Coburg

Neuer ICE-Bahnhof statt Lückenschluss?

Während der Bau einer Bahntrasse durch das Lautertal bei den Landratskandidaten auf wenig Gegenliebe stößt, bringt Landrat Michael Busch eine neue, alte Variante ins Gespräch: Eine Haltestelle außerhalb des Coburger Stadtgebietes.
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Auf dem Podium (von links): Christoph Raabs (ÖDP), Michael Busch (SPD), Moderatorin Anja Hampel und Rainer Mattern (CSU).
Auf dem Podium (von links): Christoph Raabs (ÖDP), Michael Busch (SPD), Moderatorin Anja Hampel und Rainer Mattern (CSU).
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Viele Freunde hat er nicht, der Lückenschluss im Bahnverkehr Richtung Thüringen durch das Lautertal. Michael Busch (SPD), Rainer Mattern (CSU), Christoph Raabs (ÖDP) - keiner der drei Landratskandidaten stellte sich beim Regionentalk "Auf den Punkt" im Gespräch mit Moderatorin Anja Hampel (Radio Eins) hinter die von der IHK zu Coburg geforderte Variante, die Lücke zur Werrabahn auf diesem Wege zu schließen.

Lückenschluss und ICE-Systemhalt passen nicht in einen Topf

Und es gab in noch einem Punkt Einigkeit: Den Lückenschluss in einen Topf mit dem Kampf um einen ICE-Systemhalt in Coburg zu werfen, macht keinen Sinn. "Das der Lückenschluss irgendetwas mit dem ICE-Halt in Coburg zu hat, glaube ich nicht", sagte Rainer Mattern.
Denn bis 2017 - dem Jahr, in dem die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Nürnberg und Erfurt ihren Verkehr aufnehmen soll - sei es unmöglich, bei der Werrabahn irgendwo eine neue Strecke zu bekommen. 15 Jahre später vielleicht, wenn überhaupt.

Jetzt gehe - auch hier: erneute Einigkeit - es vielmehr darum, erst einmal den Status quo beim Bahnverkehr im Coburger Land abzusichern. Rainer Mattern verwies darauf, dass 2017 der jetzige Bahnknotenpunkt und ICE-Halt Lichtenfels quasi bedeutungslos wird. Ein schwerer Schlag für Coburg und Lichtenfels, aber auch für Südthüringen und Teile des nördlichen und östlichen Oberfrankens. "Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, dass für unsere Menschen der Bahnverkehr funktioniert", forderte Mattern.

Dass der künftige ICE-Halt in Coburg noch lange nicht garantiert ist, war für Christoph Raabs sowieso völlig inakzeptabel: "Der Halt ist absolut erforderlich." Die kommunale Politik dürfe es nicht zulassen, dass sich das Angebot verschlechtere. Eine Trasse durch das Lautertal zu bauen, lehnte Raabs kategorisch ab. Mit der Wiederbelebung der vor Jahren stillgelegten Trasse würde man enormen Widerstand bei den Menschen ernten - und so etwas gehe heute einfach nicht mehr.

Busch: Auf nach Rödental!

Eine Sache musste Michael Busch in der Diskussion um den ICE-Halt dann auch einmal klarstellen: Die Einschleifung - und damit der zwölfminütige Zeitverlust für Züge, wenn sie in Coburg halten - sei von jeher ein Wunsch der Stadt Coburg gewesen. Sie habe sich stets gegen einen Bau der Strecke durch das Stadtgebiet gewandt und damit die Einschleifung notwendig gemacht.

Als Alternative brachte der Landrat hingegen noch einmal einen ICE-Bahnhof im Bereich Dörfles-Esbach/Lautertal ins Gespräch. Freilich sei dieser in den vergangenen Jahren von Bund und Bahn immer wieder abgelehnt worden, doch Busch akzeptierte die Argument nicht: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Bahnhof dort scheitert, weil das Planfeststellungsverfahren zu aufwändig ist."
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