Coburg
Jugendhilfeplanung

Montessori-Kindergarten für Coburg in Sicht

Coburg braucht mehr Kindergartenplätze. Peer Medau sieht darin eine Chance, endlich einen Montessori-Kindergarten errichten zu können.
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Leopold und Anna buddeln im Sandkasten der Montessori-Krippe. Ob die beiden später in einen Montessori-Kindergarten wechseln, entscheidet sich im Frühjahr. Foto: Christiane Lehmann
Leopold und Anna buddeln im Sandkasten der Montessori-Krippe. Ob die beiden später in einen Montessori-Kindergarten wechseln, entscheidet sich im Frühjahr. Foto: Christiane Lehmann
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Coburgs Montessori-Familie steht in den Startlöchern. Vor allem die Eltern der Krippenkinder ("Bergwichtel") können es kaum erwarten, dass ein Montessori-Kindergarten eröffnet. Im Moment stehen die Chancen dafür ganz gut - wenngleich auch noch keine Entscheidung gefallen ist. Damit ist erst im Frühjahr 2019 zu rechnen.

Im Jugendhilfesenat am Donnerstag wird die neue Bedarfsermittlung und die Prognose des zukünftigen Bedarfs an Kinderbetreuungsplätzen in der Stadt Coburg bis zum Jahr 2035 vorgestellt. "Fest steht schon jetzt: Wir haben Bedarf und der wird auch weiter wachsen. Unseren hohen Qualitätsanspruch wollen wir halten, deshalb brauchen wir noch mehr gute Plätze", sagt Reinhold Ehl, Leiter des Amtes für Jugend und Familie.

Pädagogische Vielfalt

Bereits im Mai hatte die SPD-Fraktion gefordert, einen Masterplan zur Neuerrichtung von Kindergartenplätzen zu erstellen. Der Jugendhilfesenat wird heute voraussichtlich die Verwaltung damit beauftragen. Darin sollen auch die vielfältigen pädagogischen Angebote innerhalb der Coburger Kindertagesstätten-Landschaft enthalten sein.

Die SPD hatte in ihrem Antrag betont, bei der Neueinrichtung von Kindergartenplätzen einen besonderer Fokus auf die pädagogischen Konzepte zu legen. Die Schwerpunktsetzung auf Bilingualität und Sprachkompetenz, Bewegung, interkulturelle Erziehung, integrative Pädagogik, Inklusion oder Montessoripädagogik würde aus Sicht der SPD zu einer weiteren nachhaltigen positiven Entwicklung Coburgs beitragen. Für alle begeisterten Montessori-Anhänger ist dieser Antrag eine Steilvorlage.

Claudia von Berg, Leiterin der Montessori-Einrichtung "Haus für das junge Kind", hat zusammen mit dem Vorsitzenden der Bergwichtel, Peer Medau, erneut die Initiative ergriffen und die Stadt um Unterstützung für die seit Jahren geplante Erweiterung des Betreuungsangebots auf den Kindergartenbereich gebeten.

Grundstück vorhanden

"Wir haben am Standort der Krippe ein Grundstück, das für einen Neubau geeignet ist. Dort besteht die Möglichkeit, dass die Kinder den Übergang fließend erleben. Wir können umgehend mit den Planungen starten", schreibt Peer Medau.

Übergangsweise stünden wohl auch die Räumlichkeiten im ersten Stock der Krippe für eine Kindergartengruppe zur Verfügung, ergänzt Claudia von Berg. Sie ist fest davon überzeugt, dass Coburg einen Montessori-Kindergarten braucht. "Um es Kindern aus Coburg und Umgebung zu ermöglichen ihren Montessori-Weg von der Krippe bis zur Mittleren Reife oder Fachhochschulreife zu gehen, fehlt ein Montessori-Kinderhaus , das letztlich der Schule in Mitwitz die Gelegenheit gibt, Kinder mit Montessori-Erfahrung aufzunehmen", schreibt sie aus pädagogischer Sicht .

Wohin mit dem Kind?

"Viele von uns grübeln ab den ersten Tagen als Bergwichtel-Eltern darüber nach, wohin wir unsere Kinder nach der Krippenzeit begleiten sollen", heißt es in dem beigefügten Elternschreiben an die Stadt. Nach den Jahren in enger und konstruktiver Elternpartnerschaft und dem hohen Qualitätsstand des "Haus für das junge Kind" fehle ein Montessori-Kindergarten, der die Arbeit weiterführt. Zumal die Montessori-Schule in Mitwitz existiere und sich eine Lücke auftut.

Kooperation Hochschule?

Einige Eltern würden davor zurückschrecken ihre Kindern im "Haus für das junge Kind" anzumelden, weil sie den Wechsel in einen anderen Kindergarten und die damit verbundenen Veränderungen fürchten, geben die Eltern zu bedenken. Claudia von Berg rechnet damit, dass allein aus dem "Haus für das junge Kind" jährlich etwa zwölf "Bergwichtel" in einen Montessori-Kindergarten wechseln würden. Erste Gespräche mit der Hochschule Coburg stimmen weiterhin optimistisch. Es ist an eine Kooperation gedacht, da die Hochschule für die Kinder ihrer Mitarbeiter immer wieder Betreuungsplätze sucht. Die Campuszwerge stehen lediglich den Studierenden zur Verfügung.

Abgesehen davon steigt der Bedarf an Kindergartenplätzen im Coburger Westen und Nordwesten, also im Einzugsgebiet der "Bergwichtel". Doch schon jetzt zeigt sich, dass die Familien, die ihre Kinder jeden Morgen auf Schloss Hohenfels in die Krippe bringen, aus dem ganzen Stadtgebiet kommen.

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