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Ebersdorf
Kampfsport

MMA zeigte sich hart aber fair in Ebersdorf

Mit Anmeldungen von Kämpfern bis zum letzten Platz ausgebucht, bot die Süddeutsche Meisterschaft in Ebersdorf ultimativen Kampfsport.
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Längst sind auch frauen im MMA zu Hause.Hagen Lehmann
Längst sind auch frauen im MMA zu Hause.Hagen Lehmann
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Die Kampfsportszene ist in der Region mit einer großen Vielfalt an Sportarten vertreten. Doch, obwohl sich praktisch alle Budosportarten in der ultimativen Variante Mixed Martial Arts (MMA) wiederfinden, erreichen Events wie die Süddeutsche Meisterschaft der Amateure in der German Mixed Martial Arts Federation (Gemmaf) noch wenig Beachtung bei den Kampfsportfans des Coburger Umlandes.

Am Samstag wurde diese Meisterschaft, auf Bestreben des Ebersdorfers Chris Franzkowiak, in der Frankenlandhalle ausgetragen. Es war bereits das zweite Mal, dass er die Süddeutsche der MMA Amateure ins Coburger Land geholt hat. Immerhin traten diesmal auch zwei Sportler aus der Region an. Der Kickbox-Stall "Kampfgeist Rödental" schickte einen Kämpfer und eine Kämpferin. Gewinnen konnten sie nicht. Aber sie haben die Region respektabel vertreten.

Regionale Chancen

Damit lokale Sportler beim nächsten Mal stärker vertreten sein können, müssten sie sich über Vereins- und Sportartengrenzen hinweg zusammentun. Kickboxer und Ju Jutsuka beispielsweise könnten gegenseitig profitieren, um sowohl im Stand als auch beim Werfen und beim Kampf am Boden zu punkten. Auch für Ringervereine wäre ihr Können eine gute Basis, um zusammen mit anderen zur MMA-Tauglichkeit aufzurüsten. Interesse an einem MMA Training wäre natürlich Voraussetzung. Ein Beitritt zur Gemmaf ist für die Teilnahme an der Meisterschaft nicht nötig.

Wenn dieser Sport wegen seiner oft betonten Härte in Verruf gebracht wird, liegt es sicher nicht an Events wie der Süddeutschen der Amateure im Regelwerk der Gemmaf. Was die - überwiegend auswärtigen - Besucher in der vollen Frankenlandhalle zu sehen bekamen, waren harte aber äußerst faire Kämpfe. Und selbst wenn ein Fight mit einem K.O. endet, liegen sich die Kämpfer danach in den Armen und der Besiegte gratuliert dem Sieger, würdigt seine Überlegenheit.

Dass ein Gegner zu Boden geht, ist beim Kickboxen oder Boxen ebenso wenig ungewöhnlich wie bei MMA. Der Kampf am Boden ist in der Amateurliga um einige besonders harte Techniken gegenüber dem Profi-Bereich entschärft. So sind Stöße mit dem Ellenbogen beispielsweise verboten. Damit ist MMA vergleichbar mit der Variante Ju Jutsu Allkampf, die allerdings nicht in allen Landesverbänden (in Bayern schon) noch gekämpft wird. Die Mehrzahl der Kämpfe wird nach Punkteurteil der Jury entschieden.

Als müsste betont werden, dass MMA kein Sport ist, in dem sich nur verkappte Straßenschläger wiederfinden, trat in Ebersdorf MMA Weltmeisterin Anna Gaul in den Käfig. Die Medizinstudentin kämpft in der Gewichtsklasse bis 52 Kilo. Gegenüber einer Gegnerin, die möglicherweise Respekt, sicher aber keine Angst vor der Weltmeisterin zeigte, musste die zierliche Kämpferin schon einigermaßen tief in die Technikkiste greifen, um nach drei Runden klar aber nicht haushoch zu gewinnen - und sich für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren.

Live auf Ran Fighting

Die Listen der Kämpfer werden auf der Homepage der Gemmaf nicht veröffentlich. Ran Fighting Abonnenten konnten aber die gesamte Meisterschaft in Ebersdorf live mitverfolgen. Und auch im Nachhinein steht der Mitschnitt dort online zur Verfügung.

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