Coburg
Touristenattraktion

Neuer Alltag auf der Veste Coburg

Ein neuer Direktor und nach der Landesausstellung 2017 nun die neue "Schatzkammer Glas": Die Kunstsammlungen haben zu ihrer Routine zurückgefunden.
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Im sogenannten Carl-Eduard-Bau der Veste hat die Glassammlung ihr Domizil. Nach der Landesausstellung 2017 wurden die Räume umgestaltet und die Sammlung nun in neuem Licht präsentiert. Foto: Kunstsammlungen Veste Coburg
Im sogenannten Carl-Eduard-Bau der Veste hat die Glassammlung ihr Domizil. Nach der Landesausstellung 2017 wurden die Räume umgestaltet und die Sammlung nun in neuem Licht präsentiert. Foto: Kunstsammlungen Veste Coburg
"Im Burghof hört man alle Sprachen der Welt", sagt Cornelia Stegner, Beauftragte für Bildung und Kommunikation an der Veste Coburg. Auch nach der Landesausstellung im vergangenen Jahr ist die Burg mit ihren Kunstsammlungen ein Anziehungspunkt für Touristen aus dem In- und Ausland.
"Im wieder einkehrenden Alltag werden jetzt neue Akzente gesetzt", kündigt Sven Hauschke an. Er löste Klaus Weschenfelder im Mai als Direktor der Kunstsammlungen ab. Und die Akzente zeigen Wirkung: Vor allem im Juli seien die Besucherzahlen sehr erfreulich gewesen, berichtet Hauschke.
In der aktuellen Sonderausstellung "Rembrandt - Von der Macht und Ohnmacht des Leibes" werden bis September 100 Exponate aus dem Bestand des Coburger Kupferstichkabinetts ausgestellt. Die Ausstellung fand überregional große Beachtung. Am Dienstag, 4. September, wird für Grundschüler ein Halbtagesprogramm in der Sonderausstellung angeboten. In der Dauerausstellung werden Familienführungen angeboten, bei denen Kinder unter sechs kostenlosen Eintritt erhalten.
Seit April wurde die Glassammlung in neues Licht gerückt: Die Räumlichkeiten um den früheren Kongresssaal herum sind jetzt minimalistischer, aber wirkungsvoller eingerichtet. Um die besondere Kunstfertigkeit zu betonen, werden einige Exponate in Einzelvitrinen ausgestellt. Zusätzlich wurden nach der Landesausstellung die Wände verdunkelt, neue Böden gelegt und feines Lichtgefüge installiert. Die Glassammlung, die als eine der bedeutendsten ihrer Art in Europa gilt, wird durch einen prunkvollen Murano-Leuchter beleuchtet.
Das neue Konzept kommt bei den Besuchern sehr gut an: "Viele besichtigen die Glassammlung jetzt länger als vorher, weil mehr Details zu erkennen sind", erklärt Hauschke.
Die Ausstellung zeigt einen Überblick in 1000 Jahre Entwicklung von künstlerisch verziertem Luxusglas. "Dabei erzählt jedes Glas seine eigene Geschichte und repräsentiert das Kulturgut der damaligen Zeit", berichtet der Direktor. Einige der zum Großteil barocken Gläser sind mit Bildern, Signierungen und Texten versehen.
Begründet wurde die Sammlung von Herzog Alfred, der 1899 starb. Seine Witwe, Herzogin Alexandrine, übergab die Sammlung den Kunstsammlungen. Inzwischen sind hier Gläser aus 1000 Jahren zu sehen.


"Hallo Rembrandt" für Schulen

Dieses Jahr neu waren museumspädagogische Programme für dritte und vierte sowie siebte und achte Jahrgangsstufen. Schulklassen durften in der Zeit vor den Ferien die Rembrandt-Ausstellung besichtigen, die eine Ergänzung zum bayerischen Lehrplan darstellt. Zusätzlich wurden Workshops angeboten, um den Schülern die Möglichkeit zu bieten, "sich eigenschöpferisch mit der Materie auseinander zu setzen", erklärt Hauschke. Die Thematik werde so wesentlich attraktiver und greifbarer, als wenn sie nur in der Theorie erklärt wird. "Das Museum lebt schließlich vom Original. Die Radierungen können von keinem Bildschirm ersetzt werden." Das Angebot erfreut sich positiver Resonanz und wurde sogar von Schulklassen außerhalb der Coburger Region (Hof) wahrgenommen.
Des Weiteren kooperierte die Veste dieses Jahr mit der Theaterschule Cobi, die mit Grundlage verschiedener Kunstwerke Theaterstücke vor Publikum aufführte.
"Die Veste wird ununterbrochen weiterentwickelt", erklärt Hauschke. Für den Winter sei eine Sanierung des Treppenhauses und das Erstellen einer 30 Quadratmeter großen Sonderpräsentationsfläche geplant. Auch die Grünflächen werden durchgängig gepflegt, was bei den Besuchern sehr gut ankommt, freut sich Cornelia Stegner. "Wir sind sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung und sehen die permanente Weiterentwicklung als Chance", erläutert Hauschke.


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