Coburg
Nutzungsaufnahme

Neue Sporthalle plangemäß in Betrieb

Die neue Dreifachsporthalle an der Karchestraße ist in Betrieb. Am Donnerstag wird entschieden, wie es mit der alten Angersporthalle weitergeht.
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Von der Galerie im Erdgeschoss bietet sich der Blick in die Sporthallen. Von diesem Gang aus sind auch die Umkleideräume für die Freisportanlagen erreichbar.Simone Bastian
Von der Galerie im Erdgeschoss bietet sich der Blick in die Sporthallen. Von diesem Gang aus sind auch die Umkleideräume für die Freisportanlagen erreichbar.Simone Bastian
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Der Name steht unübersehbar an der Fassade: Angerhalle heißt die neue Sporthalle, die eigentlich an der Ecke Bamberger-/Karchestraße steht. Das, was bisher als "Angersporthalle" oder "Dreifachturnhalle am Anger" diente, steht rund 300 Meter entfernt an der Schützenstraße. Dort findet kein Sportbetrieb mehr statt. Die Schulen und die Vereine nutzen nun die neue Angerhalle.
Am Montag erfolgte die offizielle Nutzungsaufnahme. Das Gymnasium Alexandrinum hat an Montagen die Halle zur Mittagszeit belebt. Die Schulen waren anfangs gegen den Standort, räumt Studiendirektor Herbert Brunner ein, der Leiter des Alexandrinums: Der Fußweg für die Schüler ist um einiges weiter als vorher. Das Alexandrinum löst das Problem dadurch, dass der Unterricht in Doppelstunden erfolgt. Dann können die Schüler den Weg in den Pausen zurücklegen.
Oberstufenbetreuer und Sportlehrer Thomas Lehmann zeigt sich angetan von der neuen Halle: "Das ist schon ein Schmuckstückchen", vor allem vor dem Hintergrund, dass an der vorhandenen Halle nichts mehr erneuert wurde. Außerdem, sagt Lehmann, "durften wir Wünsche außern", was die Ausstattung angeht.
Diese Wünsche sind aber noch nicht alle erfüllt, weil manche Sportgeräte und die Möbel für die Umkleiden im Erdgeschoss noch nicht geliefert wurden. Trainiert werden kann trotzdem, denn die Umkleiden im Erdgeschoss sollen für die Außensportanlage genutzt werden. Die Umkleiden für die Halle selbst liegen im Untergeschoss, wie auch die halbe Halle im Boden versenkt wurde. All das dient dem Passivhausstandard, den die Halle erfüllt. Sie braucht also keine Heizungsanlage.
8,29 Millionen Euro hat sie gekostet - etwas mehr, als am Anfang bewilligt wurde. Die Mehrkosten führt Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) damit, dass der Baugrund aufwendig saniert werden musste. Ansonsten sei es trotz teurer Angebote und Verzögerungen gelungen, im Zeit- und Kostenplan zu bleiben. 18 Monate dauerte es vom Baubeginn bis zur Inbetriebnahme, trotz der Altlastensanierung und dem frühzeitigen Wintereinbruch im vorigen Jahr.
Ganz fertig ist die Halle noch nicht: Die vorgehängte Nordfassade wird erst nächstes Jahr installiert, weil es auf die Ausschreibung "nur ein einziges überteuertes Angebot" gegeben habe, wie Tessmer sagte.
Die Freisportanlagen - ein Allwetterplatz, ein Kunstrasenplatz, eine Weitsprunganlage - soll ab November benutzbar sein. ie allein schlagen mit 1,3 Millionen Euro zu Buche.
Die Halle enthält außerdem noch Büros für die Platzwarte, Lehrerumkleiden und einen 35 Quadratmeter großen Konditionsraum. Der sei schulbaurechtlich vorgeschrieben, sagte Thorsten Huld vom Stadtbauamt.


Garderoben statt Umkleiden, Proben statt Gymnastik

Die Dreifachsporthalle am Anger sanieren oder abreißen? Diese Frage schien 2004 schon beantwortet: Die Halle sollte saniert und ertüchtigt werden. Doch dann kamen mehrere Dinge zusammen: Die Pläne, eine Multifunktionshalle auf der Lauterer Höhe zu bauen, daraus folgend die Diskussion ums "Neue Innenstadtkonzept" mit Bürgerentscheid 2007, der Bau der HUK-Coburg-Arena auf der Lauterer Höhe und die Diskussion um eine Sanierung des Landestheaters.
Klar war: Schon im Neuen Innenstadtkonzept hätte die Angersporthalle keine Chance mehr gehabt, denn damals war ja der Bau einer Multifunktionshalle am Anger vorgesehen. Als 2010/11 die "Ballsporthalle" (heute HUK-Coburg-Arena) errichtet wurde, geschah das auch, weil die Dreifachhalle am Anger für den Bedarf des HSC Coburg und - damals - der Volleyballer nicht mehr ausreichte. Die Ballsportvereine beanspruchten Hallenkapazität fürs Training; für Bundesligaspiele muss die Halle fernsehtauglich sein, und mehr Zuschauer sollten auch unterkommen.
Parallel dazu diskutierte der Stadtrat weiter über die Zukunft des Angers. Als klar war, dass sich kein Investor finden würde, der dort ein Kongress- und Veranstaltungszentrum samt Hotel auf eigene Kosten baut, stellte sich 2012 erneut die Frage, was mit der Angersporthalle geschehen solle: Sanieren oder neu bauen? Die Verwaltung plädierte für einen Neubau - der sei günstiger. Außerdem wurde entschieden, die Halle an die Ecke Bamberger-/Karchestraße zu setzen, weil der Bebauungsplanentwurf für den Anger ohnehin diesen Standort vorsieht.
Obwohl der Sportverband und die Schulleiter protestierten, fiel die Entscheidung für den Neubau im März 2013. Gleichzeitig wurde die Dreifachhalle am Anger erstmals als mögliche Interimsspielstätte während der Sanierung des Landestheaters ins Gespräch gebracht. Dass sie das wird, hat der Stadtrat 2016 beschlossen.
Am Donnerstag wird es in der Stadtratssitzung darum gehen, was es kosten wird, sie entsprechend zu ertüchtigen: Der eigentliche Hallentrakt soll abgerissen und durch einen Behelfsbau ersetzt werden, der Bühne und Zuschauerraum aufnimmt. Der Trakt mit Umkleiden, Gymnastik- und Technikraum soll erhalten bleiben und vom Theater genutzt werden.


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