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Neue Ausfahrt Coburg: Die Chancen stehen fifty-fifty

Das Staatliche Bauamt hat die Pläne für eine zusätzliche Anschlussstelle an der A73 samt Anbindung an die Staatsstraße 2205 bei Coburg vorgestellt.
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m Bereich südlich von Beuerfeld könnte schon bald eine zusätzliche Anschlussstelle zur Anbindung der Staatsstraße 2205 entstehen.Foto: Berthold Köhler
m Bereich südlich von Beuerfeld könnte schon bald eine zusätzliche Anschlussstelle zur Anbindung der Staatsstraße 2205 entstehen.Foto: Berthold Köhler
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An der A 73 wird nördlich von Coburg vermutlich eine weitere Ausfahrt entstehen. Auf Tageblatt-Nachfrage hat Uwe Zeuschel (Bereichsleiter Tiefbau am Staatlichen Bauamt in Bamberg) bestätigt, dass seine Dienststelle entsprechende Pläne zur Genehmigung an die Autobahndirektion Nordbayern (ABDNB) weitergeleitet hat. Das ist der erste Schritt auf einem langen Weg bis zur Genehmigung.

Und: Es ist der wichtigste Schritt. Wie Ursula Birg (stellvertretende Pressesprecherin der Autobahndirektion) erklärte, werden dort nun die wichtigsten technischen Fakten rund um die neue Anschlussstelle geklärt. Da geht es um Verkehrssicherheit genauso wie um die Anbindung ans restliche Straßennetz oder betriebliche Aspekte wie den Winterdienst. Ein Aspekt dürfte dabei genau in Augenschein genommen werden: die Tatsache, dass es Richtlinien oder zumindest Empfehlungen zum Abstand von Verkehrsknotenpunkten gibt. Fünf Kilometer werden in Bauwesen-Veröffentlichungen empfohlen, da liegt die Anschlussstelle Coburg deutlich näher.

Warum es schon einmal Wirbel um die Ausfahrt gab, lesen Sie hier.

Dennoch ist man im Bauamt optimistisch. Auf "größer als 50 Prozent" bezifferte Uwe Zeuschel die Wahrscheinlichkeit, dass die Ausfahrt auf Höhe von Glend kommt. Die "verkehrliche Wirksamkeit" sei das, was die Pläne interessant mache. Weil aber auch Zeuschel nicht weiß, wie die weiteren an den Planungen beteiligten Behörden die Sache sehen, hielt sich der Baudirektor mit Verweis auf die noch ausstehende Detailplanung zurück. Mehr als "ungewiss" wollte Uwe Zeuschel zum Zeitrahmen nicht sagen. Eines sei aber sicher: Der ab dem kommenden Jahr geplante Bau der neuen Trasse für die Staatsstraße 2205 zwischen Coburg und Wiesenfeld werde durch die neue Verbindungsspange und den zusätzlich bei Glend geplanten Verkehrskreisel nicht verzögert.

Bei der in Nürnberg angesiedelten Autobahndirektion Nordbayern geht man aber davon aus, dass die Prüfung der Unterlagen aus Bamberg nicht allzu lange dauern dürfte. Ursula Birg teilte dem Tageblatt mit: "Die Autobahndirektion Nordbayern wird den Antrag auf Errichtung einer neuen Anschlussstelle über das bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vermutlich noch in diesem Jahr vorlegen."

In der Stadt ist man gelassen

Die vom Staatlichen Bauamt geplante Trasse würde fast ausschließlich auf Gebiet der Stadt Coburg verlaufen. Auf die Frage nach dadurch auftretende Probleme zeigte sich David Schmitt (Pressesprecher der Stadt Coburg) gelassen: "Die Pläne berühren ausschließlich den staatlichen Teil dieser Straßenbaumaßnahme." Die Stadt selbst ist für den Abschnitt zwischen dem "Hessenhof-Kreisel" (dem Anschluss der Staatsstraße an die verlegte Christenstraße) und dem Kaeser-Kreisel II verantwortlich. Allerdings würde die zusätzliche Verbindungsspange von der Stadt für gewerbliche Nutzung vorgesehene Flächen durchqueren. Grundsätzliche Bedenken hat Dr. Birgit Weber, stellvertretende Bürgermeisterin, mit Blick auf die Pläne nicht: "Die Anschlussstelle wäre insbesondere für die Landkreisgemeinden nördlich der Stadt Coburg und die sich im Umfeld der Anschlussstelle befindlichen Gewerbebetriebe interessant."

Den aktuellen Zeitplan zum Neubau der Staatsstraße 2205 finden Sie hier.

Einer, der sich schon immer für einen kürzen Weg von der Autobahn in den westlichen Landkreis ausgesprochen hat, ist Tobias Ehrlicher (SPD). Freilich wäre dem Bad Rodacher Bürgermeister eine Ausfahrt "irgendwo zwischen Meeder und Bad Rodach" lieber gewesen. Aber Ehrlicher sieht die Sache pragmatisch: "An allen anderen Stellen als hier auf dem Plan wäre die Sache sehr schwierig geworden." Insofern freue er sich über den Vorstoß des Staatlichen Bauamtes, sagte Tobias Ehrlicher und rechnete im Kopf schnell den Zeitvorteil bei der Fahrt nach Bad Rodach aus: "Fünf, sechs Minuten sind das auf jeden Fall."



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