Coburg
Konzert

Mit a-ha sind wir alle wieder 16

Mit ihrem "Electric Summer" und vielen ihrer Hits begeisterten die drei Kult-Norweger die rund 4000 Zuschauer auf dem Coburger Schlossplatz.
Artikel drucken Artikel einbetten
Morten Harkets (links) glasklare Stimme, begleitet von Gitarrist Pål Waaktaar-Savoy  (rechts)  bescherten dem Publikum viele Gänsehaut-Momente.Foto: Matthias Hoch
Morten Harkets (links) glasklare Stimme, begleitet von Gitarrist Pål Waaktaar-Savoy (rechts) bescherten dem Publikum viele Gänsehaut-Momente.Foto: Matthias Hoch
+38 Bilder

"Ich fühle mich, als wär' ich wieder 16", jubelt Kerstin völlig erschöpft nachdem die letzten Töne von "Take On Me" verklungen sind. So wie der 49-jährigen Kulmbacherin geht es an diesem Mittwochabend vielen Besuchern - vermutlich vor allem den weiblichen. Die norwegische Kultband a-ha beschließt den HUK-Open-Air-Sommer 2018 - mit einem grandiosen Konzert.

Es ist das erste Mal in der 33 Jahre langen Karriere der drei Norweger, Morten Harket, Magne Furuholmen und Pål Waaktaar-Savoy, dass sie den Weg nach Coburg gefunden haben. 2009 - auf der Abschieds-Tour - hätte es beinahe schon einmal geklappt, die Verträge waren schon so gut wie unterzeichnet, doch dann sprang das Management im letzten Moment ab, weil die Band schon ein Konzert in Nürnberg fix gemacht hatte und nicht zweimal kurz hintereinander in Franken auftreten wollte.

Egal, heute sind sie da - und wie. Eine großartig choreografierte Bühnenshow darf man von a-ha nicht erwarten, schließlich gehen die drei Jungs schon mehr oder weniger stark auf die 60 zu, aber das braucht es auch nicht. Morten Harkets glasklare Stimme, die kraftvolle Musik und dazu die eindrucksvolle Lightshow sind genau die richtigen Zutaten für viele Gänsehaut-Momente an diesem lauen Sommerabend auf dem Schlossplatz.

Zwei Coburgerinen trafen die Band vor dem Konzert

;

Der Gänsehaut-Moment, den die Coburgerin Yvonne Steiner-Watzek gemeinsam mit ihrer Freundin Gudrun Carl an diesem Abend erlebt, ist allerdings schwer zu toppen. Sie hat beim Tageblatt-Gewinnspiel ein Treffen mit der Band gewonnen. Sion Hill, der das Vorprogramm bestreitet, steht schon auf der Bühne, als die 45-Jährige in einem Vorraum des Landestheaters den Idolen ihrer Jugend die Hand schütteln darf.

Ein "Grüß Gott!" von Magne

;

"Es war toll!", freut sie sich noch am Tag nach dem Konzert. Allerdings hätte das Treffen nach ihrem Geschmack gerne etwas länger dauern dürfen. Mehr Zeit als für ein kurzes "nice to meet you" und ein gemeinsames Foto sei nicht geblieben. "Aber die Autogramme bleiben uns ewig", sagt sie. Sie und ihre Freundin hatten extra T-Shirts mitgebracht, die sie sich von den drei Norwegern signieren ließen. Kurz seien sogar Magnes Deutschkenntnisse aufgeblitzt, als er eine der Gewinnerinnen echt fränkisch mit "Grüß Gott!" begrüßte.

Vom Konzert selbst hatte sich die Coburgerin eigentlich gar nicht so viel erwartet. "Ich dachte, sie spielen bestimmt viele neuere Lieder, die man nicht so gut kennt." Aber zum Glück stehen auf der Setliste bei der Konzerttour "Electric Summer" fast ausschließlich die bekannten Hits aus 33 Jahren Bandgeschichte. Allein die Hälfte der Songs stammt von den ersten beiden Alben aus den Jahren 1985 (Hunting High and Low) und 1986 (Scoundrel Days). Gut für die Fans der ersten Stunde, denn die Textsicherheit bei alten Hits wie "Cry Wolf", "Manhattan Skyline", "The Sun Always Shines on T.V." oder "I've Been Losing You" ist einfach größer.

Und so gilt: Je länger das Konzert dauert, desto lauter wird das Publikum. Bei "Hunting High and Low" überlässt Sänger Morten Harket erstmals den Refrain den Coburgern. Wie ging das gleich nochmal? "...there's no end to the length I'll go to..." - da wird der Chor ein bisschen zögerlicher und eine Zuschauerin kichert: "Das soll ich nach über 30 Jahren noch wissen?!"

Auch beim einstigen James-Bond-Titelsong "The Living Daylights" ist das Publikum gefragt. Keyboarder Magne Furuholmen dirigiert erst die linke Hälfte, dann die rechte, dann singen alle zusammen. Artig bedankt er sich gleich zu Beginn: "Dankeschön für die Einladung" - und das auf Deutsch. Später verrät er "Wir haben unser Deutsch in der Schule gelernt" - und Morten ergänzt: "...und ganz vergessen!"

Doch viel zu reden ist ohnehin nicht das Ding der drei Norweger, sie singen und spielen lieber - und sie überraschen auch nach 33 Jahren noch gern ihr Publikum. Zum Beispiel mit einer uralten Demo-Version von "Train of Thought", die entstanden ist, bevor a-ha den ersten Plattenvertrag in der Tasche hatten.

Ohne Zugabe dürfen die drei Jungs natürlich nicht gehen und ganz am Ende schmettert das Publikum "Take On Me" lautstark mit. So hoch wie Morten schafft es zwar keiner, aber egal! Spätestens jetzt sind wir alle wieder Teenager!



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren