Neustadt
Sommerputz

Neustadts "Bademehr" ist nicht mehr leer

Die Freibadsaison nutzten die Stadtwerke, um das Hallenwellenbad für eine Weile zu schließen. Ohne Wasser und Badegäste wurden die Anlagen überprüft und gewartet. Ab Sonntag kann wieder geplantscht werden.
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Das Neustadter Familienbad "Bademehr" ist gründlich geputzt und aufpoliert worden und wartet ab Sonntag wieder auf Badegäste.
Das Neustadter Familienbad "Bademehr" ist gründlich geputzt und aufpoliert worden und wartet ab Sonntag wieder auf Badegäste.
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Auch ein Schwimmbad braucht mal Ferien, oder besser Erholungsurlaub. Das Neustadter Familienbad ist das einzige Hallenbad-Wellenbad in der Region.

"Es steckt einiges an Technik dahinter, um zwischen dem normalen Schwimmbadbetrieb auch noch die Welle abzudecken", erklärt Marco Höhn von den Stadtwerken. Dazu ist beispielsweise eine hydraulische Hubwand installiert. Sie trennt beim normalen Betrieb den Schwimmerbereich vom Nichtschwimmerteil des Beckens. Bei Wellenbetrieb wird die Wand abgesenkt. Der Nichtschwimmerbereich wird dann zum Strand, an dem die Wellen ausrollen und die Besucher in der Brandung sitzen können.

Allerdings muss für den Wellenbetrieb der Wasserspiegel um einiges abgesenkt werden. Ein beachtlicher Teil des Wassers, nämlich rund 300 Kubikmeter, muss daher zwischengelagert werden. Schließlich kann der Bäderbetrieb nicht jedesmal so eine Wassermenge in den Abwasserkanal pumpen und dann neu einfüllen.
Große Wasserkammern unter dem Becken speichern das Wasser während des Wellenbetriebs.

Unter der Stirnseite des Beckens befindet sich ein Raum, der beim Sinken des Wassers zum Teil frei wird. Über große Lüfter wird dort abwechselnd Luft hineingepumpt und abgelassen. So wird die Welle erzeugt, die den Besuchern so viel Spaß macht. "Nach dem Wellengang wird das Wasser wieder mit riesigen Kompressoren ins Becken zurück gedrückt", erklärt Höhn. Das dauert nur einige Minuten. Die Hydraulikwand wird wieder hoch gefahren und der Badebetrieb kann schon weitergehen.

Es gibt Arbeiten, die können nur ohne Wasser im Becken durchgeführt werden. Beispielsweise die großen Kammern unter den Becken, in die das Wasser während des Wellenbetriebs hinein fließt, müssen regelmäßig gereinigt und überprüft werden.

Dann gibt es noch eine Vielzahl von Wartungs- und Reparaturarbeiten, die nur durchgeführt werden können, wenn das Bad geschlossen ist. Beispiele hierfür sind Maler- und Lackierarbeiten. Natürlich nutzt der Betrieb dafür die Sommerwochen, wenn in Neustadt mit dem Märchenbad eine Alternative im Freien für die Badebegeisterten zur Verfügung steht.

"Viele der Pumpen und Armaturen sind redundant, das heißt doppelt vorhanden. Wenn an einem dieser Bauteile ein Defekt auftritt, wird mit der Reparatur bis zur Schließung gewartet, somit ist der reguläre Badebetrieb nicht beeinträchtigt" sagt Marco Höhn.

Ein weiterer Grund für die "Ferien" des Bades sind Einsparungen an Energie- und Personalkosten. Nur wenn kein Wasser im Becken ist muss dieses nicht aufbereitet und umgewälzt werden. Auch die Beleuchtung, Heizung und Lüftung verbrauchen jede Menge Energie.

Hier für eine Weile Pause zu machen, hilft, das jährliche Defizit zu reduzieren, um auch in den nächsten Jahren das Bad weiter betreiben zu können. Das Familienbad wird am kommenden Sonntag, 24.August, um 8 Uhr, wieder für die Badegäste öffnen.

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