Neustadt bei Coburg
Jubiläum

Neustadt und Villeneuve sur Lot bekräftigen ihre Städtpartnerschaft

40 Jahre "Jumelage" zwischen Neustadt und Villeneuve sur Lot gefeiert und bekräftigt. Oberbürgermeister unterstrichen politische Bedeutung.
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OB Frank Rebhan (rechts) und der OB Patrick Cassany von Villeneuve sur Lot freuen sich auf die nächsten Jahre der deutsch-französischen Jumelage. Beide Oberbürgermeister halten die Erneuerung ihrer Städtepartnerschaft auch schriftlich fest. Fotos: Manja von Nida
OB Frank Rebhan (rechts) und der OB Patrick Cassany von Villeneuve sur Lot freuen sich auf die nächsten Jahre der deutsch-französischen Jumelage. Beide Oberbürgermeister halten die Erneuerung ihrer Städtepartnerschaft auch schriftlich fest. Fotos: Manja von Nida
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Am Wochenende feierte die bayerische Puppenstadt Neustadt mit ihren französischen Freunden aus Villeneuve sur Lot ihr 40-jähriges Städtepartnerschaftsjubiläum. Beim Festakt in der kultur.werk.stadt
vollzogen Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) und sein französischer Amtskollege Patrick Cassany den offiziellen Akt der Erneuerung, so auch beide Städtepartnerschaftskomitee-Vorsitzenden, Antoine Gonzales und Klaus Eichhorn.
"Ich werde dir nie irgendwo reinreden, aber eins, mein Jung: kümmere dich um die Partnerschaft mit Villenneue", hatte Neustadts ehemaliger Stadtvater Helmut Grempel, ein Gründungsvater der Städtepartnerschaft, OB Rebhan bei dessen Amtseintritt vor 23 Jahren ans Herz gelegt. "Ich habe gesagt, das werde ich tun. Mein Leben wäre um ein Stück ärmer, hätte ich Euch nicht kennenlernen dürfen", sagte OB Rebhan zu seinen französischen Gästen.
Gleich nach seinem Amtsantritt reiste Rebhan nach Villeneuve. "Und ich war seither immer wieder mit großer Freude bei Euch". Deutsch-französische Freundschaft und das Miteinander seien in dieser Zeit ein hohes Gut. Das Erstarken von Rechtspopulisten und Nationalisten weltweit habe in den letzten gut 100 Jahren mehrfach in die Katastrophe geführt. Die Geschichte lehre: nicht weniger, vielmehr mehr Europa, "denn für Frieden und Wohlstand ist ein geeintes Europa ohne jede Alternative", so Rebhan.
"Ich bin sehr dankbar über den Weitblick der Menschen damals, die in einer schweren Zeit den Schritt aufeinander zugegangen sind, jeweils dem anderen Vertrauen schenkten und sich die Hände reichten". Diese ursprünglichen Ansätze beider Länder hätten die Menschen aufgegriffen und das Miteinander gelebt, dankte OB Rebhan. "Die Herzlichkeit und Wärme, die wir bei Euch, liebe Freunde, und mit Euch erleben durften, sind ein wertvoller Teil unserer Lebenserfahrung geworden. Danke für Euer Engagement für die Partnerschaft und vor allem für Eure Freundschaft".


In nettem Deutsch

Im netten Französisch sprach OB Rebhan und OB Cassany im netten Deutsch: "Heute lege ich großen Wert darauf, mich vor Ihnen auf Deutsch auszudrücken". Es sei ihm eine große Ehre und Freude, als OB von Villeneuve alle zu begrüßen. Seit 2001 sei er mehrmals hierhergekommen, auch zum 25-,30- und 35-jährigen Jubiläum und zur Namensgebung des Freizeitparks hier. "Ich habe mich auch gefreut, viele von Ihnen in Villeneuve zu empfangen". Gegenseitige Besuche würden das echte Freundschaftsband zwischen den Menschen beider Städte unterstreichen. Diese Partnerschaft stehe unter dem doppelten Stempel des Friedens und des Aufbaus eines Europas der Bürger. Unter dem Stempel des Friedens, denn beide OB damals hätten die schrecklichen Jahre des II. Weltkrieges miterlebt. "Sie hatten verstanden, das gegenseitige Verständnis und die Bande zwischen unseren beiden Völkern zu verstärken, Beziehungen anzuknüpfen". Man werde die Stärke dieser Bande, die Bedeutung der persönlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den vielen Städten nie genug ermessen können. "Einige dieser Bande haben sogar zu Hochzeiten geführt", sagte Cassany schmunzelnd.


Starke Bande

"Aus Rücksicht auf die gemeinsame Geschichte beider Nationen, die sich von einer Generation zur anderen mit Waffen in den Händen gegenüberstanden, können wir den zurückgelegten Weg schätzen, der heute einen Konflikt zwischen Franzosen und Deutschen unvorstellbar macht. Der europäische Aufbau, und ich bin überzeugt, die Bande der individuellen Beziehungen und die der Städte sowie der Austausch zwischen der Jugend haben diese positive Entwicklung geschafft. Der Aufbau einer europäischen Bürgerschaft muss unser gemeinsames Ziel bleiben, eine Zusammensetzung von Nationen, die gemeinsame Lebensarten, eine gemeinsame Kultur und demokratische Werte teilen", sagte Cassany. Dies sei die neue Herausforderung von Partnerschaften der kommenden Jahre. "Diese Botschaft ist besonders in einer Zeit wichtig, in der die Werte geschwächt werden. Partnerschaft trägt den Frieden und die Freundschaft über die Grenzen, der Aufbau der europäischen Bürgerschaft wird den Beziehungen unserer Städte und ihren Menschen einen neuen Schwung geben".


Nationalhymnen gespielt

Das Salonorchester schmückte die Reden feierlich mit den Nationalhymnen und alle sangen mit. "Es lebe die deutsch-französische Freundschaft. Möge diese Partnerschaft zwischen Villeneuve sur Lot und Neustadt noch lange leben", wünschten sich beide Oberbürgermeister.
Dirk Krebs, Französischlehrer am Arnold-Gymnasium, berichtete vom lebendigen Schüleraustausch, der 2012 erneut auflebte, dank Neustadts Partnerschaftskomitee-Vorsitzenden Klaus Eichhorn. "Die Woche in Frankreich mit unseren Schülern ist für mich jedes Jahr das Highlight des Schuljahres".
"Salut d`Amour", so liebenswürdig klang die Begrüßung des Salonorchesters der Gesellschaft der Musikfreunde Neustadt unter der Leitung von Norbert Luche. Und genau so liebenswürdig entließ das Salonorchester die Festgäste zur anschließenden humorigen Ausstellung "deutsch-französische Freundschaft". Dann durfte im Garten das Wiedersehen unter Freunden gefeiert werden. mvn
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