Coburg
Gericht

Neustadter für Einbrüche verurteilt

Der Prozess um eine Einbruchserie im Raum Neustadt ist zu einem Ende gekommen. Der Angeklagte wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
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Der Angeklagte war an den Einbrüchen beteiligt, das sah das Gericht als erwiesen an. Symbolbild: Daniel Maurer
Der Angeklagte war an den Einbrüchen beteiligt, das sah das Gericht als erwiesen an. Symbolbild: Daniel Maurer

Das Urteil, darin waren sich Richterin, Staatsanwältin und Verteidiger einig, hing an der Glaubwürdigkeit vor allem eines Zeugen. Waren dessen Ausführungen schlüssig, oder zeigte mancher Widerspruch, dass er seinen ehemaligen Freund bloß mit hineinziehen wollte? Die Plädoyers wie die Urteilsbegründung drehten sich vor allem um diesen Dreh- und Angelpunkt, wie es Richterin Jana Huber ausdrückte.

Am Ende wurde der 31-jährige Neustadter wegen Beteiligung an insgesamt fünf Einbrüchen und Körperverletzung zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Gericht hatte dem Komplizen also Glauben geschenkt, blieb aber unter den von der Staatsanwältin geforderten Strafe von vier Jahren und sechs Monaten.

Nach den Brüchen kam der Bruch

Gemeinsam waren die beiden einstigen Freunde in Diskotheken, Gastwirtschaften, eine Postfiliale und ein Wohnhaus im Raum Neustadt eingebrochen. Insgesamt haben sie eine Beute im Wert von etwa 16 000 Euro gemacht. Sie brachen unter anderem Spielautomaten auf oder stahlen Traversen.

Den aktiven Teil, so sah es das Gericht als erwiesen an, hatte dabei nicht der Angeklagte gespielt. Der wartete meist vor den Gebäuden, um zu warnen, half aber zuweilen auch beim Transportieren der Beute. In den meisten Fällen wurde diese zwischen den beiden Tätern aufgeteilt.

Zum Bruch zwischen den Komplizen kam es, weil der Angeklagte seinen Freund zunehmend wegen des starken Alkoholkonsums kritisierte und ihn aus der Wohnung geworfen hatte, in der er den Freund kurzzeitig übernachten ließ. Ob und in wiefern der 31-Jährige dafür eine Gegenleistung in Form der Einbrüche forderte und ob sich der Freund geweigert hatte, diese weiter zu begehen, konnte vor Gericht nicht geklärt werden.

Sicher ist nur, dass es aufgrund des Streits zu einer körperlichen Auseinandersetzung kam. In Folge dessen sagte der nun ehemalige Freund des Angeklagten, er würde diesen mithineinziehen und ging zur Polizei. Dort gestand er dann seine Taten und zeigte den Angeklagten an.

Dass Rache ein Motiv dabei war, stellte Richterin Huber nicht in Abrede, betonte aber, dass das nicht zu einer Unglaubwürdigkeit des Zeugen führen würde. Er habe in jener Nacht spontan entschieden zur Polizei zu gehen. "Diese Aussage ist eine klassische Kurzschlusshandlung gewesen", sagte die Richterin. In den folgenden Vernehmungen und Aussagen vor Gericht konnte der Zeuge seine Vorwürfe immer wieder konstant wiederholen, so Richterin Huber.

Verteidiger Andreas Kittel hatte in seinem Plädoyer versucht, diese Konstanz zu widerlegen. "Die Fälle haben stattgefunden, keine Frage", sagte er, aber die Anklage seines Mandanten für die Beteiligung hänge eben nur an den Aussagen des einstigen Freundes. Die Aussagen aber habe er hingegen nicht glaubhaft vorbringen können, im Gegenteil, der Verteidiger traute dem zentralen Zeugen durchaus zu, komplexe Konstruktionen zu entwickeln, um den Angeklagten schwer zu belasten.

Kein minder schwerer Fall

Wichtig war der Richterin letztlich aber auch, dass Teile der Beute beim Angeklagten zu Hause gefunden wurden und ein neutraler Zeuge die Schilderung der Auseinandersetzung, wie sie der Komplize erzählte, stützte.

Zugunsten des Angeklagten legte das Gericht die Handgreiflichkeit nicht als gefährliche Körperverletzung aus. Dafür war seine Beteiligung an den Einbrüchen durch Gewerbsmäßigkeit und Sachbeschädigung kein minder schwerer Fall. So wurde der Angeklagte zu einer Strafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

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