Neustadt bei Coburg
Wandertag

Neustadt bewegt sich wieder: Wandern entlang der ehemaligen Grenze

Gestartet einst als eine Art politisches Statement, ist der "Neustadter Wandertag" am Tag der Deutschen Einheit eine Veranstaltung für alle geworden.
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Wanderer bei der 1. Grenzlandwanderung am 17. Juni 1968 an der "Gebrannten Brücke"  Repro: Dieter Seyfarth
Wanderer bei der 1. Grenzlandwanderung am 17. Juni 1968 an der "Gebrannten Brücke" Repro: Dieter Seyfarth
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Zum zweiten Male richten der TBVfL 07 Neustadt und der Sportkeglerverein Neustadt mit Unterstützung der Stadt Neustadt und unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Frank Rebhan am Mittwoch, 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit), den "Neustadter Wandertag" aus. Start und Ziel ist am Waldfriedensee im Neustadter Stadtteil Wildenheid. Startzeit ist zwischen 9 und 10 Uhr. Es werden zwei ebene und somit familienfreundliche Strecken angeboten. Die Strecke A ist 14 Kilometer und die Strecke B acht Kilometer lang. Die Startgebühr beträgt fünf Euro. Darin enthalten ist ein Verzehrbon im Werte von 2,50 Euro, außerdem die kostenfreie Teilnahme an einer Tombola mit Sachpreisen. Bei der Zielankunft spielt ab 13 Uhr die Stadtkapelle Neustadt zur musikalische Unterhaltung auf. Für Speisen und Getränke ist gesorgt. Bei der Siegerehrung (etwa um 14 Uhr) werden die drei stärksten Wandergruppen mit Pokalen geehrt. Startkarten können am Veranstaltungstag am Start gekauft werden oder bereits vorher in der Kultur.werk.stadt Neustadt (Telefon: 09568/81126, E-Mail: ingrid.fabisch@neustadt-bei-coburg.de) und beim SKV Neustadt (Telefon: 09568/2196, E-Mail: neustadterwandertag@necnet.de) bestellt und abgeholt werden.

Die Anfänge

Der "Neustadter Wandertag" ist aus der früheren "Grenzlandwanderung" und der Veranstaltung "Neustadt bewegt sich - Neustadt wandert" hervorgegangen. Bereits am 17. Juni 1968, dem damaligen "Tag der Deutschen Einheit", fand die erste "Grenzlandwanderung" statt. Eingeführt wurde sie seinerzeit, um auf die unrühmliche Teilung Deutschlands und die unmenschlichen Grenzsperranlagen im Neustadter Raum hinzuweisen. Damals organisierte die Neustadter DAV-Sektion die Veranstaltung. Im "Neustadter Tageblatt" vom 19. Juni 1968 hieß es damals unter der Überschrift "Eine sinnvolle Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit": "Zu einer Kundgebung größten Ausmaßes wurde der 1. Grenzlandwandertag, den die Stadt Neustadt unter der Regie des Stadtverbandes für Leibesübungen durch den Alpenverein, Sektion Neustadt, am 17. Juni 1968, dem Tag der Deutschen Einheit, erstmals ausrichten ließ. 730 Teilnehmer begaben sich auf die 23 Kilometer lange Rundstrecke in den grenznahen Bereich und an die Zonengrenze. Alle Grenzwanderer waren stark beeindruckt von den Härten, welche die Zonengrenze in ihrer Weite und Breite ahnen lässt, ebenso wie sie ihre helle Freude an der Schönheit des im Schatten der Thüringer Berge liegenden Grenzlandes hatten."

Der Ausrichter wechselte mehrere Male, von der Sektion Neustadt des Deutschen Alpenvereins (1974) zum Stadtverband für Leibesübungen (1975 und 1976) und den "Wanderfreunden Neustadt". Diese richteten die Grenzlandwanderung bis 2000 aus. Nach über zehn Jahren regte Dieter Seyfarth an, eine grenzüberschreitende Wanderung unter dem Motto "Neustadt bewegt sich - Neustadt wandert" zu machen, die zugleich auch an die Teilung Deutschlands erinnern sollte. Mit Zustimmung des Kultursenates wurde die Ausrichtung dem Deutschen Alpenverein - Sektion Neustadt - übertragen, der bis 2015 die Wanderungen durchführte.

Ein besonderer Wandwertag

2015 erlangte die Wanderung eine besondere Bedeutung, da am 3. Oktober 2015 in Sonneberg eine zentrale Feier "25 Jahre Deutsche Einheit" mit großem Festprogramm stattfand. Nachdem die der DAV die Grenzlandwanderung 2016 nicht mehr durchführte, übernahmen dankenswerter Weise der TBVfL 07 Neustadt und der Sportkeglerverein Neustadt erstmals am 3. Oktober 2017 dies unter dem Namen "Neustadter Wandertag".

Nun hoffen die Veranstalter auf gutes Wetter am 3. Oktober und auf guten Zuspruch der Wanderfreunde aus Neustadt und der gesamten Coburger und Sonneberger Region.

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