Neustadt bei Coburg
Gesellschaft

Neustadter Mittelschule Am Moos trägt nun einen besonderen Titel

Verantwortung übernehmen und Flagge zeigen: Das erfordert die Titelverleihung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" nun von der Mittelschule Am Moos.
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Bei der Titelverleihung (von links): Sabine Gerstner, Regionalkoordinatorin beim Bezirksjugendring  Oberfranken; Patrick Wolf, Landeskoordinator beim Bayerischen Jugendring;  Michael Häfner, Geschäftsführer beim HSC 2000 Coburg; Jens Alex,  Schulleiter; Valeska Laber und Polat Cengiz, Schülersprecher,  Sebastian Weber und Jakob Knauer, Spieler beim HSC 2000 Coburg mit Trainer  Jan Gorr; Uwe Dörfer, Schulamtsdirektor; Elke Protzmann, Zweite Bürgermeisterin  Foto: Manja von Nida
Bei der Titelverleihung (von links): Sabine Gerstner, Regionalkoordinatorin beim Bezirksjugendring Oberfranken; Patrick Wolf, Landeskoordinator beim Bayerischen Jugendring; Michael Häfner, Geschäftsführer beim HSC 2000 Coburg; Jens Alex, Schulleiter; Valeska Laber und Polat Cengiz, Schülersprecher, Sebastian Weber und Jakob Knauer, Spieler beim HSC 2000 Coburg mit Trainer Jan Gorr; Uwe Dörfer, Schulamtsdirektor; Elke Protzmann, Zweite Bürgermeisterin Foto: Manja von Nida
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Die Schüler der Neustadter Mittelschule Am Moos hatten am Donnerstagvormittag mit ihrer ganzen Schulfamilie allen Grund zum Jubeln: Gerade wurde ihrer Schule der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen. Dafür gab es eine Urkunde, die Landeskoordinator Patrick Wolf vom Bayerischen Jugendring und Regionalkoordinatorin Sabine Gerster vom Bezirksjugendring Oberfranken überreichten. Die Handballer des HSC 2000 Coburg haben zudem die Patenschaft übernommen. Damit ist die Moosschule die 3000. im deutschlandweit größten Schulnetzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", in dem sich über zwei Millionen Schüler und Pädagogen organisieren, rund zehn Prozent aller Schulen in Deutschland. Bayern ist mit 618 Courage-Schulen an zweiter Stelle im Netzwerk.

"Das macht mich froh, dass heute so viele Gäste dem Festakt beiwohnen. Das zeigt, welch hohen Stellenwert die heutige Veranstaltung für uns alle hat", dankte Schulleiter Jens Alex. In Zeiten, in denen in den Medien von Fremdenhass, Verachtung von Minderheiten, Fake-News, einer Verrohung der Gesellschaft und insbesondere der Jugend gesprochen werde, sei dieser Titel umso wichtiger. Courage bedeute Beherztheit, Mut oder Unerschrockenheit. "Diesen Mut, diese Unerschrockenheit wünsche ich mir für uns als Schulfamilie", sagte der Schulleiter.

Genau die 3000. mit dem Titel

In Deutschland gebe es circa 33 000 allgemeinbildende Schulen. "Wir sind heute genau die dreitausendste, die diesen Titel bekommt. Es ist ein Versprechen von uns, für ein hier und heute und natürlich für die Zukunft unserer Schule", bekräftigte Alex. Als Schule mit sportlichem Schwerpunkt sei man besonders stolz, jetzt als ein Teil des Netzwerks Verantwortung zu übernehmen und Flagge zu zeigen. Besonders erfreulich sei es, dass die Handballmannschaft HSC 2000 Coburg die Patenschaft für die neue Courage-Schule übernommen habe. Die Moosschule habe bereits in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie sich für ein menschenfreundliches und offenes Schulklima eingesetzt habe. Der Titel sei absolut verdient. "Es macht mich als Schulleiter stolz, dass sich an unserer Schule 86,4 Prozent der Schulgemeinschaft für diesen Weg entschieden haben", sagte er.

"Es macht Mut zu sehen, wie engagiert sich die Schüler für die nachhaltige Veränderung ihres Schulklimas einsetzen und sich damit für die Gleichwertigkeit aller Menschen stark machen", betonte Patrick Wolf, zumal soziale und politische Konflikte wie ideologische Auseinandersetzen vor dem Schultor nicht Halt machten. "Wir unterstützen ,Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage‘, weil wir Diskriminierung und Rassismus beim Sport sowie in der Schule nicht tolerieren. Als Sportverein unterstützen wir die gleichen Werte und freuen uns über die Patenschaft", sagte HSC-Geschäftsführer Michael Häfner. "An euch können sich andere ein Beispiel nehmen", ergänzte auch HSC-Mannschaftskapitän Sebastian Weber. Die Schülersprecher Valeska Laber und Polat Cengiz zeigten sich über den Besuch des HSC 2000 begeistert. In ihrer Schülerrede versicherten sie: "Bei uns an der Schule spielt es keine Rolle, woher jemand kommt. Es geht uns darum, wie man ist, wie man lernt, was man für die anderen tun kann." Schulamtsdirektor Uwe Dörfer lobte in seinem Grußwort das große Engagement sowohl im musischen, kulturellen als auch im Sportbereich. "In der Schule können wir die Basis für unsere Gesellschaft schaffen. Ihr seid sehr engagiert", dankte Dörfer. Möge es eines Tages statt Schule ohne Rassismus, Gesellschaft ohne Rassismus stehen. Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) zeigte sich mächtig stolz, überreichte ein flaches Gastgeschenk und Zweite Bürgermeisterin Elke Protzmann (CSU) wünschte: "Diese Auszeichnung möge in die Zukunft wirken. Neustadt ist stolz darauf, so eine Schule wie die eure zu haben." Die Schulband schmückte heiter musikalisch den Festakt, und das Beste kam zum Schluss: Handball-Torwandwerfen mit den HSC-Spielern. Dabei gab es lauten Jubel: Die Moosschule siegte gegen die Handball-Profis.

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