Coburg

Morizkirche: Giganten des Barock

Kammermusik des deutschen Hochbarock bescherte ein Konzert der Musica Mauritiana den den Zuhörern in der gut besuchten Morizkirche.
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Das ausführende Quartett: Peter Stenglein, Christian Ernst, Bernhard Forster und Johannes Himmler. Veranstalter
Das ausführende Quartett: Peter Stenglein, Christian Ernst, Bernhard Forster und Johannes Himmler. Veranstalter

Kammermusik des deutschen Hochbarock bescherte ein Konzert der Musica Mauritiana den Zuhörern am zweiten Adventssonntag in der gut besuchten Morizkirche. Es wurde ausgeführt von den Künstlern des Philharmonischen Orchesters des Landestheaters Coburg Bernhard Forster (Oboe) und Christian Ernst (Kontrabass), dem Meininger Solo-Fagottisten Johannes Himmler und Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein, der auch informativ durch das Programm führte.

Im Mittelpunkt standen die drei "Giganten" der Barockmusik Bach, Händel, Telemann, die zwar Werke der anderen, aber sich nicht alle persönlich kannten. Belegt ist lediglich, dass Telemann als Student 1701 den damals schon "wichtigen" 16-jährigen Händel in Halle besuchte und später durch seinen Verzicht auf das Thomaskantorat in Leipzig Bach unbewusst diese Stellung ermöglichte. Nie getroffen haben sich Bach und Händel, obwohl es ein sehnlicher Wunsch des ersteren war: "Das ist der einzige, den ich sehen möchte, ehe ich sterbe und der ich sein möchte, wenn ich nicht Bach wäre".

Virtuose Interpreten

Nun, hier in diesem Konzert haben sie sich alle getroffen und sogar noch mit dem ältesten Sohn Bachs, Friedemann, sowie dem Flötisten aus Bachs Zeit am Köthener Hof Johann Heinrich Freitag. Im Programm kam Bach allerdings zu Gunsten von Händel und Telemann etwas stiefmütterlich weg, was aber bezüglich der musikalischen Qualität der anderen Werke keinen Nachteil bedeutete.

Es begann mit der Kammersonate F-Dur von Georg Friedrich Händel, in der sich das Solisten-Quartett sogleich positiv in Szene setzen konnte. Der warme, beseelte Ton und die virtuose Technik von Bernhard Forster auf der Oboe, die geschmeidige, kultivierte, ebenfalls technisch überlegene Spielweise von Johannes Himmler auf dem Fagott, die dezente, saubere und bewegliche Behandlung des Kontrabasses durch Christian Ernst und die stets sichere, anpassungsvolle Unterstützung am Cembalo durch Peter Stenglein ermöglichten einen ungetrübten Musikgenuss.

In wiegendem Rhythmus erklang ansprechend die elegische Pastorale a-Moll von Friedemann Bach. Wer bisher geglaubt hatte, der Kontrabass wäre ein "plumpes" Instrument, wurde durch Christian Ernst eines Besseren belehrt. Er meisterte die ursprünglich für Violine solo komponierte dreisätzige Fantasie Nr. 11 von Telemann mit bravouröser Sicherheit im Doppelgriff- und Lagenspiel.

Viel Beifall

Die Sonate Es-Dur von Johann H. Freitag gefiel mit ihren vier kurzen, musikantischen Sätzen, wobei die meisterhaft geblasene Oboe von Bernhard Forster die Hautrolle spielte. In der Sonate f-Moll von Georg Philipp Telemann hatte Fagottist Johannes Himmler dankbare ausdrucksvolle und virtuose Aufgaben, bevor in der Sonate F-Dur von Händel noch einmal die Oboe den Ton angab.

Mit einem heiteren, kurzen Triosatz aus der frühen "Jagdkantate" von Johann Sebastian Bach ging das mit viel Beifall bedachte Barock-Konzert wirkungsvoll zu Ende, natürlich nicht ohne eine Zugabe aus dem Programm.

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