Coburg
Zeitplan

Neuer Termin fürs Globe: Juli 2020

Bis November sollen Pläne und Unterlagen fürs Globe vorliegen, so dass die Stadt den Bau ausschreiben kann.
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Das Elisabethanische Theater im Schlosspark von Hardelot in Frankreich diente als Inspiration für die Coburger Globe-Pläne. Im April reisten Vertreter der Globe-Coburg GmbH an die französische Kanalküste, um sich zu informieren. Foto: Michael Stoschek
Das Elisabethanische Theater im Schlosspark von Hardelot in Frankreich diente als Inspiration für die Coburger Globe-Pläne. Im April reisten Vertreter der Globe-Coburg GmbH an die französische Kanalküste, um sich zu informieren. Foto: Michael Stoschek
Der Bau des Globe ist vor allem rechtlich eine komplizierte Angelegenheit. Im Februar hatte der Stadtrat in einer Sondersitzung beschlossen, dass er für den Bau des Rundtheaters am Güterbahnhof ("Globe") einen Bau- und Finanzierungsvertrag mit einer Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen Brose, HUK-Coburg und Kaeser Kompressoren abschließen wird.

Diesen Beschluss wird der Stadtrat voraussichtlich im Juni wieder ändern - aus vergaberechtlichen Gründen. Denn die Stadt müsste den Bau des Gebäudes am Güterbahnhof ausschreiben und dürfte ihn nicht einfach an die Arbeitsgemeinschaft vergeben.

Deshalb haben die drei genannten Unternehmen am 2. Mai die Globe Coburg GmbH gegründet. "Diese GmbH wird die Planungsleistungen bis zur Ausschreibung und Projektsteuerung einkaufen und über die Gesellschafter unentgeltlich zur Verfügung stellen", informierte Rechtsrätin Stefanie Grundmann am Donnerstag den Stadtrat. Was die Stadt unentgeltlich erhalte, müsse sie auch nicht ausschreiben. Zu diesem Ergebnis seien im April auch die Gutachter von PriceWaterhouseCoopers gekommen.

Die Planungen sollen Ende Mai offiziell beginnen, im November sollen sie abgeschlossen sein, so dass die Stadt das Projekt beziehungsweise die Gewerke ausschreiben kann. Geht alles glatt, könnte im Mai 2019 der Bau beginnen und wäre nach 14 Monaten im Juli 2020 fertig.

"Haben wir bei der Planung Mitspracherecht? Können wir auch Alternativen entscheiden?", fragte Petra Schneider (SPD). Auf diese Frage wusste Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) noch keine Antwort.

Ausführliche Informationen sind nun für Juni in Aussicht gestellt, wenn auch Vertreter der Globe GmbH und der Projektsteuerer Daniel Preuße die aktuellen Überlegungen vorstellen. Gestern war die Geschäftsführerin der GmbH, Tina Maria Vlantoussi-Kaeser, verhindert.

Globe auf Theater anrechnen
Das Globe soll als erstes das Landestheater Coburg aufnehmen, das grundlegend saniert werden muss. Die bisherigen Zeitpläne waren davon ausgegangen, dass der Theaterbetrieb längstens bis Frühjahr/Sommer 2019 im Großen Haus am Schlossplatz aufrecht erhalten werden kann - dann erlischt die Betriebserlaubnis für die technischen Einrichtungen.

Das Globe wäre aber frühestens im Sommer 2020 fertig. Deshalb fragte Klaus Klumpers (ÖDP), ob die Betriebserlaubnis verlängert werde. Tessmers Antwort: "Das ist momentan in Arbeit."

Die Sanierung des Landestheaters wird der Freistaat Bayern zu 75 Prozent übernehmen. Deshalb beteiligt er sich auch an den Kosten für die Ausweichspielstätte, die das Theater während der auf (derzeit) vier Jahre veranschlagten Sanierungszeit braucht. Zehn Millionen Euro hatte der damalige Finanzminister Markus Söder nach heftigem Drängen von Michael Stoschek (Brose) zugesagt (siehe "Hintergrund").

Inzwischen ist die Finanzierungsvereinbarung für die Sanierung des Landestheaters zwischen der Stadt Coburg und dem Freistaat Bayern entsprechend geändert, informierte Stefanie Grundmann: Die Stadt Coburg übernimmt den Bau des Globe, kann aber ihre Kosten bis zehn Millionen Euro auf ihren Anteil an der Sanierung des Theaters anrechnen lassen. Denn diese Sanierung muss die Stadt zu 25 Prozent bezahlen.

Hintergrund: Warum ein Globe?
Anlass Das historische Gebäude des Landestheaters soll über mehrere Jahre hinweg saniert werden. Deshalb braucht das Theater eine Ausweichspielstätte. Ob es eine feste Interimsspielstätte sein soll oder ein Zelt, darüber war in der Stadt lange diskutiert worden.

Anger Am Ende hatte sich der Stadtrat für den Standort Anger entschieden: Für die alte Dreifachturnhalle wurde Ersatz geschaffen; die Sporthalle selbst wäre aber nur sehr teuer zum Theater zu ertüchtigen gewesen. Also entschied man sich, die Sporthalle samt Zuschauertribüne abzureißen und durch einen Bühnentrakt mit Zuschauerraum zu ersetzen. Die Umkleiden etc. hätten als Funktionsräume gedient.

Abrisskandidat Der Freistaat hätte die Interimsspielstätte zu 75 Prozent finanziert, wenn sie hinterher wieder abgebaut wird. Deshalb war ein wiederverwendbarer Bau ausgeschrieben. Doch auch der hätte um die zehn Millionen Euro gekostet.

Nachhaltig Kurz vor der endgültigen Entscheidung kam ein Rundbau (Globe) am Güterbahnhof als Alternative in die Diskussion. Für die Stadt sei eine nachhaltige und architektonisch anspruchsvollere Lösung besser, argumentierten in der Folge die Unternehmer Michael Stoschek (Brose), Klaus-Jürgen Heitmann (HUK-Coburg) und Tina Vlantoussi-Kaeser (Kaeser Kompressoren). Diese drei Unternehmen stellen gemeinsam drei Millionen Euro zur Verfügung, um das Globe in Coburg zu bauen. Michael Stoschek gelang es außerdem, den bayerischen Finanzminister davon zu überzeugen, dass ein fester Zuschuss besser sei als eine Beteiligung in prozentualer Höhe.
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