Bad Rodach
Kirche

Neuer Diakon kommt nach Bad Rodach

Jochen Grams wird der neue Diakon für gleich drei evangelisch-lutherische Gemeinden im Coburger Land. Was es mit ihm für Veränderungen gibt bleibt abzuwarten.
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Noch renoviert Jochen Grams, der neue Diakon in Bad Rodach, gemeinsam mit seiner Frau Nicola die neue Wohnung. Fotos: Thomas Heuchling
Noch renoviert Jochen Grams, der neue Diakon in Bad Rodach, gemeinsam mit seiner Frau Nicola die neue Wohnung. Fotos: Thomas Heuchling
Noch stehen in der neuen Wohnung von Jochen Grams Farbroller, Akkuschrauber und allerhand anderes Renovierungsmaterial. Kein Wunder, denn der neue Diakon, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, ist erst vor wenigen Tagen mit seiner Frau Nicola in seiner neuen Gemeinde Bad Rodach angekommen. Am 1. Mai nimmt er offiziell seinen Dienst als neuer Diakon für die Gemeinden Bad Rodach, Unterlauter und Wiesenfeld auf.

"Wir freuen uns auf die neuen Aufgaben und sind gespannt auf die Menschen mit denen wir in Kontakte kommen", sagt Grams. Wenn er von uns spricht, dann meint er sich und seine Frau. Nicola Grams hat zwar beruflich nichts mit den Aufgaben ihres Mannes zu tun, aber ist, wie Grams sagt, auch ein Gemeindemitglied.

"Zu meinen Aufgaben zählt der Predigtdienst, die Seelsorge und auch die Konfirmandenarbeit in den drei Gemeinden", sagt Grams.
Und genau darin sieht er eine große Herausforderung seiner "geteilten Stelle". "Da meine Stelle neu geschaffen wurde sind die Erwartungen der drei Gemeinden wahrscheinlich sehr groß", sagt Grams. Mit rund 60 Prozent ist für Bad Rodach, mit 30 für Unterlauter und mit zehn für Wiesenfeld eingeplant. "Aber das ist nur die Theorie. Es wird sich zeigen, wie viel ich wo genau helfen kann", sagt Grams. Aber bevor er seine Arbeit aufnehmen kann muss er erst einmal sein neues Heim herrichten.

Hilfe bekommt er auch von seinen drei Kindern. Sein mittlerer Sohn ist gerade vor Ort und hilft bei den Maler- und Renovierungsarbeiten. "Bald geht es wieder nach Pfarrkirchen zurück, um die alte Wohnung für den Umzug vorzubereiten", sagt Grams.

Dort war er vor seinem Wechsel nach Bad Rodach auch als Diakon tätig. "Ich wollte wechseln, weil es in der alten Gemeinde mit einer Person nicht so gut harmoniert hat", so Grams. Angefangen hat seine berufliche Laufbahn als Diakon in Wolf ratshausen. Aber um seine Motivation für diese Arbeit zu verstehen, muss man noch weiter zurückgehen und zwar nach Neustadt bei Coburg. Dort ist der 52-Jährige geboren und hat nach seiner Konfirmation ehrenamtlich in der Kirchengemeinde mitgearbeitet. "Ich habe gemerkt, dass mir diese Arbeit Freude bereitet und habe mich damals für meinen Weg entschieden", erinnert sich Grams.


Er freut sich auf seine Aufgaben

Aufregung empfindet er nicht vor seinem Neuanfang im Coburger Land. "Ich bin einfach gespannt auf die Menschen und auch auf die Konfirmanden und darauf was ich neues lernen kann. Besonders freue ich mich auf den Predigtdienst", sagt Grams. Sein Büro wird er im Pfarramt in der Martin-Luther-Straße beziehen, aber auch dort laufen noch die Renovierungsarbeiten.

"Ich denke es wird keine festen Öffnungszeiten geben. Auch wenn jemand nach 17 Uhr anruft und es ihm schlecht geht, habe ich ein offenes Ohr für seine Probleme", betont Grams.

Große Neuerungen oder Veränderungen möchte Grams nicht planen: "Ich mag keine Kollegen, die irgendwo neu ankommen und den Leuten sofort erklären, wie die Welt funktioniert." Grams möchte die Menschen in seinen Gemeinden erst kennenlernen und Kontakte knüpfen . "Ideen kann man viele haben, aber sie müssen auch umsetzbar sein", sagt Grams. Ob er neben der vorgegebenen Liturgie Neuerungen in seinen Gottesdiensten einbringen will, möchte Grams noch nicht genau sagen, "aber möglich ist es schon, ich bin Neuem immer aufgeschlossen".

Auf eines können sich die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde, aber schonmal einstellen: Musik und Gesang, denn für Grams und seine Frau ist das sehr wichtig. "Wir spielen beide Instrumente und singen auch gern. Vielleicht engagieren wir uns auch in einem Chor", sagt Grams. Neben der Kirchenmusik hört der neue Diakon au Pop, Klassik und auch mal härtere Sachen aus der Rockwelt. "Ich bin musikalisch sehr offen. Nur Volksmusik à la Musikantenstadl und Hip Hop und Techno mag ich nicht", so Grams.

Grams erhofft sich Offenheit

Von seinen neuen Gemeinden wünscht er sich Offenheit und Verständnis, vor allem wenn es darum geht sich die vielen neuen Namen zu merken. "Wir sind den Menschen gegenüber aufgeschlossen und hoffen da auf Gegenseitigkeit. Durch die geteilte Stelle wird es am Anfang schwierig jedem neuen Gesicht sofort einen Namen zu zuordnen. Ich hoffe die Leute nehmen mir das nicht übel", sagt Grams. Erste Bekanntschaften hat er schon auf der Straße und bei den Kirchenvorständen geknüpft.

Bei der Begleitung der Konfirmanden - einem wichtigen Teil seiner Arbeit - setzt Grams auf vielfältige Kommunikationswege. "Auf Facebook kann man heute nicht mehr verzichten, wenn man mit Jugendlichen arbeitet. Wenn ich zehn Konfirmanden habe, dann gibt es elf Wege wie ich diese erreichen kann", sagt Grams. Er plädiert aber für eine vorsichtige Nutzung solcher Medien.

Neben dem Gottesdienst können die Gemeindemitglieder ihren neuen Diakon auch in den Wäldern des Coburger Landes treffen, denn Wandern ist eines seiner Hobbys. Auch Pfarrer Ulrich Rauh freut sich auf die Unterstützung durch den neuen Diakon: "Ich habe schon mehrfach mit ihm gesprochen. Wir freuen uns alle auf ihn."
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