" gelang ihr der Einstieg in die Künstlerpuppen-Szene. 1992 belegte sie mit ihnen den zweiten Platz bei der "Doll Art" in Frankfurt am Main. Mehrere Preise und Auszeichnungen folgten und gipfelten im Jahr 2000 im Max-Oscar-Arnold Kunstpreis für ihr Lebenswerk als etablierte Puppenkünstlerin.

Christa Mann kann damit auf ein umfangreiches und vielfältiges Schaffen zurückblicken, das sie nun in die Obhut des Coburger Puppenmuseums gegeben hat. Künftig werden in drei Vitrinen im zweiten Stock einzelne Objektgruppen daraus gezeigt. Diese sollen dann in unregelmäßigen Abständen gewechselt werden.

Leben und Werk von Christa Mann

Geboren in München Ausbildung als Schaufensterdekorateurin in Leipzig Arbeitsplätze Centrum-Warenhäuser in der ehemaligen DDR und in den 1970er Jahren ein Sonneberger Spielzeugfabrikant (hier sammelte sie die ersten Erfahrungen für ihre spätere Selbstständigkeit) Übersiedlung 1988 verließ Christa Mann die DDR und blieb nach einem Besuch in Coburg. Preise 1992 Auszeichnung mit dem zweiten Preis auf der Fachmesse "Doll Art" in Frankfurt für die "Wald- und Wiesenkinder" 1995 zwei Siegerpreise auf der Fachmesse "Eurodoll" in Bregenz für Puppen aus Papiermaché und für Fantasie- und Fabelwesen 1995 "Gläserner Feenstab" des Verlagshauses Wohlfahrt (Fachverlag für Puppen und Spielzeug) für "Zwölflein" und "Rosine" aus Filz 1997 Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis der Stadt Neustadt bei Coburg für die in Erinnerung an die Nachkriegszeit kreierten "Webergassenkinder" als beste Kinderdarstellung (befindet sich in Privatbesitz) 2000 Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis für das Gesamtwerk eines etablierten Künstlers 2000 Käthe-Kruse-Trophy GDS-Convention für die beste Kleinkinddarstellungred

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