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Coburg
Lokalklang-Festival

Moskauer Nächte mit Chor "Unerhört" und Musikverein Rödental

Der Coburger Chor "Unerhört" und der Musikverein Rödental nehmen ihr Publikum im Kongresshaus mit auf eine musikalische Weltreise. Der umjubelte Abend ist zugleich der Abschluss des Festivals "Lokalklang".
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Der Musikverein Rödental und der Chor "Unerhört" begeisterten bei ihrem Konzert in Coburg. Foto: Albert Höchstädter
Der Musikverein Rödental und der Chor "Unerhört" begeisterten bei ihrem Konzert in Coburg. Foto: Albert Höchstädter
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Ein bisschen Lokalpatriotismus darf schon sein an diesem Abend. Schließlich lautet das Motto des Festivals, zu dem auch dieses Konzert im Kongresshaus gehört, ganz lapidar "Lokalklang". Dennoch muss ein Abend, der mit dem Coburger Marsch aus der Feder des Österreichers Michael Haydn beginnt, nicht zu musikalischer Tümelei, zu dumpfer musikalischer Bierseligkeit führen.

Samba-Rhythmen

Dafür garantieren schon die Interpreten - der experimentierfreudige Coburger Chor "Unerhört" unter seiner Leiterin Antoinetta Bafas und der Musikverein Rödental, den sein Dirigent Daxi Pan gerne auch in symphonische Gefilde führt. Wer geglaubt haben sollte, dass ein "Schlamperer" aus Franken, "Moskauer Nächte" und Samba-Rhythmen ("Brazil") nicht zusammenpassen, wird klangvoll eines Besseren belehrt.




Der Coburger "Lokalklang" - er gibt sich an diesem kurzweiligen Abend höchst international. Schweden und Spanien, Österreich und Amerika - fast alles passt hinein in diese Vortragsfolge, wenn sich eine aus Bulgarien stammende Chorleiterin und ein seit vielen Jahren in Coburg lebender chinesischer Dirigent mit ihren beiden Klangkörpern verbünden.



Als Moderator serviert Christian Limpert eine unterhaltsame Mischung aus Fakten und Fiktion, garniert mit allerlei lokalpatriotischen Spekulationen. Was, zum Beispiel, wäre passiert, wenn Johann Strauß seinen vielleicht bekanntesten Walzer "An der schönen blauen Donau" in Coburg komponiert und "An der schönen grünen Itz" tituliert hätte?

Schwungvolle Polka-Klänge

In der umjubelten Landestheater-Produktion "Kohlhiesels Töchter" hatten Chor und Musikverein bereits bewiesen, dass sie bestens harmonieren und hatten sich mit ihrem temperamentvollen Auftritt gar einen Sonderpreis bei den letztjährigen Bayerischen Theatertagen in Nürnberg erspielt.


Dass sie auch auf dem Konzertpodium und ohne komödiantischen Rahmen ihr Publikum begeistern können, beweist diese "Vokalbrasserie". Einzeln, aber auch gemeinsam unter jeweils abwechselnder Leitung von Antoinetta Bafas und Daxi Pan demonstrieren Chor und Blaskapelle ihr beeindruckendes Leistungsvermögen und ihre Vielseitigkeit.


Schwungvolle Polka-Klänge und Walzer-Charme aus der Feder des in Wien geborenen späteren Coburger Staatsbürgers Johann Strauß begegnen an diesem Abend wuchtigem Pathos made in Great Britain in Gestalt von Edward Elgars "Pomp and Circumstance"-Marsch samt "Land of Hope and Glory".

Mitreißender Gesang

Der Chor "Unerhört" zeigt sich nicht nur stets bestens einstudiert, sondern überzeugt zudem durch ausgewogenen Klang. Vor allem aber begeistern die Sängerinnen und Sänger durch ihren lebendigen, mitreißenden Vortrag.


Bestens geschult auch der Musikverein Rödental, der die gestalterischen Impulse seines Dirigenten stets konzentriert umsetzt. Beeindruckend, wie es Daxi Pan immer wieder gelingt, den Klang zu strukturieren und die einzelnen Stimmen miteinander dialogisieren zu lassen.

"Brazil, Brazil"

Kein Wunder, dass Chor und Musikverein am Ende reichlich mit Beifall bedacht und erst nach einer Zugabe ("Brazil") endgültig vom Podium gelassen werden.

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