Coburg
Brauhof

Neues Leben für eine Coburger Ruine

Hinter dem Utopolis-Kino sollen fünf Gebäude mit insgesamt 38 Wohnungen entstehen. Die Wohnbau hat das Areal im Vorjahr verkauft, weil sie selbst angesichts ihrer übrigen Baustellen keine Kapazitäten mehr dafür frei hatte.
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Das Brauhof-Areal vom Hahnweg aus gesehen. Fotos: Simone Bastian
Das Brauhof-Areal vom Hahnweg aus gesehen. Fotos: Simone Bastian
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Nun soll es schnell gehen: Abriss in etwa vier Wochen, Baubeginn "spätestens nach den Sommerferien", Fertigstellung der Wohnungen möglichst noch im Jahr 2016, sagt Thomas Albert. Er und Michael Mühlherr sprechen für die Investorgesellschaft Weber GmbH, die das Projekt mit fünf Wohngebäuden finanziert.

Der Verkauf der Wohnungen liegt in den Händen von Michael Schulz und Stefan Büttner von Coresale. Die beiden Immobilienentwickler haben das gesamte Geschäft begleitet: Im Frühjahr 2014 sei die Coburger Wohnbau auf ihn zugekommen, berichtete Michael Schulz am Freitag vor Journalisten. Schulz vermittelte das Gebiet schließlich an die Weber GmbH, die derzeit auch das Gewerbegebiet bei Ebersdorf projektiert. Der Verkauf des Geländes erfolgte am 1. September.

Erste Konzepte der Wohnbau

Die Wohnbau hatte das Brau hofareal vor einigen Jahren von der Stadt übernommen und im Zeitraum 2009/10 bauliche Studien in Auftrag gegeben. Die fertigte das Büro für Städtebau von Professor Walter Ackers, das kurz zuvor das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek) für Coburg erstellt hatte.

Die damaligen Studien, fünf an der Zahl, dienten denn auch als Grundlage für die aktuellen Planungen. Die Investoren entschieden sich für die Variante mit fünf drei- bis viergeschossige "Stadtvillen". Locker auf dem jetzt brachliegenden Areal verteilt, sollen sie insgesamt 38 Wohnungen aufnehmen. Hinzu kommen 52 Parkplätze, teilweise in Tiefgaragen. Zehn dieser Parkplätze sollen öffentlich gewidmet werden, so verlange es die Stadt Coburg, sagt Thomas Albert.

Für das Bauvorhaben musste der vorhandene Bebauungsplan geändert werden. Weil so ein Verfahren öffentlich im Bau- und Umweltsenat behandelt wird, meldeten sich schon nach den ersten Zeitungsberichten die ersten Interessenten, berichtet Michael Schulz. Seit Ende Dezember liegt nun das Exposé vor; die Wohnungen kosten je nach Größe zwischen 172.000 und 434.000 Euro. Zwölf der Wohnungen sind über 120 Quadratmeter groß, die übrigen liegen zwischen 61 und 78 Quadratmetern. Die ersten sind schon vorreserviert, "obwohl wir noch gar keine Werbung gemacht haben", wie Thomas Albert betont.

"Zeitfenster günstig"

Die Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum in Coburg sei größer als das Angebot, sagt Stefan Büttner von Coresale. "Der Markt hat definitiv angezogen", bestätigt Michael Schulz. Allerdings gebe es unterschiedliche Betrachtungsweisen: "Für einen Münchner sind auch Ketschendorf und Scheuerfeld noch Coburger Innenstadt." Auch die Wohnungspreise, die zwar angezogen haben, würden von Menschen aus Ballungsräumen noch als moderat empfunden, sagt Schulz. Wie er berichtet, interessieren sich auch etliche Ex-Coburger, die später möglicherweise zurückkommen wollen, für den Wohnstandort Brauhof.

"Das Zeitfenster für Investitionen ist in Coburg gerade sehr gut, das müssen wir gemeinsam nutzen", sagt Christian Meyer, Geschäftsführer der Wohnbau Coburg. Das städtische Unternehmen hat im Moment allerdings mehrere andere Großbaustellen zu bewältigen: die Sanierung der Ketschenvorstadt, die "Soziale Stadt" Wüstenahorn, die Entwicklung des Güterbahnhofs und demnächst vermutlich erneut das Gebiet rund um den Steinweg. Vor diesem Hintergrund habe sich die Wohnbau zum Verkauf des Brauhofareals entschlossen, berichtet Meyer. "Wir wären in absehbarer Zeit nicht dazu gekommen, und wir müssen auch nichts zurückhalten, um die nächsten zehn Jahre ausgelastet zu sein." Abgesehen davon, biete sich jetzt die Chance, dass durch die Investitionen am Brauhof und am alten Landratsamt das gesamte Quartier aufgewertet werde. Meyer sieht das auch als Herausforderung für die Wohnbau, die auch als Stadt entwicklungsgesellschaft firmiert: "Nun sind wir im Steinweg umso mehr gefordert, um die Lücke zwischen Hahnweg und Albertsplatz zu schließen."


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