Coburg
Begegnung

Moritz Götze faszinierend bunte Bilderwelten in Coburg

Wie der Kunstverein Coburg Einblicke gewährt in das faszinierend vielseitige Schaffen von Moritz Götze.
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Moritz Götzes "Meergott" ist seit Samstag in einer großen Ausstellung im Kunstverein Coburg zu sehen.Foto: Jochen Berger
Moritz Götzes "Meergott" ist seit Samstag in einer großen Ausstellung im Kunstverein Coburg zu sehen.Foto: Jochen Berger
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Moritz Götze ist ein Künstler mit scheinbar unerschöpflicher Schaffenskraft. Vom Siebdruck bis zum Objekt, von der Malerei bis zur Emaille-Kunst - Götze ist bemerkenswert vielseitig, ohne in dieser Vielfalt beliebig zu werden. Seine Kunst gibt sich auf den ersten Blick scheinbar ungeniert populär und ist doch hintergründiger und komplexer, als der flüchtige Betrachter vielleicht meint.

Vielseitiges Schaffen

"Augenblicke des Glücks" ist der Titel einer großen Ausstellung, die Moritz Götze im Kunstverein Coburg präsentiert. Emaille-Kunst und Malerei, Grafik und Zeichnung - die Schau gewährt Einblick in viele Bereiche seines Schaffens.

Unverwechselbare Handschrift

Bei aller Vielseitigkeit: Götzes künstlerische Handschrift ist unverwechselbar, sie besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Anspielungs- und zitatenreich spiegelt sich immer wieder Kunstgeschichte in Götzes Arbeiten, ohne sich freilich im bloßen Spiel der Zitate zu verlieren. Ganz ungeniert stellt Götze zum Beispiel Amor und Psyche im trauten Zwiegespräch eine geöffnete Getränkedose in den Vordergrund.

Nymphen, Zeus und Amor

Ruhende Nymphe, Amors Pfeil, Entführung Europas durch Zeus - in seinen Titeln spielt Götze immer wieder mit mythologischen Themen. Und scheinbar spielerisch verwandelt er mit leichter Hand Motive der Kunstgeschichte in Szenen, die er mit raffiniert kontrapunktierenden Details unmissverständlich in die Gegenwart holt. Tischbein und Cranach, Schadow und Caspar David Friedrich - Götze variierte bekannte Motive der Kunstgeschichte mit spielerischem Gestus.

Muntere Farben

Mythologisch aufgeladene Motive und scheinbar banale Alltagsszenen - Götze kennt keinerlei Berührungsängste. Er bewegt sich malend durch die Kunstgeschichte ebenso unverkrampft wie durch die Literaturgeschichte. Egal, mit welchem Material er arbeitet: seine Farben sind munter und wirken in der Zusammenstellung oft regelrecht verspielt. Götzes ganz persönliche Variante von Pop-Art kommt unbekümmert fröhlich daher.

Fröhliche Einladung

Mit seinen Werken war Götze gemeinsam mit seinem Künstlerfreund Rüdiger Giebler auf einer Ausstellungs-Welttournee mit 32 Stationen unterwegs. Seine in aller Eile erst ganz kurz vor der Eröffnung aufgebaute Ausstellung im Coburger Kunstverein ist eine fröhliche Einladung an den Betrachter.

Aus dem Leben eines Künstlers

Ausstellungs-Tipp "Augenblicke des Glücks - Emaille, Malerie, Zeichnung und Grafik von Moritz Götze (bis 30. September) Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 10 bis 12.30 und 14 bis 17 Uhr Moritz Götze ist ein international agierender Künstler, der im Bereich Emaille mit seinen großformatigen Arbeiten neue Schwerpunkte in diesem Bereich gesetzt hat. Sein umfangreiches Werk - gerade zurück von "Welttournee" - siedelt zwischen Pop und Cranach. Götze, im Juli 1964 in Halle (Saale) geboren, absolvierte zunächst eine Lehre als Möbeltischler (1981 bis 1983), bevor er sich als Gitarrist und Sänger in Bands wie "Größenwahn" engagierte und oppositionelle Punk-Festivals organisierte. Von 1985 bis 1995 betrieb er eine Grafikwerkstatt, in der zahlreiche Plakate und Siebdrucke nach eigenen und fremden Entwürfen entstanden. 1991 bis 1994 übernahm Götze einen Lehrauftrag für Serigrafie (Siebdruck) an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und 1994 eine Gastprofessur an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. Siet Mitte der 1990-Jahre ist Götze mit zahlreichen Einzelausstellungen hervorgetreten.



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