Rödental
Ansiedlung

Mücke ab September schon in Rödental

Schon im September will Schuh-Mücke in Rödental neu eröffnen. Thomas Mücke und Rödentals Bürgermeister Gerhard Preß verstehen den Ärger darüber in den Nachbarkommunen nicht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Thomas Mücke (links) und Gerhard Preß vor dem zurzeit leer stehenden Toy-Factory-Gebäude, in dem im September eine neue Filiale von Schuh-Mücke eröffnet werden soll. Foto: Rainer Lutz
Thomas Mücke (links) und Gerhard Preß vor dem zurzeit leer stehenden Toy-Factory-Gebäude, in dem im September eine neue Filiale von Schuh-Mücke eröffnet werden soll. Foto: Rainer Lutz
Es war ein rechtlich einwandfreies Verfahren, das zur Genehmigung für die Ansiedlung von Schuh-Mücke in Rödental führte. Das stellt Bürgermeister Gerhard Preß fest. Vorwürfe von Kungelei oder Filz lassen ihn nur den Kopf schütteln. Gehe es doch am Ende um nicht mehr als eine Fläche von 20 auf 20 Metern, die für den Großflächigen Einzelhandel mit Schuhen zusätzlich genehmigt wurden.

Thomas Mücke, Chef des Schuhanbieters mit mehreren Filialen in Franken aber auch in Ingolstadt und Regensburg, hat bereits seit zwei Jahren nach einem Standort im Coburger Raum gesucht. Der Grund: "Ich muss nur vor unseren Filialen in Kulmbach oder Bamberg gehen und sehen wie viele Autos mit Coburger Kennzeichen dort sind, um zu wissen, dass offenbar Schuhe im mittleren und höheren Preissegment hier nicht ausreichend angeboten werden."

Von Sonneberg bis Coburg wäre eine Ansiedlung überall infrage gekommen. Die Entscheidung für Rödental fiel aus mehreren Gründen. Mücke verweist auf die gute Verkehrsanbindung neben der Autobahn, das Toy-Factory-Gebäude, in das vergleichsweise wenig investiert werden muss - und eben die Möglichkeit, hier in einer Größe anbieten zu können, die ihm andere Kommunen im Raum nicht bieten konnten.

Nach einem ersten Genehmigungsverfahren musste die Fläche für das Schuh-Angebot reduziert werden. Sie soll jetzt bei 1200 Quadratmetern liegen (für 800 hätte es gar keine Genehmigung gebraucht, so Preß). Auf 2500 Quadratmetern ist der Verkauf von Textilien und Accessoires geplant. Im Untergeschoss möchte die Toy-Factory wieder Flächen nutzen. Sie sind als Lager für den Online-Handel gedacht.

Ein Stichwort für Thomas Mücke. "Der Landesentwicklungsplan ist ein Kind aus früheren Tagen, er wird dem Strukturwandel nicht gerecht", findet er. Er registriert seit Jahren ein sich mehr und mehr änderndes Verbraucherverhalten, das viele Händler nicht zur Kenntnis nehmen. Wenn gegen seine Ansiedlung gewettert wird, sagt er: "Man bekämpft das was man sieht." Was man nicht sehe sei eine Entwicklung, wie sie Zalando beispielhaft vorgeführt habe. Laut Mücke ist der Internet-Versender innerhalb von fünf Jahren von Null auf einen Milliardenumsatz gewachsen. "Die sind regelrecht in ein Vakuum hineingestoßen", sagt Mücke.

Andere Zeiten, anderer Vertrieb

Dass sich die Zeiten ändern und die Kommunen sich ihnen in ihrer Planung anpassen müssen, schließt Gerhard Preß auch an der steigenden Zahl von so genannten Zielabweichungsverfahren, die nötig werden, wenn ein Kommune anders planen möchte, als es der Landesentwicklungsplan vorsieht. Solche Verfahren seien bisher sehr selten gewesen. In den letzten Jahren steige die Zahl aber rasch. Für Preß ein Zeichen, dass der Plan ein zu enges Korsett für die kommunale Entwicklung wird.

Das Argument, mit einer Ablehnung die Geschäfte in der Innenstadt schützen zu wollen, lässt Thomas Mücke nicht gelten: "Wenn ich moderne Vertriebsformen nicht zulasse, zwinge ich doch den Kunden nicht, in der Innenstadt einzukaufen."
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren