Coburg
Kammerkonzert

Musik des 20. Jahrhunderts beeindruckt im Coburger Kulturladen

Wie sich Sonaten von Prokofjew und Poulenc bei einem Konzert auf hohem Niveau begegnen.
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Die Geigerin Shoko Okushiba, die Pianistin Barbara Zeller und der Cellist Johannes Keltsch gestalteten ein Kammerkonzert im Coburger Kulturladen.Foto: Archiv/PR
Die Geigerin Shoko Okushiba, die Pianistin Barbara Zeller und der Cellist Johannes Keltsch gestalteten ein Kammerkonzert im Coburger Kulturladen.Foto: Archiv/PR

Zwei Sonaten, zwei Jahre, zwei Komponisten hieß das Motto eines Kammerkonzerts im Coburger Kulturladen Judengasse 22, den Shoko Okushiba (Violine), Johannes Keltsch (Violoncello) und die künstlerische Leiterin Barbara Zeller (Klavier) bestritten.

Die beiden im Abstand von zwei Jahren entstandenen Sonaten für Violine und Violoncello stammten von Sergej Prokofjew und Francis Poulenc und sind inzwischen bedeutende Standardwerke. Das Konzert begann mit der 1946 entstandenen 1. Sonate für Violine und Klavier von Sergej Prokofjew, die David Oistrach gewidmet ist, der das Werk in den höchsten Tönen lobte: "Nichts, was in den letzten Jahrzehnten für Geige geschrieben wurde - weltweit - reicht wohl an die Schönheit und Tiefe dieses Stückes heran".

Düsteres Unisono und nebelhaft dahin huschende Läufe prägen den Kopfsatz, gefolgt von einem kraftvoll motorischen Allegro brusco, einem ruhigen Andante und dem spielfreudigen, musikantischen Finale, das mit Zitaten des 1. Satzes endet und so das Werk abrundet.

Das technisch wie musikalisch höchst anspruchsvolle Werk wurde von Shoko Okushiba mir überlegener Finger- und Bogentechnik, flexibler Tongebung, sauberen Doppelgriffen und bester Intonation bis in die höchsten Lagen wiedergegeben.

Bei nahtlosem Zusammenspiel zeigte Barbara Zeller am Flügel beeindruckende pianistische Fähigkeiten wie technische Überlegenheit, sensiblen Anschlag und energisch zupackende, temperamentvolle Musikalität.

Zwei Jahre später (1948) schrieb Francis Poulenc, Mitglied der französischen "Groupe des Six", seine Sonate für Violoncello und Klavier, ein sehr eingängiges, stilistisch fast noch romantisches Werk von hohen Anforderungen, denen der Solist Johannes Keltsch mit noblem Ton, sicherem Lagenspiel und virtuoser Technik in jeder Weise gerecht werden konnte. Wiederum war Barbara Zeller die sichere, einfühlsame Mitgestalterin am Flügel. Alle Interpreten dieses außergewöhnlichen, interessanten Konzerts erhielten lebhaften Beifall. Es scheint, dass der Kulturladen eine musikalische Lücke zu füllen vermag.

Wo sonst wird sich in solcher Weise der Kammermusik des 20./21. Jahrhunderts angenommen? Ein Bedürfnis hierfür scheint vorhanden zu sein, wie der gute Besuch zeigte.



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